Liebe Mitglieder und Freunde der Pfarrei Malsching
Drei Tage kommt er – Drei Tage bleibt er – Drei Tage geht er
Bei diesem „Gast“ freuen wir uns nicht, wenn er seinen Besuch ankündigt. Um so mehr freuen wir uns, wenn er dann endlich wieder weg ist.
Ich hoffe, dass Ihr von der überall herrschenden Erkältungswelle verschont geblieben seid, bzw. wünsche ich allen, die mit Schnupfen, Husten, Heiserkeit kämpfen eine baldige Genesung. Wenn schon die viel gepriesenen Medikamente nur der Gesundheit der Pharmaindustrie dienen, hilft vielleicht bei der Gesundung der Blasius-Segen, der auch heute noch vielerorts am 3. Februar gespendet wird.
Der Hl. Blasius (*316) war Bischof in Sebaste/Klein-Armenien. Zahlreiche Legenden erzählen von seinen Heilungen. Die bekannteste darunter ist, dass er während seiner Gefangenschaft in einem römischen Gefängnis einem jungen Mann, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte, das Leben rettete. Deshalb wird er gegen Halsleiden angerufen.

Am Tag vorher, dem 2. Februar, feiern wir Mariä Lichtmess. Früher war es nicht so leicht, einfach mal den Arbeitsplatz zu wechseln, wenn man sich schlecht behandelt fühlte, oder auch, wenn der Arbeitgeber nicht mit dem Dienstboten zufrieden gewesen sein sollte. Mariä Lichtmess war traditionell der Tag, an dem die Dienstboten, den Arbeitsplatz wechselten oder für ein neues Arbeitsjahr übernommen wurden. In jedem Fall, wurde ihnen das Geld für die geleistete Arbeit ausbezahlt. Wenn der Knecht oder die Magd für ein weiteres Jahr übernommen wurden, erhielten sie im allgemeinen zusätzlich zum Arbeitslohn neue Arbeitskleidung und -schuhe.
Über das schon merklich längere Tageslicht sagt ein altes Sprichwort:
„Zu Weihnachten ein Mückenschritt, zu Neujahr ein Hahnentritt,
zu Heilig Drei König ein Hirschensprung und zu Mariä Lichtmess eine ganze Stund.“
Aber welche Bedeutung hat Mariä Lichtmess in der katholischen Kirche?Lichtmess eines der ältesten Feste der christlichen Kirche, wurde um das Jahr 650 als Feiertag eingeführt und gedenkt der Darbringung Jesu im Tempel durch Maria und Josef gemäß jüdischem Gesetz, wo Simeon Jesus als “Licht der Völker” erkannte.

Seit dem 11. Jahrhundert kam der Brauch der Kerzensegnung und der Lichterprozessionen auf. An Lichtmess wurden dann auch die für das nächste Jahr benötigten Kerzen der Kirchen und der Familien gesegnet
Ich erinnere mich daran, dass diese gesegneten Kerzenstöcke bei Gewitter angezündet wurden. Die ganze Hausgemeinschaft saß am Tisch und betete darum, dass das Gewitter, Haus, Hof und Feld verschonen möge.

Nicht nur die Erkältung hat viele von uns erwischt; auch die geopolitische Kälte hat uns in den letzten Wochen sehr zu schaffen gemacht. Manchmal könnte man an die Geschichte von Rumpelstilzchen erinnert werden: „heute back‘ ich, morgen brau‘ ich, übermorgen hol‘ ich der Königin ihr Kind“ oder mit neuem Text
„heute fordere ich, morgen verzicht ich, übermorgen hol ich mir vielleicht doch noch das Inselchen oder vielleicht ein Land“. Nur ist der Tanz am Rande des Vulkans gefährlicher als der um ein Lagerfeuer. Hoffen wir, dass alle Beteiligten doch noch zur Vernunft kommen.
Freuen wir uns also darauf, dass es in den nächsten Wochen von Tag zu Tag heller wird und vielleicht schon die ersten Schneeglöckchen oder Primeln unter dem Schnee hervorlugen.

Mit den herzlichsten Grüßen
Gerdy Hecker-Pischulti

