Kategorie: Berichte

  • Hammern (Hamry) Heimattreffen 2026

    Hammern (Hamry) Heimattreffen 2026

    Unter dem Motto „“Voagiß d‘ Hoamat net!“ fand am 04.07.2026 in Hammern und in Lam wieder das jährliche Heimattreffen statt. Samstagvormittags trafen sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen traditionell in der Kirche „Zur Schmerzhaften Muttergottes“ in Hammern zum Gottesdienst. Ihn zelebrierte Dk i. R. Alois Ehrl, der in der Kirche 1945 noch getauft wurde und der tschechische Pfarrer Marek Hric aus Klatovy. Er ist der neue zuständige Pfarrer für Nyrsko und Hamry. Die musikalische Gestaltung lag in Händen von der Kirchenmusikerin Therese Dinauer, deren kurz zuvor verstorbene Mutter Anna Dinauer, geb. Stahl, vom Röderhof stammt. Gekonnt spielte sie die Orgel und sang zu Ehren der Patronin der Kirche und zur Freude der Gottesdienstbesucher als Solistin das Ave Maria von Bach Gunod. Zweistimmig sang sie zur Kommunion zusammen mit Christine Brüderlein, einer Tochter von Rosi Braun, geb. Glaser von der Rödermühle, das moderne Kirchenlied „Wo ich auch stehe, da warst du schon da.“ Alle, die den Gottesdienst mitfeierten, waren davon sehr berührt.

    Die Predigt von DK i. R. Alois Ehrl stand unter dem Leitgedanken: „In der Erinnerung an ein bitteres Geschehen – Gedanken des Heils“. Er bezog sich dabei auf ein Zitat von Alexander Kluge „Die Erinnerung an Menschen ist wie eine vielseitige Melodie“ und auf die Worte des Propheten Jeremia „Ich habe Gedanken des Heils für euch, nicht des Unheils“ (Jer 29, 14). Die Erinnerung an den Verlust der Heimat im Böhmerwald verbindet sich zunächst für die Erlebnisgeneration nicht als Melodie mit hellen Tönen, sondern mehr mit Moll-Akkorden. Der Schmerz der Vertreibung, das Verlassen der Häuser, der Felder, der Gräber der Angehörigen, der Aufbruch in die Fremde klingen da an. Andrerseits klingen trotzdem in der Erinnerung auch frohmachende Töne an: Dankbarkeit für das Überleben und Finden einer neuen Heimat, die Versöhnung der Deutschen und Tschechen, die möglich wurde, die freundschaftliche Begegnung über Grenzen hinweg. Gerade die aus Ruinen wieder erstandene Heimatkirche zeigt, wie aus Zerbrochenem wieder ein heller Klang entstehen kann. Eine Freude für die, die einst hier wohnten und auch für die, die heute an diesem Ort leben.

    Die Erinnerung an den Verlust von Heimat und den Aufbruch in die Fremde spricht auch der Prophet Jeremia  an (Jer 29,10-14). Die aus der Heimat Vertriebenen erreicht die frohe Nachricht, dass sie nicht von Gott vergessen sind „Ich wende euer Geschick und sammle euch aus allen Völkern und von allen Orten.” So wie damals Gott sein Volk nicht vergessen hat, war er auch nicht weit weg in der Zeit der Vertreibung nach dem zweiten Weltkrieg. Er hat dafür gesorgt, dass sich der Verlust der Heimat für die meisten Hammerer wieder zum Guten gefügt hat. Sie konnten wieder eine neue Existenz und Heimat finden.

    Am Samstagabend fand in Lam dann die alljährliche Mitgliederversammlung und die Wahl der Vorstandschaft statt. Der erste Vorsitzende des Vereins Stiftung Künische Gemeinde Hammern e.V. bleiben weiter Erwin Wierer, der zweite Vorsitzende Franz Reuel und Kassenführerin Angela Braun. Nur DK i. R. Alois Ehrl wurde auf eigenen Wunsch hin aus der Vorstandschaft verabschiedet.

    Bericht: Alois Ehrl

  • alterGlaube und neueHeimat – August 2026

    alterGlaube und neueHeimat – August 2026

    Die Malschinger Madonna kehrt zurück!

    So oder ähnlich könnte die Schlagzeile in der Tagespresse lauten. Dieses neueHeimat-Blatt findet zwar nicht den Weg in die internationale Presse, wird aber  nicht nur von Mitgliedern des Vereins Glaube und Heimat e.V. gelesen, sondern auch von vielen Menschen, die am Böhmerwald interessiert sind und  die home page von glaubeundheimat.de anklicken.

    Und jetzt zum Höhepunkt unseres diesjährigen Treffens.

    In der Sonderausgabe des  neueHeimat-Blattes 2026.6.1 habe ich Euch schon vorab über den in diesem Jahr etwas geänderten Programmablauf informiert. Vor ein paar Tagen war ich nochmal bei Bürgermeister Herrn Jan Dojčar in Malsching und kann Euch heute genauere Zeiten, wie es unten im Programm angegeben ist,  bekannt geben.

    Schon in den vorhergehenden neueHeimat-Blättern habe ich davon berichtet, dass der Bürgermeister von Malsching, Herr Jan Dojčar, die Madonnenfigur aus dem 15./16. Jhdt. die ursprünglich in Malsching stand und sich jetzt im Nationalmuseum in Prag befindet, im 3-Druck-Verfahrenin Originalgröße nacharbeiten ließ.

    Die Vorstellung der Madonna hat Herr Dojčar bewusst auf das Datum unseres Malschinger Pfarrtreffens gelegt. Auf einer Bühne am Dorfplatz wird er die Figur allen Anwesenden vorstellen. Anschließend wird die Segnung der Madonna in der Kirche von Kanonikus Siegfried Weber und im Beisein von Pater Justin vom Kloster Hohenfurth vorgenommen.

    Nach der Segnung wird die Madonna von allen Gläubigen und mithilfe von kräftigen ortsansässigen Männern in einer feierlichen Prozession zur Kapelle auf dem Turmberg getragen, wo sie ihren ursprünglich angestammten Platz finden wird.

    Für Gehbehinderte organisiert Herr Dojčar Fahrzeuge zur Fahrt auf den Turmberg, damit

    alle an der kompletten Zeremonie teilhaben können.

    Nach der Zeremonie kann in dem am Dorfplatz aufgestellten Zelt bei Musik ausgiebig gefeiert

    werden. Es wäre schön, wenn es anlässlich dieses gemeinsamen Festes zu guten Kontakten mit den Bewohnern von Malsching käme. Vielleicht gibt es doch den einen oder anderen der deutsch oder englisch spricht. Oder kann einer von uns „Alt-Malschingern“ ein paar Worte tschechisch?


    Hier kommt nochmals das nunmehr festgelegte Programm:

    FREITAG, 21. August 2026

    Individuelle Anreise und erstes Zusammentreffen ab 17:00 Uhr im Hotel Šumava in Hohenfurth. Abendessen individuell nach Belieben, bei schönem Wetter im Gastgarten vom Šumava.

    Für alle Kanufahrer! Abfahrt ist um 14:00 Uhr ab Hotel Šumava. Spontane Anmeldungen sind noch bis 15. August möglich.

    Informationen zur Schlauchbootfahrt findet ihr am Ende dieses Berichtes.

    SAMSTAG, 22. August

    10:00 Uhr Vorstellung der Madonna durch Herrn Bürgermeister Dojčar im Zelt am Dorfplatz.

    Anschließend in der Kirche Segnung der Madonna durch Herrn Kanonikus Siegfried Weber und Pater Justin vom Kloster Hohenfurth.

    Im Anschluss wird die Madonna in einer Prozession in die Kapelle am Turmberg gebracht.

    Nach der Rückkehr vom Turmberg gemeinsames Zusammensein mit den Dorfbewohnern bei Musik und Frohsinn (Bewirtung!) im Zelt am Dorfplatz

    18:00 Uhr – gemeinsames Abendessen im Hotel Šumava.

    SONNTAG, 23. August:

    10:00 Uhr Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Margareta
    anschließend Totengedenken an den Priestergräbern

    danach Mittagessen in der alten Schule

    Ob am Nachmittag nochmals eine gemeinsame Wallfahrt auf den Turmberg stattfindet, wird sich kurzfristig entscheiden.


    Informationen zur Schlauchbootfahrt am Freitag, 21. August 2026

    Schiff ahoi!

    Mein Vorschlag zu einer Schlauchbootfahrt auf der Moldau von Hohenfurth bis Rosenbergwurde auch für dieses Jahr wieder gut angenommen. Dauer 2-3 Stunden, je nach Fließgeschwindigkeit des Wassers. Vier Boote sind schon besetzt.

    Wir treffen uns um 14:00 Uhr im Hotel Šumava. Von dort werden wir abgeholt und zum Bootsanleger gebracht. Nach der Ankunft aller Boote in Rosenberg werden wir von dort auch wieder abgeholt und zum Šumava zurückgebracht. Der Preis pro Person beträgt ca. 20,00 € bei derzeitigem Belegungsstand. Der Betrag ist von mir bei Abholung in einer Summe in Bar zu zahlen. Bitte haltet vor Abfahrt den jeweiligen Betrag für mich bereit.

    Natürlich fahren wir nur bei schönem Wetter. Wer Lust hat, kann sich noch bis spätestens 15. August bei mir anmelden, damit ggf. noch weitere Boote reserviert werden.

    Die Fahrt auf der Moldau bedarf keiner Erfahrung. Das Wasser der Moldau übernimmt die Hauptarbeit. Wenigstens ein Bootinsasse muss aber gelegentlich schon selbst ein bisschen paddeln. Unterwegs gibt es etwa auf halber Strecke eine Getränkestation. Trotzdem sollte jeder bei heißem Wetter selbst noch etwas zum Trinken mitnehmen.

    Welche Kleidung? Sollte nicht gerade die beste sein und auch mal einen Spritzer Wasser nicht übelnehmen oder besser gleich die passende Badekleidung anziehen. Bitte auf keinen Fall ein Cap oder Sonnenhut und Sonnencreme vergessen! Am Boot sind wasserfeste Tonnen vorhanden, in denen Wertgegenstände, Kleidung und Schuhe etc. verwahrt werden können.

    Alle boat people vom vergangenen Jahr sind wieder wohlbehalten zurückgekehrt.


    In Verbindung mit unserem diesjährigen Malschinger Treffen können wir noch ein weiteres denkwürdiges Jubiläum begehen.

    Für den 1. Weltkrieg wurden die aus den Jahren 1669 bis 1780 stammenden Malschinger Kirchenglocken zu Waffen umgearbeitet. Es war für die Gläubigen ein großes Opfer, schon im Jahr 1923 wieder neue Glocken einzuweihen. Nach nur weniger als 20 Jahren ereilte diese das gleiche Schicksal. Sie wurden wieder für Kriegswaffen eingeschmolzen.

    Nach der Vertreibung erklang mehr als ein halbes Jahrhundert kein Glockengeläute über Malsching. Doch vor 25 Jahren, am 4. August 2001 konnten die durch Spenden der Malschinger Pfarrangehörigen finanzierten neuen Glocken auf einem geschmückten Pferdefuhrwerk in einem festlichen Umzug durch das Dorf gefahren werden.

    Alle, die damals dabei waren, erinnern sich an die Menschenmenge, die den Weg des Glocken-Fuhrwerks durch das Dorf säumte.

    Nach der Weihe der Glocken durch Abt Albarich vom Kloster Hohenfurth

    Kanonikus Franz Irsigler,
    Pfarrer Siegfried Weber
    weiteren Geistlichen aus dem Kloster  Hohenfurth und zahlreichen Ministranten …

    … und den Segenswünschen der drei Glockenpatinnen …

    St. Michael, Durchmesser 118cm, Gewicht 750 kg
    Maria Lang, geb. Bendl, Guglbaun Wörles
    Gott will, dass allen Menschen geholfen wird und dass sie zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen
    St. Johannes Nepomuk Neumann, Durchmesser 87,5 cm, 410 kg
    Elfriede Krabatsch Prizer 47  CZ-Rozmberk
    Wo keine Gerechtigkeit ist, da ist keine Freiheit und wo keine Freiheit ist, dort ist keine Gerechtigkeit
    St. Margareta, Durchmesser 74,9 cm, 250 kg
    Michaela Perner (Glockengießerei), Passau
    Frieden ist allerwegen nur in Gott

    … wurden die Glocken mithilfe eines Kranes, den dankenswerterweise Severin Krabatsch von der Feuerwehr Priesern-Rosenberg organisierte, in mühevoller Präzisionsarbeit durch die engen Turmluken in den Glockenstuhl gehoben und von Spezialisten der Glockengießerei Perner aus Passau eingebaut. Manch einer hatte Tränen in den Augen, als schließlich pünktlich um 12:00 Uhr die Glocken erklangen.

    Es ist traurig, dass die Glocken jetzt so selten zum Klingen gebracht werden. In drei Wochen wird jedoch der Klang der Glocken am Samstag nicht nur alle Besucher des Pfarrtreffens sondern auch alle Bürger von Malsching zur Weihe der Madonna und am Sonntag zum Gottesdienst rufen. Es wäre doch sehr wünschenswert, wenn dies nicht nur bei unseren Pfarrtreffen so wäre.

    Die Bilder der Glockenpatinnen stammen aus der Festschrift, die anlässlich der Glockenweihe herausgegeben wurde. Man sollte halt nichts wegwerfen, auch wenn man es erst wieder in 25 Jahren braucht.

    Damit Alle, die sich noch spontan zur Teilnahme an diesem Pfarrtreffen entscheiden, die Möglichkeit zur Planung der Fahrt und Unterkunftssuche haben, kommt dieses neueHeimat-Blatt schon etwas früher als gewohnt.

    Ihr seht, es wartet wieder ein sehr interessantes und spannendes Wochenende auf uns Mitglieder und alle Freunde der Pfarrei Malsching. Wir freuen uns auf Eure Teilnahme und wünschen eine gute Anreise.

    Herzliche Grüße und bis bald

    Kanonikus Siegfried Weber und Gerdy Hecker-Pischulti

  • alterGlaube und neueHeimat – Juli 2026

    alterGlaube und neueHeimat – Juli 2026

    Hochsommer – endlich gibt es wieder was zu meckern.
    „Diese Hitze – nicht zum aushalten!“

    Es stimmt schon, für viele Wetterfühlige waren die Temperaturen in den letzten Junitagen alles andere als angenehm. Zu bedauern waren auf jeden Fall all jene, die im Freien arbeiten mussten. Ganz besonders denke ich dabei an den Handwerker, der gerade in den heißesten Tagen bei über 30° in meinem Vorgarten schwere Granitplatten verlegt hat.

    Wie gut, dass wir jetzt ein paar wohltemperierte Tage genießen können, bevor die nächste angekündigte Hitzewelle auf uns zurollt.

    Wir mussten aber auch über eine andere „Welle“ meckern, die uns heiße Stunden in kurzen Nächten verursacht hat.

    1954 die erste….
    2026 die letzte WM

    Wie unterschiedlich doch die Bilder sind.       Von Sepp Herberger (Bundestrainer 1954)      stammt u.a. auch der Ausspruch „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel!“  Aber auch eine weitere Weisheit: „Das Runde muss in das Eckige!“ Also: Kopf hoch!

    Historisches und noch nicht Historisches

    Mich hat die Hitze ins abgedunkelte Büro getrieben, um wieder einmal in den Matriken von Malsching zu blättern. Wer ist im Juli  in Malsching geboren? Die Einträge in den öffentlich zugänglichen Matriken enden Anfang des Jahre 1918. Den letzten im Juli geborenen Täufling hat Pater Zeno Reinelt wie folgt dokumentiert:

    24. July 1917 Anna Sulzbacher (als Kleinkind am 5. Dezember 1918 verstorben)

    Vater: eheliche Tochter des Johann Sulzbacher, Häusler in Wörles Nr. 34, ehelicher Sohn des Wenzl Sulzbacher, Hausbesitzer in Wörles Nr. 3 und der Maria geb. Standfest aus Wörles Nr. 3

    Mutter: Anna, eheliche Tochter des Josef Deutsch, Häuslers in Sahorsch Nr. 23 und der Maria, geb. Hohenschläger aus Sahorsch Nr. 12

    Hebamme: Josefa Wagner geprüft, Wullachen

    (theoretisch konnte jede Frau Kindern auf die Welt helfen. Es gab aber doch Unterschiede: „Zufalls-Hebammen“ (z.B. Mutter, Schwester, Nachbarin), dann solche Frauen, die sich sehr gut auf Geburtshilfe verstanden, mit Zusatzeintrag ‚ungeprüft‘  und dann jene, die eine richtige Ausbildung erhalten haben und eine Prüfung abgelegt haben)

    Keine 109 Jahre sondern nur 65 Jahre müsste man zurückgehen, um einen weiteren Geburtstag im Juli zu finden. Im Malschinger Geburtenregister wäre dann eingetragen:

    11. Juli 1961 – Siegfried Weber Unterlangendorf 6

    Aus diesem Täufling von 1961 wurde im Lauf der Jahre der uns allen bekannte und hochgeschätzte Siegfried Weber Militärdekan und Kanonikus an der Kathedrale von Budweis sowie 1. Vorstand von Glaube und Heimat e.V.

    Alle Angehörigen und Freunde der Pfarrei Malsching, ebenso wie alle Mitglieder und Leser von Glaube und Heimat gratulieren ganz herzlich zum 65. Geburtstag und wünschen alles Gute, Gesundheit und Gottessegen.


    Nicht nur Geburtstagskinder dürfen feiern

    Vor einigen Wochen erhielt ich von Herrn Herbert Pischulti (Baumgartner/Wörles) die nachfolgende Nachricht.

    „Gestern (29.5.2026) war ein schöner Tag.  50 Jahre CVS. Ich durfte 27 Jahre im Vorstand / Rat, so wie im DCV mitwirken. Für dieses ehrenamtliche Engagement wurde ich gestern mit dem goldenen Caritas-Abzeichen des deutschen Caritas-verbandes ausgezeichnet. Ich habe im Laufe meines Lebens gelernt, “Menschen am Rande der Gesellschaft sind ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens “.  Meine Mama und Oma waren nach der Vertreibung auch einmal Menschen am Rande – sie waren Flüchtlinge – das sollte man nicht vergessen! 

    Außerdem wurde ich vor 3 Wochen zum Ehrenmitglied des TSV Rohr NB ernannt. Der Verein hat 947 Mitglieder.“

    Lieber Herbert, Du kannst jetzt eine weitere Ehrung zu Deinen bereits vielfach erhaltenen Auszeichnungen, darunter der Bayerische Verdienstorden, in die Vitrine stellen.       

    Herzlichen Glückwunsch!


    Malschinger Treffen 21. bis 23. August 2026

    Nur noch knapp sieben Wochen bis zum „großen Ereignis“ in Malsching. Hoffen wir auf anhaltend gutes Wetter, damit die von Vielen gewünschte Bootfahrt auf der Moldau stattfinden kann. Ihr denkt daran – Abfahrt 14:00 Uhr ab Hotel Šumava.

    Alles Weitere wie im neueHeimat-Blatt  2026.6 und der Sonderausgabe 2026.6.1.1 beschrieben.

    Sollten sich kurzfristig doch noch Änderungen ergeben, werde ich das in der August-Ausgabe bekanntgeben.

    Viele sommerliche Grüße Gerdy Hecker-Pischulti

  • Rehbock im Frühling

    Rehbock

    Danke an Erna Hauber für dieses schöne Bild.

  • Heimatvertriebene „übernahmen“ vor 80 Jahren Schönbrunn

    Eine Schilderung von dem Zeitzeugen Erich Schaufler

    Die selbständige Gemeinde Schönbrunn zählte im Frühjahr 1946 (überschlägig) 120 Einwohner. Freier Wohnraum war da und dort in dem gräflichen Dorf vorhanden.

    Es ist die Rede vom 30. Mai 1946, als der kleine Ort um weitere 87 Personen anwuchs. 40 Heimatvertriebene waren schon untergebracht oder kamen in den nächsten Tagen hinzu. Der große Schub waren Böhmerwäldler, jene Deutsche, die nach dem verlorenen Krieg von den Tschechen vertrieben wurden.  

    Wo war mein Heimatort Oberhaid?

    Die Marktgemeinde Oberhaid (jetzt Horni Dvoriste), gegründet 1278, etwa 1 100 Einwohner, liegt 108 km ostwärts von Passau, an der Grenze zum oberösterreichischen Mühlviertel oder 50 km nördlich von Linz. Die Kreisstadt Krummau (Ceski Krumlov – Weltkulturerbe-Stadt) ist 35 km entfernt.

    In der Zeit um 1200 warben Landbesitzer aus dem heutigen Tschechien im bayrischen Frankengebiet um arbeitswillige Einwanderer. Sie sollten die Mittelgebirgsregionen  roden, urbar machen und besiedeln, was auch geschah.

    (Erwähnenswert ist die Namensgleichheit mit dem Ort Oberhaid bei Bamberg, Oberfranken, wo auch der Nachbarort Unterhaid angrenzt. Es ist die gleiche Gegebenheit wie bei mir zuhause, wo auch einige Familien Bamberger hießen, wie auch ein Ort und ein Berg).

    Wirtschaftliche Lage in meinem Heimatgebiet

    Der untere Böhmerwald war mit den Städten Krummau und Budweis auch touristisch erschlossen. „Sommerfrischler“ brachten Geld in die Moldaulandschaft. Die Gegend war überwiegend forstwirtschaftlich strukturiert und technisch gut entwickelt. Oberösterreicher kauften gerne  bei den Deutschen „herüben“ ein.
    Meine sechsköpfige Familie (44, 41, 10, 7, 6 und ich 4 Jahre) hatte eine kleine Landwirtschaft mit etwa 12 Tagwerk landwirtschaftlichem Grund. Sie reichte offensichtlich für die Grundversorgung aus. Vater verdiente noch als Postbote hinzu. Alles war gerichtet, alles war gut! Einer schönen Zukunft stand nur Hitlers nationalsozialistische Politik im Wege.

    Der Krieg

    Im Herbst 1938 besetzte Hitlers Wehrmacht die grenznahen Landstriche, die von 3 Millionen Deutschen bewohnt waren. Er holte uns quasi „heim ins Reich“. Damit nicht genug, ein Jahr später im Herbst 1939 erklärte er den 7,5 Millionen Tschechen den Krieg.  Am 8. Mai 1945 war dieser mit       350 000 toten Tschechen und 25 000 toten Deutschen verloren.

    Die Vertreibung

    Der Hass auf die Deutschen war demzufolge immens. Sofort wurden Strafmaßnahmen verhängt. So mussten die Erwachsenen weiße Armbinden tragen mit dem Buchstaben N (Nemec/Deutscher), durften keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen, mussten ab 20 Uhr im Hause sein und die Türen durften nicht abgeschlossen werden. Diejenigen, die Gewalt verübten oder gar töteten, wurden amnestiert. Und zudem war überall zu hören, dass die Deutschen vertrieben werden. Die Väter nagelten vorsorglich Kisten zusammen, falls es so kommen sollte. Alsbald wurde dann schon angeordnet, dass die Deutschen abgeschoben werden. Jeder erhielt eine Ausweisungsverfügung. In meinem Ort Oberhaid betraf es 900 Personen. Viele sind vorher schon über die nahe Grenze nach Oberösterreich geflohen.

    Bis September 1946 wurde dann die Bewohnerschaft in 12 Schüben außer Landes gebracht. Wir waren im 2. Schub dabei. Für jede Person durften 50 Kg Habseligkeiten eingepackt werden, wobei Wertsachen (Geld, Schmuck etc.) und der Hausschlüssel im Gemeindeamt abzugeben waren. Noch etwas: das Vieh war vorher noch zu füttern.

    Also, am 17. Mai 1946, 07.00 Uhr, mussten wir uns mit weiteren 108 Personen auf dem Marktplatz einfinden. Militär-Lastwägen standen bereit. Soldaten durchsuchten nochmals die Personen und das Gepäck nach Wertsachen, ehe die Abfuhr erfolgte. Nun ging es zu einer 14 km entfernten Kaserne, die als Lager eingerichtet und schon von vielen Leuten besetzt war. Die Aufenthaltsumstände waren verheerend. Das Essen bestand aus Wassersuppen, geschlafen wurde auf aufgestreutem Stroh und die Notdurft war in Gemeinschaft über einem langen „Donnerbalken“ zu entrichten. Kinder und alte Leute mussten von Begleitpersonen gehalten werden. Stürze in die Fäkaliengrube waren nicht selten, so die übereinstimmenden Erzählungen.

    Vier Tage dauerte der Aufenthalt. In dieser Zeit erfolgte die Registrierung und eine ärztliche Untersuchung. Kranke Personen wurden aussortiert und nach Irgendwo in das Landesinnere gebracht.

    Am 21. Mai 1946 erfolgte der Abschub. Der bereitgestellte Viehtransport-Zug nahm 1 203  Personen  in 40 Waggons zu je 30 Leuten mit deren Gepäck auf. Als alles eingeladen und die breiten Schiebetüren verriegelt waren, nahm die 48-Stundenfahrt über Budweis, Pilsen, Taus nach Furth im Wald ihren Anfang. Mehrmals hielt er auf den freien Strecken an. Die Leute konnten unter Aufsicht austreten. Sonst standen in den Waggons Notdurft-Behältnisse.

    Der schlimmste Umstand war wohl, dass keiner wusste, wohin der Zug ratterte. Während der Fahrt konnte der Verlauf nicht wahrgenommen werden, da die Viehwaggons keine Fenster hatten.  Erst während der letzten 20 Km ahnten die Erwachsenen dann doch, dass nicht Russland, sondern das bayrische „Furth im Wald“ angesteuert werde. Dies war wohl nach vielen Wochen der Menschenunwürdigkeit der erste Sonnenstrahl für die Gedemütigten.

    In der bisherigen Schilderung ist das Befinden der Vertriebenen nicht beschrieben. Jeder könne sich das aufgekommene und auf Dauer angelegte Wehklagen vorstellen. Wie wäre es denn heute, wenn wir fort müssten? In vielen Familien fehlte der Vater und/oder der erwachsene Sohn. Alte und greise Leute hatten es besonders schwer mit den unausweichlichen Umständen zurecht zu kommen. Die Mütter waren es, die hauptsächlich die ganze Last trugen.

    In Furth in Wald angekommen, gab es von den Amerikanern etwas zu essen. Alle Personen wurden nochmals ärztlich untersucht und nackt, in der Reihe stehend, entlaust. Das ausgepumpte stinkende PPT-Pulver (nur für Tiere geeignet) hüllte die Leiber ein.                                                                          

    Auf diese Art und Weise hat der Tschechisch-Slowakische Staat uns 87 Oberhaider und weitere 750 000 Sudetendeutsche in Furth im Wald außer Landes gebracht.

    Willkommen in Bayern?

    Weiter ging es mit dem gleichen Transport nach Schwabach-Vogelherde, wo eine Verteilung auf Bayern erfolgte. Wir wurden nach Eichstätt-Turnhalle (jetzige Studentenmensa)  gebracht und von dort in den Zug nach Kipfenberg gesetzt. Dort warteten zwei Traktoren mit Anhänger, auf denen die Behältnisse, die alten Leute und Kleinkinder transportiert wurden. Alle übrigen Personen mussten die neun Kilometer nach Schönbrunn zu Fuß meistern. Im Schlosshof angekommen und von den Dorfleuten erwartet,  verköstigte dankeswerter Weise Gräfin v. der Schulenburg die „Neubewohner“  mit einer Kartoffelsuppe. Dem Bürgermeister Gustl Weichselberger oblag letztlich die Zuweisungen der Wohnungen.

    Abschließende Bemerkungen

    Wie schon erwähnt, ich war vier Jahre alt und weiß von der Vertreibung nur, dass ich an den Abenden ungut und weinerlich war, weil mir das Bett fehlte. Tagsüber war für mich offensichtlich alles interessant – die Fremde, das Zugfahren, die vielen Personen etc. Ich konnte ja auf die Mutter zugreifen.

    Ab der Wohnsitznahme in Schönbrunn setzte bei mir die Wahrnehmung ein und die Vertreibung ließ mich nicht mehr los. Ich hörte den klagenden Betroffenen zu, las und sammelte viele Heimatartikel, machte Notizen und organisierte Heimattreffen hüben und drüben. Alt-Schönbrunner waren mir wertvolle Stofflieferanten. Meinen Bericht stelle ich nun der Öffentlichkeit zur Verfügung. Ein Buch mit mehr Ausführlichkeit lege ich der Gemeinde ins Archiv. Mit einem weiteren Bericht werde ich noch die Integrationsleistung der damaligen Schönbrunner (sie waren ja rechnerisch kurzzeitig in der Unterzahl) würdigen, waren sie doch in jeder Hinsicht mitfühlend, hilfsbereit und ehrenwert. Vier Schönbrunner können sich an damals noch erinnern, Heimatvertriebene leben dort nicht mehr.

    Erich Schaufler, im Mai 2026

  • alterGlaube und neueHeimat – April 2026

    alterGlaube und neueHeimat – April 2026

    Liebe Mitglieder und Freunde der Pfarrei Malsching,

    Palmsonntag, die Karwoche und Ostern

    Es ist Zufall, dass in diesem Jahr die Umstellung von der Winter- auf die Sommerzeit zeitgleich auf den Palmsonntag (29. März) fiel. Dennoch steckt dahinter, wenigstens für mich, ein bisschen Symbolik. Hat der Palmsonntag nicht auch für die Menschen eine Umstellung, hin zu mehr Licht, bedeutet?

    Wir alle kennen die Ereignisse vom Palmsonntag bis zur Auferstehung von Jesus Christus an Ostern. Deshalb will ich hier nicht die christliche Ostergeschichte wiederholen, sondern mich auf die weltlichen Sitten und Bräuche konzentrieren.

    Palmesel: Beginnen wir gleich am frühen Morgen des Palmsonntags. Wer als Letzter der Familie aus dem Bett kommt, wird als „Palmesel“ bezeichnet. Aber warum? Seit dem Mittelalter werden vielerorts Prozessionen abgehalten, bei denen eine Holzfigur, die Jesus darstellt, auf einem Esel mitgeführt wird. Der Letzte, der zur Kirche kam wurde verspottet und als „fauler Esel“ bezeichnet der hinter dem Esel herlaufen musste. Wer war bei Euch der Palmesel?

    Palmweihe: Beim Gottesdienst in der Kirche wurden die „Palmbuschen“, Sträußchen aus den bereits erblühten Palmkätzchen/Weidenkätzchen geweiht. Diese wurden dann als Schutzbringer zuhause unter das Kreuz gesteckt, um das Haus vor Unglück zu schützen.

    Es gibt auch den Brauch, dass einige der Palmkätzchen dem Vieh unter das Futter gemischt wurden oder ein Zweig aus dem Palmbuschen am Ostersonntag mit einigen Eierschalen auf den Feldern verteilt wurden. Das sollte das Vieh und die Feldfrüchte schützen.

    Palmburschen: Sehr beeindruckend muss es auch gewesen sein, wie in Malsching der Palm-sonntag gefeiert wurde. Schon tagelang waren die Burschen des Ortes damit beschäftigt, die Palmkätzchenzweige in großen Bündeln zusammen mit bunten Bändern auf lange Stangen zu binden, um damit in die Kirche einzumarschieren und sich neben dem Altar aufzustellen. Es war ein regelrechter Wettbewerb, wer den höchsten Palmbuschen vorweisen konnte. Was als Siegprämie ausgelobt wurde, ist mir nicht überliefert worden. Vielleicht ein Freibier im neben der Kirche liegenden Gasthaus? Hat Jemand Fotos von den Palmburschen?

    Am Palmsonntag beginnt die Karwoche

    Gründonnerstag, der fünfte Tag der Karwoche ist nach der Überlieferung der Tag des letzten Abendmahls das Jesus zusammen mit seinen Jüngern eingenommen hat. Nach der Überlieferung gab es Brot und Wein. Bei uns ist es üblich, dass am Gründonnerstag grüne Speisen, überwiegend Spinat, Salat, grünes Gemüse oder grüne Kräutersaucen gegessen werden.

    Die Bezeichnung „Gründonnerstag“ wird in vielen Ländern unterschiedlich benannt. Besonders in Süddeutschland und auch in Tschechien  wird der Name Gründonnerstag verwendet wobei sich die Bezeichnung „grün“ nicht unbedingt auf die Farbe grün bezieht und unterschiedliche Bedeutungen haben kann.  Im süddeutschen/österreichischen  Sprachraum führen wir die Bezeichnung eher auf die alt- und mittelhochdeutschen Worte grinan, grinen, greinen (weinen) zurück.

    Als kirchlicher Brauch werden von Gründonnerstag bis zur Auferstehungsfeier in der Osternacht die Altäre mit schwarzen Tüchern verhängt und keine Glocken geläutet. Sie „fliegen nach Rom“, wie man sagt.

    Die Karwoche war eine schöne Zeit für die „Ratschnbuam“ (Ratschn sind Holzklappern). Diese gab es in den verschiedensten Formen, zum Schieben oder als Handrasseln. Nicht nur beim Gottesdienst wurden sie von den Ministranten anstatt der Altarglöckchen benutzt, sondern die Buben zogen damit von Haus zu Haus und sagten ihre Sprüche auf, damit sie von den Hausfrauen mit Eiern, Osterfladen oder sonstigen Leckerbissen belohnt wurden. Aus den Erzählungen meine Eltern ist mir in Erinnerung:

    „Wir ratschen, wir ratschen den Englischen Gruß, den jeder katholische Christ beten muss“.

    Der Karfreitag ist nach der christlichen Fastenordnung ein strenger Fast- und Abstinenztag. An diesem Tag wird auf Fleisch verzichtet. Das traditionelle Essen am Fretag ist Fisch. Am Karfreitag gedenken wir des Todes von Jesus Christus. Der Tag wird als „stiller Feiertag“  bezeichnet, an dem keine laute Musik, Tanzveranstaltungen oder sonstige Belustigungen erlaubt sind. Der Karfreitag ist kein Feiertag in Österreich und  einigen anderen Ländern.

    Der Karsamstag ist kein gesetzlicher Feiertag, wird jedoch als Tag der Grabesruhe ebenso weitestgehend ruhig verbracht.

    weitestgehend ruhig verbracht.

    Das Osterfeuer – Sieg des Lichts über den Tod.- Christus als „Licht der Welt“. –

    In der Nach von Karsamstag auf Ostersonntag wird vielerorts auf dem Kirchenvorplatz das Osterfeuer entzündet und die Osterkerze geweiht. Nach dem Erlöschen des Feuers wird die Kerze zum Auferstehungsgottesdient in die Kirche getragen.

    Ostern ist für uns Christen das Fest des Lichts, symbolisch als Sieg des Lichts über den Tod.

    In der Osterzeit bis Pfingsten wird die Kerze zu allen Gottesdiensten entzündet.

    Aber auch während des Jahres wird die Kerze zu Taufen und Trauerfeiern  als Symbol des Lichtes benutzt. Wie wir alle wissen, stehen die Zeichen

    Α (Alpha) und Ω (Omega) sowohl für Anfang als auch für Ende.

    Der Ostersonntag wird als Feier- und Freudentag gefeiert. Die Fastenzeit ist zu Ende und in vielen Familien wird richtig festlich „aufgetischt“. Zuerst gehört die Zeit jedoch den Kindern. „Auf geht’s zum Ostereier suchen“! Unter Büschen und Sträuchern im Garten – sofern vorhanden – oder in der Wohnung wird unter Bett und Couch nach dem Osternest gesucht. Der kalorienreiche Tag beginnt schon bei einem reichhaltigeren Frühstück als an normalen Sonntagen. Wer den Auferstehungsgottesdient besucht hat, kann zum Morgenkaffee die beim Ostergottesdient geweihten Schinken, Eier, Hefefladen, Brot und Salz genießen. Geübte Bäcker erfreuen ihre Liebsten aber auch mit einem selbstgebackenen Osterlämmchen aus Biskuitteig.

    Ich erinnere mich, dass ich als Kind zusammen mit anderen Kindern am Ostermontag einen Emmausgang zur nahegelegenen „Lourdesgrotte“ am Kirchberg unternommen habe. Ich erinnere mich auch, dass meine Eltern vom Emmausgang erzählten. Wo der wohl hin ging? Auf den Turmberg? Wer von Euch weiß, wohin die Malschinger gepilgert sind?

    Ob Goethe wohl an den Emmausgang dachte, als er das Gedicht „Osterspaziergang – Vom Eise befreit sind Strom und Bäche…“ in sein meistbekanntes Werk  „Faust“ einfügte?

    Warum gibt es zu Ostern Eier und Hasen? Das Ei steht symbolisch für neues Leben, das aus einer harten Schale schlüpft. Der Osterhase gilt als Frühlingsbote und steht ebenfalls für Fruchtbarkeit und Leben.

    Eine alte Bauernweisheit behauptet:

    „Ist es am Gründonnerstag weiß, wird der Sommer heiß“.

    oder

    Weihnachten im Klee, Ostern im Schnee.

    Wo immer wir auch die Ostereier suchen, ob im Schnee oder in der Blumenwiese …

    … wünsche ich uns allen, den Pfarrangehörigen und Freunden von Malsching ein fröhliches, friedliches  und gesegnetes Osterfest.

    Eure Gerdy Hecker-Pischulti

  • alterGlaube und neueHeimat – 03/2026

    alterGlaube und neueHeimat – 03/2026

    Liebe Mitglieder und Freunde der Pfarrei Malsching

    Die närrische Zeit, Fasching, Karneval, Fasnacht oder wie immer sie in den verschiedenen Regionen genannt wird, ist seit zwei Wochen vorbei und wir finden uns schon in der Fastenzeit.

    Jesus und wir – was unterscheidet uns in der Fastenzeit?

    Fastenzeit – der eine oder andere von uns ist in permanenter „Fastenzeit“ um die in der Weihnachtszeit sich auf den Hüften und am Bauch festgesetzten Vanillekipferl oder Christstollen wieder los zu werden. Unsere Gedanken gelten der eingemotteten Sommergarderobe ob diese noch passt. Erst in sechs Wochen wird die Waage uns den Erfolg zeigen. Inzwischen werden wir oft von vielen kleinen Teufeln geplagt, die uns den einen oder anderen Genuss schmackhaft machen wollen. Nur die wenigsten können der Versuchung  widerstehen.

    Machen wir uns aber auch einen Gedanken, was die Fastenzeit wirklich bedeutet?

    Für viele der Religion abgewandten Menschen ist die biblische Bedeutung unbekannt.

     Auch Jesus hat nach seiner Taufe vierzig Tage in der Wüste mit Fasten verbracht. Sein „fasten“ bezog sich weniger auf die leiblichen Genüsse sondern eher auf die innere Einkehr und Rücksprache mit Gott. Auch Jesus wurde vom Teufel heimgesucht, der ihm alle Reichtümer der Welt versprach, wenn er ihn statt Gott anbete. Jesus hat den Versuchungen widerstanden.

    Für die frühen Christen gab es sehr viele verbotene Speisen, auf die man verzichten musste,

    jedoch war es nicht so streng wie bei Jesus, der 40 Tage weder gegessen noch getrunken hat.

    Heute geht es mehr um den bewussten Verzicht auf Gewohnheiten anstatt um strenge Verbote. All diese Verzichts-Vorgaben sind für uns Christen kein MUSS  sondern ein SOLL.

    Trotzdem schadet es keinem von uns für einen bestimmten Zeitraum auf das Schnitzel, Schweinebraten, Tortenstücke oder sonstiges Liebgewordenes zu verzichten. Das Fasten muss sich nicht unbedingt auf Essen und Trinken beziehen. Unseren Kindern oder Enkeln fällt der Verzicht auf Handy und Social Media Konsum schon schwerer.

    Das Fasten in anderen Religionen

    Zeitgleich mit der christlichen Fastenzeit hat für Muslime am 18. Februar deren Fastenzeit Ramadan begonnen, die 30 Tage bis zum 20. März dauert. Deren Verzichtsvorgaben sind für gläubige Muslime um ein Vielfaches umfangreicher und strenger und eine absolute MUSS-Vorschrift.

    Die Juden feiern vom 1. bis 9. April das Pessach Fest, das ebenfalls mit vielen strengen Fasten- und Verzichtsvorschriften behaftet ist. Pessach ist jedoch eher mit dem christlichen Ostern als Freudenfest vergleichbar. Die Juden feiern die Beendigung aus der Sklaverei und den Auszug aus Ägypten, wogegen wir Christen die Auferstehung Jesu feiern.

    Dies waren meine ganz persönlichen Gedanken zur Fastenzeit und sollen nicht als „Wort zum Sonntag“ gesehen werden.

    Sudetendeutscher Tag 2026 in Brünn (Brno)

    Der 76. Sudetendeutsche Tag findet vom 22. bis 25. Mai 2026 (Pfingsten) erstmals in der Tschechischen Republik, in Brünn (Brno), statt. Unter dem Motto „Alles Leben ist Begegnung – Život je setkávání“.

    Begegnung – ja das würden wir alle uns wünschen. Leider ist es jedoch Tatsache, dass einer Begegnung auch Grenzen gesetzt sind. Für uns Mitglieder und Leser von Glaube und Heimat sind diese Grenzen hauptsächlich durch die Finanzlage gesetzt. Zum anderen wird eine Begegnung bzw. Verständigung mit den tschechischen Besuchern durch mangelnde Sprachkenntnisse erschwert. Es müsste zudem ein Dolmetscher anwesend sein. Aus diesen Gründen wird es in diesem Jahr erstmals keinen Stand von Glaube und Heimat beim Sudetendeutschen Tag geben. Leider!

    und allen Lesern des neuenHeimat-Blattes

    herzliche Grüße

    Gerdy Hecker-Pischulti

  • alterGlaube und neueHeimat – 02/2026

    alterGlaube und neueHeimat – 02/2026

    Liebe Mitglieder und Freunde der Pfarrei Malsching

    Drei Tage kommt er – Drei Tage bleibt er – Drei Tage geht er

    Bei diesem „Gast“ freuen wir uns nicht, wenn er seinen Besuch ankündigt. Um so mehr freuen wir uns, wenn er dann endlich wieder weg ist.

    Ich hoffe, dass Ihr von der überall herrschenden Erkältungswelle verschont geblieben seid, bzw. wünsche ich allen, die mit Schnupfen, Husten, Heiserkeit kämpfen eine baldige Genesung. Wenn schon die viel gepriesenen Medikamente nur der Gesundheit der Pharmaindustrie dienen, hilft vielleicht bei der Gesundung der Blasius-Segen, der auch heute noch vielerorts am 3. Februar gespendet wird.

    Der Hl. Blasius (*316) war Bischof in Sebaste/Klein-Armenien. Zahlreiche Legenden erzählen von seinen Heilungen. Die bekannteste darunter ist, dass er während seiner Gefangenschaft in einem römischen Gefängnis einem jungen Mann, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte, das Leben rettete. Deshalb wird er gegen Halsleiden angerufen.

    Am Tag vorher, dem 2. Februar, feiern wir Mariä Lichtmess. Früher war es nicht so leicht, einfach mal den Arbeitsplatz zu wechseln, wenn man sich schlecht behandelt fühlte, oder auch, wenn der Arbeitgeber nicht mit dem Dienstboten zufrieden gewesen sein sollte. Mariä Lichtmess war traditionell der Tag, an dem die Dienstboten, den Arbeitsplatz wechselten oder für ein neues Arbeitsjahr übernommen wurden. In jedem Fall, wurde ihnen das Geld für die geleistete Arbeit ausbezahlt. Wenn der Knecht oder die Magd für ein weiteres Jahr übernommen wurden, erhielten sie im allgemeinen zusätzlich zum Arbeitslohn neue Arbeitskleidung und -schuhe.

    Über das schon merklich längere Tageslicht sagt ein altes Sprichwort:

    „Zu Weihnachten ein Mückenschritt, zu Neujahr ein Hahnentritt,
    zu Heilig Drei König ein Hirschensprung und zu Mariä Lichtmess eine ganze Stund.“

    Aber welche Bedeutung hat Mariä Lichtmess in der katholischen Kirche?Lichtmess eines der ältesten Feste der christlichen Kirche, wurde um das Jahr 650 als Feiertag eingeführt und gedenkt der Darbringung Jesu im Tempel durch Maria und Josef gemäß jüdischem Gesetz, wo Simeon Jesus als “Licht der Völker” erkannte.

    Seit dem 11. Jahrhundert kam der Brauch der Kerzensegnung und der Lichterprozessionen auf. An Lichtmess wurden dann auch die für das nächste Jahr benötigten Kerzen der Kirchen und der Familien gesegnet

    Ich erinnere mich daran, dass diese gesegneten Kerzenstöcke bei Gewitter angezündet wurden. Die ganze Hausgemeinschaft saß am Tisch und  betete darum, dass das Gewitter, Haus, Hof und Feld verschonen möge.

    Ein trügerisches Märchen

    Nicht nur die Erkältung hat viele von uns erwischt; auch die geopolitische Kälte hat uns in den letzten Wochen sehr zu schaffen gemacht. Manchmal könnte man an die Geschichte von Rumpelstilzchen erinnert werden: „heute back‘ ich, morgen brau‘ ich, übermorgen hol‘ ich der Königin ihr Kind“ oder mit neuem Text

     „heute fordere ich, morgen verzicht ich, übermorgen hol ich mir vielleicht doch noch das Inselchen oder vielleicht ein Land“. Nur ist der Tanz am Rande des Vulkans gefährlicher als der um ein Lagerfeuer. Hoffen wir, dass alle Beteiligten doch noch zur Vernunft kommen.

    Freuen wir uns also darauf, dass es in den nächsten Wochen von Tag zu Tag heller wird und vielleicht schon die ersten Schneeglöckchen oder Primeln unter dem Schnee hervorlugen.

    Mit den herzlichsten Grüßen
    Gerdy Hecker-Pischulti

  • alterGlaube und neueHeimat – 01/2026

    alterGlaube und neueHeimat – 01/2026

    Liebe Mitglieder und Freunde der Pfarrei Malsching

    Hurra! Hurra! Das neue Jahr ist da!

    Dieses erste neueHeimat-Blatt des Jahres 2026
    möchte ich mit den allerbesten Wünschen für Euch und alle Eure Lieben beginnen.

    Und wie jedes Jahr fragen wir uns, was das Neue bringen mag. Ja, ein neues Jahr – 2026.

    Auch vor 80 Jahren – 1946 – haben unsere Eltern und Großeltern, und wohl auch einige von unseren älteren Landsleuten sich gefragt, was das neue Jahr bringen mag.

    In jenem Jahr begann in großem Stil die Umsetzung der auf der Potsdamer Konferenz endgültig beschlossenen Vertreibung der Deutschen aus der Heimat. Von Manchen etwas beschönigend als „Transfer“ oder „Odsun“ bezeichnet.

    Wie schwer mag es gefallen sein, Hab und Gut, das Vieh im Stall oder gar Maunzi, die Hauskatze zurückzulassen und mit einer schnell gezimmerten Kiste oder ein paar „Binckeln“ die Reise ins Unbekannte anzutreten.

    Meine Eltern hatten dabei noch Glück, denn mein Vater konnte noch ein bisschen Werkzeug zu meinen erlaubten 50 kg Ausreisegepäck einpacken. In meinem Alter von vier Monaten besaß ich außer ein paar Windeln, einer Stoffpuppe und meinem Kinderwagen nichts.  Der allerdings wurde im Lager Kaplitz als nicht zur Ausfuhr zugelassenes Gut konfisziert. Selbst dieses spärliche Reisegepäck war vor Plünderungen nicht sicher.

    Endlich nach einer Woche im Lager in Furth im Wald angekommen, ging’s erst einmal in Wolken von DDT Pulver zum Entlausen.

    Schließlich, nach einer weiteren Woche im Lager Mainburg kamen wir, d.h. meine Eltern, meine beiden schon erwachsenen Schwestern, Großmutter und ich, bei einem sehr guten Bauern in Grafendorf in der Hallertau an, wo wir alle in der „guten Stube“ untergebracht wurden. Alle anderen Räume waren schon mit Flüchtlingen aus Schlesien belegt. Für die nächsten Jahre fanden wir also in der Hallertau unsere vorläufige und danach in Germering unsere endgültige neueHeimat.

    Für das Ausleben der Wehmut hatten die Menschen damals keine Zeit. Oftmals waren die Männer im Krieg gefallen, vermisst oder noch in Gefangenschaft, so dass viele Frauen mit oft fünf oder mehr Kindern auf sich alleine gestellt waren.

    Es hieß also „Ärmel aufkrempeln und anpacken“ . Bürgergeld, Hartz IV oder Grundsicherung waren Worte, die damals noch nicht erfunden waren. Und Sozialfürsorge? Gott bewahr! Diese Schande wollte man sich nicht antun. Aber gerade durch diese Zähigkeit, die den Böhmerwäldlern nachgesagt wird, sind wird endgültig auch bei den Einheimischen  „angekommen“ und jeder hat in relativ kurzer Zeit eine wirkliche neueHeimat gefunden.

    Bei all diesen Überlegungen erinnerte ich mich an ein  Gedicht von Theodor Fontane mit dem unser Lehrer uns quälte. Zwei Strophen daraus scheinen mir zum heutigen Thema „neues Jahr“ und „Zukunft“ sehr passend und ich möchte sie hier wiedergeben.

    Gerade die zweite Strophe möchte ich allen Malschingern, den Malsching-Freunden und allen Lesern der homepage von glaubeundheimat.de ans Herz legen. Denkt daran, in weniger als acht Monaten, vom 21. bis 23. August möchten wir beim Pfarrtreffen in Malsching wieder die Gläser klingen lassen und alte Freunde an der Hand fassen.

    Ich bin gerade dabei, für den Samstagsausflug ein paar interessante Punkte zu sammeln. In einem der nächsten neueHeimat-Blätter werde ich wohl schon Näheres darüber berichten können. Wir freuen uns, wenn auch Nicht-Malschinger zu unserem Treffen kommen. Es ist immer sehr kurzweilig und es wurden sogar schon verwandtschaftliche Verbindungen entdeckt, die bisher unbekannt waren.

    Bankverbindung für Spenden

    Bei der Einrichtung der neuen Homepage von Glaube und Heimat haben wir bedauerlicher-weise etwas Wichtiges vergessen: Es gibt nirgendwo ein Anmeldeformular als Neumitglied zum Verein Glaube und Heimat eV noch einen Hinweis auf die Kontoverbindung.

    Erst als die Spender ihre vorgesehenen Weihnachtsspenden nicht überweisen konnten, wurden wir darauf aufmerksam gemacht. Sowohl die Kontonummer der Raiffeisenbank Altmühl-Jura eG (GENODEF1GDG) DE96 7606 9462 0002 5260 00 als auch ein Anmelde-formular stehen jetzt in der Homepage.

    Wir würden uns sehr freuen, wenn die Leser der Homepage glaubeundheimat.de, die sich noch nicht als Mitglied registriert haben, anmelden.

    Selbstverständlich dürft Ihr aber auch jetzt noch Eure Spende überweisen. All Jene, die durch Eure Spende das Jahr über bedacht werden, danken Euch dafür. (Siehe auch Brief von Bruder Bernhard.)

    Mit den besten Glückwünschen für ein gesundes, freudvolles und friedvolles Jahr an die Geburtstagskinder, ebenso wie an alle Leser dieses Berichtes, beende ich das erste neueHeimat-Blatt des Jahres 2026.

    Mit herzlichen Grüßen

    Gerdy Hecker-Pischulti

  • alterGlaube und neueHeimat – 12/2025

    alterGlaube und neueHeimat – 12/2025

    Liebe Mitglieder und Freunde der Pfarrei Malsching!

    Macht hoch die Tür, das Tor macht weit

    Wer kennt nicht dieses schöne alte Adventslied!? Aber wie und wo können wir uns mit diesem und anderen der alten Lieder auf Weihnachten vorbereiten?

    Im Radio werden wir mehrmals täglich mit Jingle Bells, Rudy the red nosed reindeer und driving home for Christmas „bedudelt“. Jedes Lied für sich ist ja recht schön, aber wo bleiben unsere guten alten deutschen Advents- und Weihnachtslieder? Ich habe dem Bayrischen Rundfunk schon angeboten, meine CDs zur Verfügung zu stellen, falls sie selbst keine Aufnahmen von heimischen Advents- und Weihnachtsliedern mehr haben. Ich habe keine Antwort bekommen. Wahrscheinlich haben sie mich als „alte Spinnerin“ ad acta gelegt.

    Aus eigener Erfahrung kann ich Euch sagen: Fliegt im Dezember nach Singapore! Unter duftenden Jacaranda-Bäumen  bei 40° Hitze, 90 % Luftfeuchtigkeit, knapp 140 km bis zum  Äquator und umgeben von pinkfarbenen Plastik-Tannenbäumen freut man sich ungemein, wenn man ‚leise rieselt der Schnee‘ und andere bekannte Weihnachtslieder hört.

    In diesem Jahr beginnt der Advent schon sehr früh. Der 1. Adventsonntag fiel auf den 30. November. Für viele ist die Bedeutung des Advent stark in Vergessenheit geraten oder verdrängt worden. Mit dem „Macht hoch die Tür“ sollten wir nicht nur das tägliche Öffnen eines Türchens des Adventskalenders verbinden. Allenfalls an den Sonntagen, wenn am Adventskranz eine Kerze nach der anderen entzündet wird, erinnern wir uns an Weihnachten und seine Bedeutung für uns Christen:

    Macht hoch die Tür, das Tor macht weit – es kommt der Herr der Herrlichkeit!

    Nutzen wir also die Adventszeit, um uns auf die Weihnachtszeit vorzubereiten und vielleicht auch um ein bisschen auf die Adventszeit der vergangenen Jahre zurück zu blicken. Was ich bei meinem Rückblick gefunden habe, erfahrt Ihr ganz am Ende dieses neueHeimat-Blattes.

    Im neueHeimat-Blatt 11/2025 vom November hatte ich über den Dokumentenfund im Turm der Pfarrkirche in Malsching berichtet. Darunter gab es auch viele Notenblätter mit den unterschiedlichsten kirchlichen Musikstücken. Passend zur Weihnachtszeit fand ich zwei Weihnachtslieder komponiert von Franz Reisinger (1838-1905) und fein säuberlich handschriftlich kopiert von den Herren Gustav Weyszer und Rudolf Zwittlinger. Herr Wyszer war in den 20-er bis Anfang der 30-er Jahre Oberlehrer in Malsching. Rudolf Zwittlinger besaß die Tischlerei, gleich am Ortsanfang, da wo heute das Ortsschild steht. Rudolf Zwittlinger war gleichzeitig Organist und Mesner (Mesner Rudl) und nach der Vertreibung auch für Glaube und Heimat einige Jahre Berichterstatter von Malsching.

    Abschrift von Gustav Weyszer
    Abschrift vom 14.12.1931 von Rudolf Zwittlinger

    Man stelle sich die mühsame Arbeit des Nachmalens der Noten vor. Das erste Kopiergerät in der Art wie wir sie heute kennen,  wurde erst 1938 erfunden und allgemein nutzbare Kopier-geräte die diese Arbeit erleichtert hätten, kamen erst 1949 auf den Markt.

    Mit diesem Bild der drei Glocken aus der Pfarrkirche in Malsching beende ich das heutige und gleichzeitig letzte neueHeimat-Blatt dieses Jahres. Wie schade, dass das Geläut dieser Glocken wahrscheinlich nicht zur Christmette in Malsching erschallen wird.

    Allen Lesern, Mitgliedern und Freunden der Pfarrgemeinde Malsching und allen Euren Angehörigen wünschen wir ein frohes, gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes und gesundes Jahr 2026.

    Eure Gerdy und Erich Hecker


    Erinnerungen an St. Nikolaus

    Wer hat als Kind nicht gezittert als es hieß: „Morgen Kinder wird’s was geben, morgen kommt der Nikolaus“. Wird er zusammen mit Krampus poltern und die Rute schwingen oder wird er hoffentlich aus dem Goldenen Buch vorlesen und dann aus dem großen Sack Süßigkeiten hervorzaubern? Das sind Erinnerungen an St. Nikolaus die schon seit Jahrzehnten zurückliegen

    Ich habe aber auch eine andere, sehr schöne, Erinnerung an St. Nikolaus, die erst 10 Jahre zurückliegt.

    Dieses besonders frohe Ereignis vom 6. Dezember, dem 2. Adventssonntag des Jahres 2015 hat zwar nicht den Eingang in die internationale Presse gefunden, ihm wurde aber in der Monatsschrift Glaube und Heimat im Januar Heft von 2016 auf mehreren Seiten gewürdigt und sogar im world wide web konnte man bei youtube die Zeremonie miterleben.

    Am 6. Dezember 2015 wurde
    Siegfried Weber zum Ehrenkanoniker
    der Kathedrale St. Nikolaus in  Budweis ernannt.

    Hochwürdigster Herr Kanonikus – lieber Siggi
    Die gesamte Malschinger Pfarrgemeinde und alle, die Dich kennen
    gratulieren Dir ganz herzlich zum 10-jährigen Jubiläum
    dieser hohen Ehre und Auszeichnung.


    Unterschiedliche Artikel aus dem Archiv:

    Abschrift des Artikel von Alois Ehrl

    Vorsitzender von Glaube and Heimat Militärdekan Siegfried Weber

    Ehrenkanoniker In Budweis

    Am 2. Adventsonntag, 06.12.15 und zugleich Fest des Diözesanpatrons des HI. Nikolaus hat Bischof Vlastimil Krocil bei einer feierlichen Kapitelvesper in der Kathedrale von Budweis vier neue Kanoniker installiert, zwei residierende und zwei nichtresidierende (Ehrenkanoniker). Unter ihnen befand sich Militärdekan Siegfried Weber, der erste Vorsitzende des Vereins Glaube und Heimat, aus Ulm.

    Es war eine eindrucksvolle Feier. Domorganist and Domschola gestalteten sie musikalisch sehr ansprechend. Die Kathedrale war wider Erwarten voll besetzt. Nach der Ansprache des Bischofs und der Vorstellung der neu ernannten Kanoniker sprachen diese zuerst das Glaubensbekenntnis und legten dann den Kapitelseid ab. Anschließend begleitete der Bischof sie mit der Mozetta, hängte ihnen das Kapitelskreuz um, steckte ihnen den Kapitelsring an and überreichte ihnen das Birett.

    Wie schon der Vorgänger im Vorsitz von Glauber and Heimat. Pfarrer Franz Irsigler, erhielt Militardekan Siegfried Weber diese Auszeichnung in Anerkennung seiner Arbeit and seiner guten Kontakte zu der Bistumsleitung and der vielen von Glaube und Heimat unterstützen kirchlichen Projekte im Bistum Budweis. Mit ihm können sich der Vorstand und alle mitfreuen, die unsere Böhmerwaldzeitschrift fördern durch ihr Abonnement oder durch ihre Spenden. Die Ernennung des ersten Vorsitzenden zum Ehrenkanoniker ist nicht zuletzt auch ein Ausdruck einer gut funktionierenden Zusammenarbeit zwischen Glaube and Heimat und dem Bistum Budweis. Ausdrücklich betonte der Bischof, dass dieses  Kanonikat eine Brücke sein soll zwischen den früheren deutschen Katholiken and den heutigen tschechischen Katholiken im Bistum Budweis and beitragen soll zu einer noch besseren Absprache und Koordinierung bei gemeinsamen kirchlichen Projekten. Zu der feierlichen Kapitelsvesper waren nicht nur Familienangehörige von Siegfried Weber gekommen, sondern auch eine ganze Reihe von Malschingern, angeführt von der Heimatbetreuerin Gertrud Hecker. Malsching bei Hohenfurth ist die Pfarrei im Böhmerwald, aus der schon Pfr. Franz Irsigler stammte and auch mütterlicherseits die Familia des neuen Ehrenkanonikers. Vom Vorstand von Glaube und Heimat. waren Geschäftsführer Erich Schaufler, der Militärdekan Siegfried Weber für das Ehrenkanonikat maßgeblich mit vorschlug, und der zweite Vorsitzende Domkapitular Alois Ehrl gekommen. Prominente Gäste waren u. a. der frühere Außenminister Fürst Karl Schwarzenberg, Militärdekan Alfons Hutter in Vertretung des Militärgeneralvikars und P. Jstin, der Prior des Zisterzienserstiftes Hohenfurth. Der Pontifikalvesper schloss sich ein Empfang in einem nahe gelegenen Hotel an, zu dem der Bischof und das Kapitel des Bistums Budweis einluden.

    Nach der offiziellen Feier trafen sich der mitgereisten Böhmerwäldler noch in einer geselliger Runde, gratulierten herzlich dem neuen Ehrenkanoniker und stießen mit dem berühmten Budweiser Bier auf seine ehrenvolle Aufgabe an. Sie vergaßen auch nicht in ihrer freudigen Stimmung das Lied „Tief drin im Böhmerwald“ anzustimmen. Siegfried Weber – die Freude war im anzusehen – bedankte sich zum Schluss herzlich, dass so viele seiner Einladung gefolgt sind und mit zugegen waren bei der feierlichen Zeremonie seiner Installation zum Ehrenkanoniker.

    Abschrift des Artikels von Gertrud Hecker

    Es war wie ein kleines Pfarrtreffen, als Verwandte,
    Priesterkollegen, persönliche Freunde und fast zwei
    Dutzend Malschinger sich in Budweis einfanden, um
    gemeinsam am 6. Dezember an der offiziellen Installation
    von Militärdekan Siegfried Weber als Ehrenkanoniker
    der Diözese Budweis teil zu nehmen. Und
    selbstverständlich waren als offizielle Vertreter von
    Glaube und Heimat der 2. Vor-sitzende, Domkapitular
    Alois Ehrl und der Geschäftsführer Herr Erich
    Schaufler anwesend,
    Gut sichtbar für alle Besucher der Feierlichkeit stand
    an den Stufen zum Altarraum die Pfarrfahne von
    Malsching.
    Nach dem feierlichen Einzug des Hochwürdigsten
    Bischof Vlastimil Krocil, dem gesamten Domkapitel,
    den anwesenden Geistlichen, Pior Justin und
    Mitbrüdern aus dem Kloster Hohenfurth und den neu
    ernannten Kanonikern wurden diese einzeln vorgestellt.
    Diese Vorstellung als auch die anschließende
    Predigt von Bischof Krocil haben wir leider nicht
    verstanden. Die Liturgie wurde in tschechischer
    Sprache gehalten. Die deutsche Übersetzung der
    Ansprache können wir jetzt vorne in diesem Heft von
    Glaube und Heimat lesen.
    Trotzdem war die von Bischof Krocil vorgenommene
    Zeremonie der Übergabe der Insignien der neuen
    Würde, dem Birett, der Mozetta und dem Käpitelkreuz
    am Band, auch für uns alle sehr ergreifend.
    Wer von Euch einen Internetzugang hat, kann die
    Zeremonie unter folgender Adresse verfolgen.
    Alps: www.youtube.com/watch?v=vaM50lj-aUE live
    Unter den zahlreichen Besuchern im Dom des Heiligen
    Nikolaus zu Budweis waren bedeutende Persönlichkeiten
    anwesend:
    Karel Schwarzenberg, ehemaliger Außenminister der
    Tschechischen Republik und amtierendes Oberhaupt
    des historischen Fürstenhauses Schwarzenberg,
    ehemals Herren von Krummau, sowie Bernd Posselt,
    Bundesvorsitzander der Sudetendeutschen Landsmannschaft.
    Sicherlich waren noch weitere tschechische oder auch
    deutsche Honoratioren anwesend, die mir jedoch
    nicht bekannt waren.

    Kanonikus Weber im Gespärch mit Fürst Karel Schwarzenberg
    Kanonikus Weber mit Bernd Posselt.

    Im Anschluss an die kirchliche Feier, fand für die geladenen Gäste im Hotel Maly Pivovar ein Empfang statt, bei dem die Gäste zwanglos miteinander plaudern konnten.

    Danach trag sich der engere Kreis um den neuen Ehrenkanonikus um den unvergesslichen Tag in froher Runde und mit dem Böhmerwaldlied ausklingen zu lassen.

    Abschrift des Artikel von Vlastimil Krocil

    Vorsitzender von Glaube und Heimat Militärdekan Siegfried Weber Ehrenkanoniker in Budweis

    Ansprache von seiner Excellenz Vlastimil Krocil anlässlich der feierlichen Liturgie der Vesper mit der Installation der neu ernannten Kanoniker in der Kathedrale von St. Nikolaus in Budweis am 6. Dezember 2015

    Liebe und verehrte Gäste, Kapitelpropst, Mitbrüder Kanoniker, Priester und Diakone, Seminaristen, Ordensfrauen, Brüder und Schwestern in Jesus Christus, unserem Herrn!

    Ich begrüße auch Sie, liebe Gäste, liebe Brüder und Schwestern aus Deutschland, die mit dem von mir ernannten Ehrenkanonikus des Kathedralkapitels Pater Siegfried Weber gekommen sind.

    Ich freue mich sehr, dass ich Sie hier – in unserem Dom von St. Nikolaus in Ceske Budejovice bei der heutigen feierlichen Liturgie der Vesper begrüßen darf. Wir sind hier um gemeinsam zu beten und dem
    lieben Gott für diesen Tag zu danken, um die Vergebung unserer Sünden zu bitten, uns auf unsere Erlösung zu besinnen und unsere Hoffnung auf unseren Herrn zu richten — auf das Licht, das niemals
    untergeht.

    Vesper, oder wie es auch genannt wird, das Abendgebet, gehört zu den wichtigen Momenten im Leben der Kirche. Es ist eine gute Tradition, wenn sich die Ortskirche — das Kathedralkapitel mit den Priestern, Diakonen und anderen Gläubigen am Fest des heiligen Nikolaus zusammentrifft.

    Heuer fiel der 6. Dezember auf den zweiten Adventssonntag und – den liturgischen Regeln gemäß — wird das Fest des heiligen Nikolaus auf morgen übersetzt. In den nächsten Tagen werde ich außerhalb der
    Diözese sein und werde bei den morgigen Feierlichkeiten durch den Weihbischof und Propst des Kapitels, Msgr. Paul Posad, vertreten. Ich habe keine Zweifel, dass er mich bei der Feier der Eucharistie qut vertritt
    und dass seine Worte eine Ermutigung für alle werden.

    Mein persönlicher Wunsch war jedoch, zusammen mit Ihnen wenigstens durch das Gebet der Vesper den Schutzpatron der Kathedrale und der ganzen Diözese St. Nikolaus zu ehren – und das schon am Vorabend des Festes. Nächster Grund, warum ich die feierliche Vesper schon an diesem Nachmittag wollte, ist die Installation der neuen Kanoniker, die ich heuer im September ernannt habe. Die Zahlergänzung der Kanoniker und ihre feierliche Installation ist keine Laune, Relikt oder verblichener Ruhm. Das ist einer von vielen Momenten im Leben der Ortskirche und er erinnert uns daran, dass auch unsere örtliche Kirche seine eigene lebendige Tradition hat. Es ist eine Tradition, die seit 230 Jahre andauert und der wir mit Stolz dazugehören können! Wie viele in der Vergangenheit herausragende Persönlichkeiten unter den Mitgliedern der lokalen Domkapitel waren – Namen wie Jan Cais, Vojtech Mokry, Josef Leeb, Josef Novak und viele andere sind der Beweis, dass es ein Fundament ist auf welchem wir weiterbauen können. Ich wünsche mir, dass auch die aktuellen Mitglieder des Kapitels und auch die neu ernannten, einen ähnlichen Weg wie ihre Vorgänger gehen, und dass sie immer eine Unterstützung ihres Bischofs sind.

    Es ist eine neue Herausforderung, es ist eine neue Verpflichtung! Daran erinnert uns der Apostel Petrus: “Weidet die Herde Gottes, wie Gott will; nicht als erbliche Herren in ihr Schicksal, sondern als ein Vorbild
    seiner Herde.”

    Um dies zu tun, wollen wir alle die notwendige Kraft und die Gnade des Herrn erbitten! Möge der HI. Nikolaus, der Schutzpatron unseres Domkapitels, ein starker Fürsprecher bleiben! Möge unsere gesamte
    Diözese unter seinem mächtigen Schutz bleiben und durch seine Fürsprache weiterblühen!
    Nun bitte ich die neu ernannten Mitglieder des Kapitels, das Glaubensbekenntnis und den Eid der Treue abzulegen.