Kategorie: Aktuell

  • Fortsetzung von Sybillas Weg

    Besonders gerne half Sybilla der Mutter beim Brot backen…

    Die Erinnerung daran ließ Sybilla aus ihrem Dahindämmern erwachen und Sie meinte, einen frischen Brotgeruch zu spüren. Sie spürte nagenden Hunger und Durst, den sie aber nur mit einer Handvoll Schnee stillen konnte. Sie sah sich zuhause an dem großen Tisch in der Küche sitzen vor dem gemauerten Ofen, auf dem in großen Töpfen und Pfannen das Abendessen zubereitet wurde. „Oi je, wann i grod a wos zum ejssen häd. I houn jo so an Hunger und Durst. Oft gang ma’s grod bejssa und i gang leichter hoam“, dachte Sybilla.

    Im Sommer gab es besonders viel Arbeit, denn zusätzlich zur Haus- und Stallarbeit war noch die Arbeit auf den Feldern zu bewerkstelligen. Auf dem langen schmalen Feld, das direkt am Berghang lag, wurden im jährlichen Wechsel Kartoffel und Korn angebaut und im großen Feld, gleich hinter dem Haus wurden Rüben gepflanzt und Gerste. Diese hat Vater an einen Händler in Friedberg verkauft, der sie weiterlieferte an die große, schon fast fünfhundert Jahre alte Brauerei in Budweis. Von dort kam das gute Bier, von dem am Samstag Sybilla für den Vater im Gasthaus immer einen großen Krug voll holte. Und die Kinder durften dann auch einen Schluck davon trinken.

    Abends, wenn es dunkel wurde, hat Mutter den Kienspan angezündet und in den Eisenring gesteckt, der an der Wand neben dem Herrgottswinkel angebracht war. Dann gab es das Abendmahl.

    Die Mutter hat auf dem oberen Feld Flachs angebaut, gesponnen und daraus feines Leinen gewebt, aus dem sie für die Mädchen Kleider und Schürzen genäht hat und Hemden für die Buben.  

    Schon seit Sybilla ein junges Mädchen war, ist für sie im Winter das Federnschleißen die lustigste Beschäftigung. Die Frauen und die jungen Mädchen treffen sich immer abwechselnd bei den einzelnen Bauern, singen mit Vorliebe das Lied von der Wuida auf die die Sonne so guida scheint, lachen dabei und die jungen Mädchen überlegen schon, welcher Bursche zu Ostern ein schön geritztes Scheckl bekommt. Vielleicht findet sich dann auch der passende Heiratskandidat.

    Die festen Federkiele werden dem Pfarrer und den Zisterzienserbrüdern im Kloster verkauft, damit sie daraus Schreibfedern machen können.  Vater hat gesagt, dass es im Kloster einen großen Saal gibt, der voll ist mit schönen handgeschriebenen Büchern und auch solchen, die schon auf einer Maschine gedruckt wurden.  Es sind schon so viele, dass bald eine neue Bibliothek gebaut werden muss.

    Wir haben nur die Bibel, aus der Vater uns am Abend vor dem Schlafengehen vorlas.

    Für Vater haben wir auch ein paar Federkiele aufgehoben. Er war sehr klug und konnte lesen und schreiben und sogar rechnen. Das musste er als Zimmerer können. Das hat er beim Pfarrer gelernt, denn eine Schule gab es zu seiner Kinderzeit noch nicht.

    Diese wurde erst sieben Jahre nach Sybillas Geburt, oben im Pfarrdorf, neben der Kirche gebaut. Vater schickte die Kinder aber nicht hin, einmal weil der Weg so weit ist und vor allem, weil sie immer mit irgend einer Arbeit beschäftigt waren und keine Zeit hatten. Für die Mädchen ist es  sowieso nicht notwendig, meinte er, weil sie heiraten und sie dann das Gelernte nicht mehr brauchen. Vater hat den Kindern aber trotzdem das Buchstabieren beigebracht, damit sie in der Bibel lesen können und er hat ihnen gezeigt, wie sie ihren Namen zu schreiben haben. Auch ein bisschen Rechnen hat er ihnen beigebracht, damit die Händler, die immer in das Dorf kamen, oder die durchziehenden Hausierer sie nicht betrügen können.

    Nur Hannes, der einmal den Hof erben sollte, durfte im Winter, wenn nicht so viel Arbeit war, die Schule besuchen.

    Vater hat viel gewusst und konnte viel erzählen. In seiner Jugend, als er auf der Walz war, kam er weit im Land herum, sogar bis Wien, Bayern, Tirol und Prag.

    Am besten gefiel Sybilla wenn er von der Prinzessin Maria Theresia in Wien, die später mal Kaiserin werden wird, von König Ludwig XIV. in Frankreich, Peter dem Großen in Russland und dem Alten Fritz aus Preußen erzählt, die in prächtigen Schlössern wohnen.

    Sybilla konnte sich das gar nicht richtig vorstellen. Sie sollen angeblich viel schöner und größer sein als die Schlösser in Krummau und Rosenberg, die sie schon ein paar Mal gesehen hat, wenn sie dort auf dem Markt war.

    Alle diese Neuigkeiten hat er von den durchziehenden Fremden gehört, wenn er unten in Friedberg war.

    Gerade neulich hat er auch gehört, dass der Kaiser Karl VI. schon wieder Streit hat mit dem preußischen König Friedrich Wilhelm und der junge russische Zar Peter II. der jetzt in St. Petersburg regiert, zankt sich mit den Türken.

    Immer wieder streitet sich ein Land mit dem anderen, und immer wieder wird das Volk hineingezogen. Hoffentlich gibt es keinen neuen Krieg.

    Manchmal kann man schon wieder wilde Soldatenhorden beobachten, die unten durch das Moldautal ziehen. Aber herauf, auf den Berg, kommen sie selten. Man erzählt sich, dass sie oft ganz schreckliche Dinge anstellen, brandschatzen, plündern und morden.

    Sybilla schreckte aus dem Schlaf. „San do heid nid a poar von dej rauha Gsölln im Woid unterwejgs gwejn?“ Sie überlegte fieberhaft, aber es wollte ihr einfach nicht mehr einfallen. Sie war aber auch gar nicht ganz wach geworden und schlief gleich wieder ein und träumte den schönen Traum ihrer Jugend weiter.

  • alterGlaube und neueHeimat – 03/2026

    alterGlaube und neueHeimat – 03/2026

    Liebe Mitglieder und Freunde der Pfarrei Malsching

    Die närrische Zeit, Fasching, Karneval, Fasnacht oder wie immer sie in den verschiedenen Regionen genannt wird, ist seit zwei Wochen vorbei und wir finden uns schon in der Fastenzeit.

    Jesus und wir – was unterscheidet uns in der Fastenzeit?

    Fastenzeit – der eine oder andere von uns ist in permanenter „Fastenzeit“ um die in der Weihnachtszeit sich auf den Hüften und am Bauch festgesetzten Vanillekipferl oder Christstollen wieder los zu werden. Unsere Gedanken gelten der eingemotteten Sommergarderobe ob diese noch passt. Erst in sechs Wochen wird die Waage uns den Erfolg zeigen. Inzwischen werden wir oft von vielen kleinen Teufeln geplagt, die uns den einen oder anderen Genuss schmackhaft machen wollen. Nur die wenigsten können der Versuchung  widerstehen.

    Machen wir uns aber auch einen Gedanken, was die Fastenzeit wirklich bedeutet?

    Für viele der Religion abgewandten Menschen ist die biblische Bedeutung unbekannt.

     Auch Jesus hat nach seiner Taufe vierzig Tage in der Wüste mit Fasten verbracht. Sein „fasten“ bezog sich weniger auf die leiblichen Genüsse sondern eher auf die innere Einkehr und Rücksprache mit Gott. Auch Jesus wurde vom Teufel heimgesucht, der ihm alle Reichtümer der Welt versprach, wenn er ihn statt Gott anbete. Jesus hat den Versuchungen widerstanden.

    Für die frühen Christen gab es sehr viele verbotene Speisen, auf die man verzichten musste,

    jedoch war es nicht so streng wie bei Jesus, der 40 Tage weder gegessen noch getrunken hat.

    Heute geht es mehr um den bewussten Verzicht auf Gewohnheiten anstatt um strenge Verbote. All diese Verzichts-Vorgaben sind für uns Christen kein MUSS  sondern ein SOLL.

    Trotzdem schadet es keinem von uns für einen bestimmten Zeitraum auf das Schnitzel, Schweinebraten, Tortenstücke oder sonstiges Liebgewordenes zu verzichten. Das Fasten muss sich nicht unbedingt auf Essen und Trinken beziehen. Unseren Kindern oder Enkeln fällt der Verzicht auf Handy und Social Media Konsum schon schwerer.

    Das Fasten in anderen Religionen

    Zeitgleich mit der christlichen Fastenzeit hat für Muslime am 18. Februar deren Fastenzeit Ramadan begonnen, die 30 Tage bis zum 20. März dauert. Deren Verzichtsvorgaben sind für gläubige Muslime um ein Vielfaches umfangreicher und strenger und eine absolute MUSS-Vorschrift.

    Die Juden feiern vom 1. bis 9. April das Pessach Fest, das ebenfalls mit vielen strengen Fasten- und Verzichtsvorschriften behaftet ist. Pessach ist jedoch eher mit dem christlichen Ostern als Freudenfest vergleichbar. Die Juden feiern die Beendigung aus der Sklaverei und den Auszug aus Ägypten, wogegen wir Christen die Auferstehung Jesu feiern.

    Dies waren meine ganz persönlichen Gedanken zur Fastenzeit und sollen nicht als „Wort zum Sonntag“ gesehen werden.

    Sudetendeutscher Tag 2026 in Brünn (Brno)

    Der 76. Sudetendeutsche Tag findet vom 22. bis 25. Mai 2026 (Pfingsten) erstmals in der Tschechischen Republik, in Brünn (Brno), statt. Unter dem Motto „Alles Leben ist Begegnung – Život je setkávání“.

    Begegnung – ja das würden wir alle uns wünschen. Leider ist es jedoch Tatsache, dass einer Begegnung auch Grenzen gesetzt sind. Für uns Mitglieder und Leser von Glaube und Heimat sind diese Grenzen hauptsächlich durch die Finanzlage gesetzt. Zum anderen wird eine Begegnung bzw. Verständigung mit den tschechischen Besuchern durch mangelnde Sprachkenntnisse erschwert. Es müsste zudem ein Dolmetscher anwesend sein. Aus diesen Gründen wird es in diesem Jahr erstmals keinen Stand von Glaube und Heimat beim Sudetendeutschen Tag geben. Leider!

    und allen Lesern des neuenHeimat-Blattes

    herzliche Grüße

    Gerdy Hecker-Pischulti

  • Fortsetzung der Geschichte von Sybillas Weg

    Darüber wurde aber im Familienkreis nie gesprochen und es wird wohl immer ein Geheimnis bleiben, was der gute Laurentius in seiner Jugend alles getrieben hat.

    Dass aus der eigenen Familie doch alle anderen Kinder überlebt haben, scheint ein wahres Wunder zu sein. Oft sind mehr als die Hälfte aller neugeborenen Kinder gestorben. Die Eltern machten nicht sehr viel Aufhebens darum und fügten sich mit den Worten „Gott hat’s gegeben, Gott hat’s genommen“. Alle haben damals ziemliche Not gelitten.

    Laurentius hat den Kindern oft von seinem Vater, dem Wenceslaus erzählt, der noch alle die Schrecken, die der Dreißigjährige Krieg über das Land brachte und in dem halb Europa zerstört wurde, selbst erlebt hat. Nur den Wallenstein, der die Heimat so gut wie möglich vor den Schweden schützen wollte, hat er sehr verehrt, obwohl auch der sich auf Kosten der armen Bauern bereichert hat. Wenceslaus, der Vater vom Larentius war so um die zehn Jahre alt, als Wallenstein in Eger, einer Stadt gleich an der Grenze zu Bayern, ermordet wurde.

    Viel zu lachen gab es damals und auch heute noch über einen schwäbischen Sterndeuter, der dem Wallenstein und sogar dem König Rudolf von Böhmen die Sterne berechnet hat und daraus das Horoskop gesehen hat. Manche seiner Vorhersagen sind auch eingetreten, manche aber auch nicht. So hat er doch tatsächlich vorgeschlagen, man solle Schiffe und Segel bauen, die für die Himmelslüfte geeignet sind. Dann würde es auch Menschen geben, die vor der öden Weite des Weltraumes nicht zurückschreckten. Nun ist dieser Johannes Kepler schon seit bald hundert Jahren tot und wir lachen noch immer über diese verrückte Idee.

    Das ist doch Gotteslästerung! Nur Jesus und Maria sind in den Himmel aufgefahren, predigt der Pfarrer.

    Gleich nach dem Ende des Krieges ist Laurentius geboren und auch er konnte sich noch gut daran erinnern, wie viele Jahre es gedauert hat, ehe die verwüsteten Felder wieder ordentlich bestellt werden konnten und Früchte trugen.  

    Schon vor dem großen Krieg haben die Osmanen Feldzüge nach Europa unternommen und Sybilla, sie war damals gerade elf Jahre alt, erinnerte sich noch gut an die Belagerung von Wien, wo der Kaiser Leopold I. lebte. Die Kommissäre haben von den Bauern überall das Getreide, Kartoffeln und Vieh konfisziert, um  Proviant für die Truppen zu besorgen oder versprengte Soldaten haben noch das letzte Hab und Gut der Leute geplündert. Das hörte erst auf, als Prinz Eugen im Jahr 1718 die Türken endgültig aus dem österreichischen Kaiserreich vertrieb. Voll Freude sangen damals alle das Lied „Prinz Eugen, der edle Ritter, wollt dem Kaiser  wiedrum kriegen Stadt und Festung Belgarad und ließ schlagen eine Brucken, dass man kunnt hinüber rucken, mit der Armee wohl vor die Stadt“.

    An den langen Winterabenden hat Laurentius seinen Kindern viele Geschichten von seinen Vorfahren erzählt, die er von seinen Eltern und Großeltern gehört hat. So sollen vor vielen, vielen Jahren die Vorfahren aus Italien sich im Böhmerwald angesiedelt haben. Genaueres darüber wusste er aber nicht. Die alten Pfarrer im Dorf haben noch keine Matriken geschrieben und so ist vieles in Vergessenheit geraten.

    Das Land Italien ist viele, viele Tagereisen von daheim entfernt und dazwischen liegt noch ein großes Gebirge, mit Bergen die noch zwei- oder dreimal so hoch sind wie diese rund um das Dorf. Italien könnte nur mit der Postkutsche erreicht werden. Das war aber viel zu teuer und solche Reisen waren nur den hochgestellten Personen vorbehalten oder Händlern und natürlich den Soldaten.

    Auch viele Wissenschaftler und Künstler sind zwischen den Ländern gereist, besonders die italienischen Maler und Baumeister waren sehr berühmt und man hat viel von ihnen gesprochen.

    Sybilla wäre gerne einmal dorthin gereist und hätte auch gerne das große Meer gesehen, von dem so viel erzählt wurde. Außer den Fischteichen und dem Fluss, unten im Tal, hat sie noch kein großes Wasser gesehen.

    Wäre sie erst einmal am Meer gewesen, hätte sie auch mit einem Schiff nach Amerika reisen können. Von diesem weit entfernten Land wurde sehr viel im Dorf gesprochen und einige der jungen Burschen haben tatsächlich überlegt, ob sie nicht dorthin auswandern sollten. Angeblich sollte es ein unheimlich reiches Land sein.

    Aber woher sollte sie das Geld nehmen? Der Vater Laurentius verdiente als Zimmerer gerade so viel, dass er die Familie gut versorgen konnte und der Ertrag aus der Landwirtschaft reichte gerade aus, um den Eigenbedarf der Familie zu decken und die Mitgift für die Kinder zu erwirtschaften. 

    Später, als Sybilla als Magd bei ihrem Bruder am Hof arbeitete, verdiente sie auch nur ein paar Kreuzer und konnte nur wenige Gulden im Jahr sparen.

    In Sybillas Traum von Italien  kehrten die Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugendzeit  zurück und vermischten sich immer stärker ineinander.

    Die Stiefmutter behandelte Sybilla genau so liebevoll wie ihre eigenen Kinder. Sie hatte eine wundervolle Zeit, obwohl sie schon von Kindesbeinen an viel und hart arbeiten musste. Wie gut, dass sie noch viele Geschwister bekam, die alle mithelfen mussten.

    Sybilla war das älteste Kind und kümmerte sich um die kleinen Geschwister. Das jeweils jüngste Kind, solange es noch nicht laufen konnte, band sie sich einfach mit einem großen Tuch auf den Rücken und so hatte sie immer beide Hände frei, um noch eine andere Arbeit zu machen.

    Als Joannes, der Hannes gerufen wurde, sieben Jahre alt war, durfte er das erste Mal als Hüterjunge die Kühe und Ziegen auf die Wiese treiben und darauf achten, dass sie nicht zu viel frischen Klee fraßen. Sobald er größer und kräftiger war, hat Vater ihm eine Sense in die Hand gedrückt und gezeigt, wie man Gras und Getreide mäht. Petrus-Paulus, den alle eigentlich nur Petrus nannten, rückte  dann als Hüterbub nach.

    Bei den Mädchen war es genau so. Als Sybilla älter wurde, half sie der Mutter bei der Wäsche. Im Sommer wurde draußen im Hof der große Bottich aufgestellt, die Wäsche darin eingeweicht und danach so lange auf den großen, glatten Stein geschleudert, bis sie sauber war. Wenn die Sonne schien, wurde die weiße Leinenwäsche auf der Wiese neben dem Hof zum Bleichen ausgebreitet .

    Sybilla half Mutter, die sehr gut kochen konnte, in der Küche und  hat von ihr gelernt, wie man Kartoffelsterz mit Milchsuppe, ogschtroute Eadejpfü, rupfane Kneijl mit saurer Milch oder Sauerkraut,  Schwammerlsauce mit Knödel und jede Form von Mehlspeisen, Pfannkuchen, Eierspeisen, Kaiserschmarren oder Strudel zubereitet.

    Wenn mal ein Schwein geschlachtet wurde, war dies jedes Mal ein Festmahl. Die Innereien wurden sofort gegessen und das Fleisch wurde geräuchert, um es für lange Zeit haltbar zu machen. Dieses gab es dann mit Kraut und Mehlknödeln nur an besonderen Feiertagen.

    Die Hühner wurden hauptsächlich zum Eierlegen gebraucht und wenn das Huhn zu alt wurde und keine Eier mehr legte, gab es daraus eine kräftige Hühnersuppe. Das zähe Fleisch wurde klein geschnitten und mit Kartoffeln geröstet.

    Wenn die Buben mal an die Moldau zum Angeln hinuntergingen, hat Mutter die Forellen gebraten. Das war dann aber ein herrschaftliches Essen. Bei den Bauern war Fisch nicht so beliebt, denn man wurde nicht so satt davon.

    Im Herbst wurden im Wald Pilze, meist Steinpilze, Maronen und Eierschwämme sowie Beeren, hauptsächlich Preiselbeeren Blaubeeren, und Himbeeren gesammelt. Die Pilze wurden klein geschnitten und getrocknet und aus den Beeren hat Mutter ein leckeres Beijnakou gekocht, das zu den Mehlspeisen gegessen wurde.

    Auch jetzt noch geht Sybilla jeden Herbst in den Wald, um diese Köstlichkeiten zu sammeln, die der Wald in reicher Fülle und kostenlos liefert, auch wenn ihr das Bücken mit ihren siebenundfünfzig Jahren schon schwerfällt.

    Besonders gerne half Sybilla der Mutter beim Brot backen.

    Die Erinnerung daran ließ Sybilla aus ihrem Dahindämmern erwachen und Sie meinte, einen frischen Brotgeruch zu spüren. Sie spürte nagenden Hunger und Durst, den sie aber nur mit einer Handvoll Schnee stillen konnte. Sie sah sich zuhause an dem großen Tisch in der Küche sitzen vor dem gemauerten Ofen, auf dem in großen Töpfen und Pfannen das Abendessen zubereitet wurde. „Oi je, wann i grod a wos zum ejssen häd. I houn jo so an Hunger und Durst. Oft gang ma’s grod bejssa und i gang leichter hoam“, dachte Sybilla.

    Fortsetzung folgt…

  • alterGlaube und neueHeimat – 02/2026

    alterGlaube und neueHeimat – 02/2026

    Liebe Mitglieder und Freunde der Pfarrei Malsching

    Drei Tage kommt er – Drei Tage bleibt er – Drei Tage geht er

    Bei diesem „Gast“ freuen wir uns nicht, wenn er seinen Besuch ankündigt. Um so mehr freuen wir uns, wenn er dann endlich wieder weg ist.

    Ich hoffe, dass Ihr von der überall herrschenden Erkältungswelle verschont geblieben seid, bzw. wünsche ich allen, die mit Schnupfen, Husten, Heiserkeit kämpfen eine baldige Genesung. Wenn schon die viel gepriesenen Medikamente nur der Gesundheit der Pharmaindustrie dienen, hilft vielleicht bei der Gesundung der Blasius-Segen, der auch heute noch vielerorts am 3. Februar gespendet wird.

    Der Hl. Blasius (*316) war Bischof in Sebaste/Klein-Armenien. Zahlreiche Legenden erzählen von seinen Heilungen. Die bekannteste darunter ist, dass er während seiner Gefangenschaft in einem römischen Gefängnis einem jungen Mann, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte, das Leben rettete. Deshalb wird er gegen Halsleiden angerufen.

    Am Tag vorher, dem 2. Februar, feiern wir Mariä Lichtmess. Früher war es nicht so leicht, einfach mal den Arbeitsplatz zu wechseln, wenn man sich schlecht behandelt fühlte, oder auch, wenn der Arbeitgeber nicht mit dem Dienstboten zufrieden gewesen sein sollte. Mariä Lichtmess war traditionell der Tag, an dem die Dienstboten, den Arbeitsplatz wechselten oder für ein neues Arbeitsjahr übernommen wurden. In jedem Fall, wurde ihnen das Geld für die geleistete Arbeit ausbezahlt. Wenn der Knecht oder die Magd für ein weiteres Jahr übernommen wurden, erhielten sie im allgemeinen zusätzlich zum Arbeitslohn neue Arbeitskleidung und -schuhe.

    Über das schon merklich längere Tageslicht sagt ein altes Sprichwort:

    „Zu Weihnachten ein Mückenschritt, zu Neujahr ein Hahnentritt,
    zu Heilig Drei König ein Hirschensprung und zu Mariä Lichtmess eine ganze Stund.“

    Aber welche Bedeutung hat Mariä Lichtmess in der katholischen Kirche?Lichtmess eines der ältesten Feste der christlichen Kirche, wurde um das Jahr 650 als Feiertag eingeführt und gedenkt der Darbringung Jesu im Tempel durch Maria und Josef gemäß jüdischem Gesetz, wo Simeon Jesus als “Licht der Völker” erkannte.

    Seit dem 11. Jahrhundert kam der Brauch der Kerzensegnung und der Lichterprozessionen auf. An Lichtmess wurden dann auch die für das nächste Jahr benötigten Kerzen der Kirchen und der Familien gesegnet

    Ich erinnere mich daran, dass diese gesegneten Kerzenstöcke bei Gewitter angezündet wurden. Die ganze Hausgemeinschaft saß am Tisch und  betete darum, dass das Gewitter, Haus, Hof und Feld verschonen möge.

    Ein trügerisches Märchen

    Nicht nur die Erkältung hat viele von uns erwischt; auch die geopolitische Kälte hat uns in den letzten Wochen sehr zu schaffen gemacht. Manchmal könnte man an die Geschichte von Rumpelstilzchen erinnert werden: „heute back‘ ich, morgen brau‘ ich, übermorgen hol‘ ich der Königin ihr Kind“ oder mit neuem Text

     „heute fordere ich, morgen verzicht ich, übermorgen hol ich mir vielleicht doch noch das Inselchen oder vielleicht ein Land“. Nur ist der Tanz am Rande des Vulkans gefährlicher als der um ein Lagerfeuer. Hoffen wir, dass alle Beteiligten doch noch zur Vernunft kommen.

    Freuen wir uns also darauf, dass es in den nächsten Wochen von Tag zu Tag heller wird und vielleicht schon die ersten Schneeglöckchen oder Primeln unter dem Schnee hervorlugen.

    Mit den herzlichsten Grüßen
    Gerdy Hecker-Pischulti

  • Tod von Pater H. Roman

    Tod von Pater H. Roman

    Abschrift aus der Nachricht:

    H. Roman wurde am 5. November 1924 als zweiter Sohn der Eheleute und Stiftsbediensteten Wenzel und Johanna Foissner in Hohenfurth im Böhmerwald geboren und auf den Namen Johann getauft, besuchte dort die Volks- und zwei Jahre lang die Bürgerschule, bevor er seinem um ein Jahr älteren Bruder Otto ans Jesuitenseminar Maria Schein in Nordböhmen folgte – eine Zeit, in der beide Buben von heftigem Heimweh geplagt wurden. Die sich ankündigen-
    den schlimmen Ereignisse brachten 1938 die Schließung des dortigen Gymnasiums, sodass sie in ihre Heimat zurückkehrten und dann das Gymnasium in Krumau besuchten; in dieser Zeit erlebten sie auch die Aufhebung des Zisterzienserstiftes Hohenfurth.
    Der Zweite Weltkrieg wurde für ihn nach der Kriegsmatura bestimmend für seinen weiteren Weg: vormilitärische
    Ausbildung in Karlsbad, danach Arbeitsdienst, Militardienst in Krumau, ferner in Agram (Zagreb) und anderen
    Kriegsschauplätzen in Jugoslawien, schließlich an der russischen Front. Da er sich weigerte, die Offiziersausbildung
    zu absolvieren, wurde er immer wieder an die vorderste Front gestellt und erlebte viele gefahrliche Situationen. Im Juli 1944 wurde er in den Pripjet-Sumpfen schwer verwundet und überlebte wohl nur, weil ein Kamerad aus Gurten ihn in Sicherheit brachte; der rechte Unterschenkel musste ihm amputiert werden. Damit war der Krieg für ihn zu Ende. Es folgten Aufenthalte in verschiedenen Lazaretten in Norddeutschland. Ende 1945 erreichte er die Heimat.
    Schon im September 1946 mussten er, seine Eltern und sein Bruder diese in Richtung Österreich verlassen – die diesbezügliche Aufforderung gehörte zu seinen wohlgehüteten Dokumenten; dieses schmerzhafte Ereignis blieb zeitlebens eine Wunde, und er schrieb einmal: „Die Vergangenheit holt mich gedanklich immer wieder ein.“

    Nach mehreren erfolglosen Versuchen, Aufnahme in einem österreichischen Kloster zu finden, kamen er und sein Bruder auf Anraten eines Innviertler Priesters schließlich nach Reichersberg und wurden als Konrad und Roman am 20. Oktober mit einem weiteren Mitbruder ins Noviziat aufgenommen. Die theologischen Studien absolvierten sie an der Hauslehranstalt in St. Florian. Am 28. Juni 1951 wurden beide wegen einer Blinddarmentzündung von H. Ro-
    man, die mit Komplikationen verbunden war, von Bischof Fließer in dessen Privatkapelle zu Priestern geweiht. Schon als Jugendlicher hatte H. Roman Klavier und Orgel gespielt; diese Begabungen wurden erkannt, man ermöglichte ihm eine Ausbildung am Brucknerkonservatorium, und bereits 1954 übernahm er die Leitung der Liedertafel und des Reichersberger Kirchenchores, den er schließlich zu großen Erfolgen im In- und Ausland führte. Bis 1957 wirkte H. Roman dann als Stiftskaplan, im Jahr 1958 wurde ihm das Amt des Rentmeisters übertragen – eine schwierige Aufgabe, litt das Stift doch an drückenden Schulden. Nach schwierigem Beginn leitete er aber eine sehr fruchtbare Tätigkeit ein: defizitäre Betriebe wurden geschlossen, neue Möglichkeiten erschlossen: Erneuerung der Weinkellerei, Förderung des Fremdenverkehrs, vor allem aus dem Bäderdreieck, Pflege der Kirchenmusik, Reichersberger Sommer, zwei große Landesausstellungen (1974 und 1984), 1969 Errichtung des Bildungshauses im Nord- und Südtrakt. Es ist nicht übertrieben, zu behaupten, dass unter seiner Führung – großteils immer mit hauseigenen Kräften das gesamte Stift renoviert und auf den Stand der Zeit gebracht wurde; mit der ihm eigenen Zähigkeit und Ausdauer und trotz mancher gesundheitlicher Beschwerden schaffte er oft schier Unmenschliches. Nicht unerwähnt sei auch die Errichtung einer neuen, sehr guten Stiftsorgel durch die Fa. Metzler. Nicht zuletzt war er auch ein Förderer der Kunst und selbst ein guter Fotograf; um die Bilder besser bearbeiten zu können, schaffte er sich im Alter von 75 Jahren seinen ersten Computer an und entwickelte erstaunliches Geschick.

    Solange es ging, leistete er auch im hohen Alter noch gerne Seelsorgsaushilfen, z. B. im Kurhaus Schärding. Ein Oberschenkelbruch nach einem Sturz Ende November leitete seine letzte irdische Lebensphase ein. Uns bleibt der Dank für sein erfolgreiches Wirken – in die Stiftsgeschichte wird sein Wirken als Rentmeister, das 1991 endete, als eine Zeit großer Blüte eingehen. Er selbst hat an das Ende seiner biographischen Notizen die Worte geschrieben, die auch den Abschluss bilden sollen: „Deo gratias!“

    Wir beten für unseren verstorbenen Mitbruder am Mittwoch, 21. Jänner, um 19 Uhr in der Stiftskirche den Rosenkranz, am Donnerstag, 22. Jänner, versammeln wir uns um 945 Uhr
    zum Totenoffizium (Terz), feiern für ihn anschließend das Requiem und bestatten ihn danach auf dem Ortsfriedhof.

  • alterGlaube und neueHeimat – 01/2026

    alterGlaube und neueHeimat – 01/2026

    Liebe Mitglieder und Freunde der Pfarrei Malsching

    Hurra! Hurra! Das neue Jahr ist da!

    Dieses erste neueHeimat-Blatt des Jahres 2026
    möchte ich mit den allerbesten Wünschen für Euch und alle Eure Lieben beginnen.

    Und wie jedes Jahr fragen wir uns, was das Neue bringen mag. Ja, ein neues Jahr – 2026.

    Auch vor 80 Jahren – 1946 – haben unsere Eltern und Großeltern, und wohl auch einige von unseren älteren Landsleuten sich gefragt, was das neue Jahr bringen mag.

    In jenem Jahr begann in großem Stil die Umsetzung der auf der Potsdamer Konferenz endgültig beschlossenen Vertreibung der Deutschen aus der Heimat. Von Manchen etwas beschönigend als „Transfer“ oder „Odsun“ bezeichnet.

    Wie schwer mag es gefallen sein, Hab und Gut, das Vieh im Stall oder gar Maunzi, die Hauskatze zurückzulassen und mit einer schnell gezimmerten Kiste oder ein paar „Binckeln“ die Reise ins Unbekannte anzutreten.

    Meine Eltern hatten dabei noch Glück, denn mein Vater konnte noch ein bisschen Werkzeug zu meinen erlaubten 50 kg Ausreisegepäck einpacken. In meinem Alter von vier Monaten besaß ich außer ein paar Windeln, einer Stoffpuppe und meinem Kinderwagen nichts.  Der allerdings wurde im Lager Kaplitz als nicht zur Ausfuhr zugelassenes Gut konfisziert. Selbst dieses spärliche Reisegepäck war vor Plünderungen nicht sicher.

    Endlich nach einer Woche im Lager in Furth im Wald angekommen, ging’s erst einmal in Wolken von DDT Pulver zum Entlausen.

    Schließlich, nach einer weiteren Woche im Lager Mainburg kamen wir, d.h. meine Eltern, meine beiden schon erwachsenen Schwestern, Großmutter und ich, bei einem sehr guten Bauern in Grafendorf in der Hallertau an, wo wir alle in der „guten Stube“ untergebracht wurden. Alle anderen Räume waren schon mit Flüchtlingen aus Schlesien belegt. Für die nächsten Jahre fanden wir also in der Hallertau unsere vorläufige und danach in Germering unsere endgültige neueHeimat.

    Für das Ausleben der Wehmut hatten die Menschen damals keine Zeit. Oftmals waren die Männer im Krieg gefallen, vermisst oder noch in Gefangenschaft, so dass viele Frauen mit oft fünf oder mehr Kindern auf sich alleine gestellt waren.

    Es hieß also „Ärmel aufkrempeln und anpacken“ . Bürgergeld, Hartz IV oder Grundsicherung waren Worte, die damals noch nicht erfunden waren. Und Sozialfürsorge? Gott bewahr! Diese Schande wollte man sich nicht antun. Aber gerade durch diese Zähigkeit, die den Böhmerwäldlern nachgesagt wird, sind wird endgültig auch bei den Einheimischen  „angekommen“ und jeder hat in relativ kurzer Zeit eine wirkliche neueHeimat gefunden.

    Bei all diesen Überlegungen erinnerte ich mich an ein  Gedicht von Theodor Fontane mit dem unser Lehrer uns quälte. Zwei Strophen daraus scheinen mir zum heutigen Thema „neues Jahr“ und „Zukunft“ sehr passend und ich möchte sie hier wiedergeben.

    Gerade die zweite Strophe möchte ich allen Malschingern, den Malsching-Freunden und allen Lesern der homepage von glaubeundheimat.de ans Herz legen. Denkt daran, in weniger als acht Monaten, vom 21. bis 23. August möchten wir beim Pfarrtreffen in Malsching wieder die Gläser klingen lassen und alte Freunde an der Hand fassen.

    Ich bin gerade dabei, für den Samstagsausflug ein paar interessante Punkte zu sammeln. In einem der nächsten neueHeimat-Blätter werde ich wohl schon Näheres darüber berichten können. Wir freuen uns, wenn auch Nicht-Malschinger zu unserem Treffen kommen. Es ist immer sehr kurzweilig und es wurden sogar schon verwandtschaftliche Verbindungen entdeckt, die bisher unbekannt waren.

    Bankverbindung für Spenden

    Bei der Einrichtung der neuen Homepage von Glaube und Heimat haben wir bedauerlicher-weise etwas Wichtiges vergessen: Es gibt nirgendwo ein Anmeldeformular als Neumitglied zum Verein Glaube und Heimat eV noch einen Hinweis auf die Kontoverbindung.

    Erst als die Spender ihre vorgesehenen Weihnachtsspenden nicht überweisen konnten, wurden wir darauf aufmerksam gemacht. Sowohl die Kontonummer der Raiffeisenbank Altmühl-Jura eG (GENODEF1GDG) DE96 7606 9462 0002 5260 00 als auch ein Anmelde-formular stehen jetzt in der Homepage.

    Wir würden uns sehr freuen, wenn die Leser der Homepage glaubeundheimat.de, die sich noch nicht als Mitglied registriert haben, anmelden.

    Selbstverständlich dürft Ihr aber auch jetzt noch Eure Spende überweisen. All Jene, die durch Eure Spende das Jahr über bedacht werden, danken Euch dafür. (Siehe auch Brief von Bruder Bernhard.)

    Mit den besten Glückwünschen für ein gesundes, freudvolles und friedvolles Jahr an die Geburtstagskinder, ebenso wie an alle Leser dieses Berichtes, beende ich das erste neueHeimat-Blatt des Jahres 2026.

    Mit herzlichen Grüßen

    Gerdy Hecker-Pischulti

  • alterGlaube und neueHeimat – 12/2025

    alterGlaube und neueHeimat – 12/2025

    Liebe Mitglieder und Freunde der Pfarrei Malsching!

    Macht hoch die Tür, das Tor macht weit

    Wer kennt nicht dieses schöne alte Adventslied!? Aber wie und wo können wir uns mit diesem und anderen der alten Lieder auf Weihnachten vorbereiten?

    Im Radio werden wir mehrmals täglich mit Jingle Bells, Rudy the red nosed reindeer und driving home for Christmas „bedudelt“. Jedes Lied für sich ist ja recht schön, aber wo bleiben unsere guten alten deutschen Advents- und Weihnachtslieder? Ich habe dem Bayrischen Rundfunk schon angeboten, meine CDs zur Verfügung zu stellen, falls sie selbst keine Aufnahmen von heimischen Advents- und Weihnachtsliedern mehr haben. Ich habe keine Antwort bekommen. Wahrscheinlich haben sie mich als „alte Spinnerin“ ad acta gelegt.

    Aus eigener Erfahrung kann ich Euch sagen: Fliegt im Dezember nach Singapore! Unter duftenden Jacaranda-Bäumen  bei 40° Hitze, 90 % Luftfeuchtigkeit, knapp 140 km bis zum  Äquator und umgeben von pinkfarbenen Plastik-Tannenbäumen freut man sich ungemein, wenn man ‚leise rieselt der Schnee‘ und andere bekannte Weihnachtslieder hört.

    In diesem Jahr beginnt der Advent schon sehr früh. Der 1. Adventsonntag fiel auf den 30. November. Für viele ist die Bedeutung des Advent stark in Vergessenheit geraten oder verdrängt worden. Mit dem „Macht hoch die Tür“ sollten wir nicht nur das tägliche Öffnen eines Türchens des Adventskalenders verbinden. Allenfalls an den Sonntagen, wenn am Adventskranz eine Kerze nach der anderen entzündet wird, erinnern wir uns an Weihnachten und seine Bedeutung für uns Christen:

    Macht hoch die Tür, das Tor macht weit – es kommt der Herr der Herrlichkeit!

    Nutzen wir also die Adventszeit, um uns auf die Weihnachtszeit vorzubereiten und vielleicht auch um ein bisschen auf die Adventszeit der vergangenen Jahre zurück zu blicken. Was ich bei meinem Rückblick gefunden habe, erfahrt Ihr ganz am Ende dieses neueHeimat-Blattes.

    Im neueHeimat-Blatt 11/2025 vom November hatte ich über den Dokumentenfund im Turm der Pfarrkirche in Malsching berichtet. Darunter gab es auch viele Notenblätter mit den unterschiedlichsten kirchlichen Musikstücken. Passend zur Weihnachtszeit fand ich zwei Weihnachtslieder komponiert von Franz Reisinger (1838-1905) und fein säuberlich handschriftlich kopiert von den Herren Gustav Weyszer und Rudolf Zwittlinger. Herr Wyszer war in den 20-er bis Anfang der 30-er Jahre Oberlehrer in Malsching. Rudolf Zwittlinger besaß die Tischlerei, gleich am Ortsanfang, da wo heute das Ortsschild steht. Rudolf Zwittlinger war gleichzeitig Organist und Mesner (Mesner Rudl) und nach der Vertreibung auch für Glaube und Heimat einige Jahre Berichterstatter von Malsching.

    Abschrift von Gustav Weyszer
    Abschrift vom 14.12.1931 von Rudolf Zwittlinger

    Man stelle sich die mühsame Arbeit des Nachmalens der Noten vor. Das erste Kopiergerät in der Art wie wir sie heute kennen,  wurde erst 1938 erfunden und allgemein nutzbare Kopier-geräte die diese Arbeit erleichtert hätten, kamen erst 1949 auf den Markt.

    Mit diesem Bild der drei Glocken aus der Pfarrkirche in Malsching beende ich das heutige und gleichzeitig letzte neueHeimat-Blatt dieses Jahres. Wie schade, dass das Geläut dieser Glocken wahrscheinlich nicht zur Christmette in Malsching erschallen wird.

    Allen Lesern, Mitgliedern und Freunden der Pfarrgemeinde Malsching und allen Euren Angehörigen wünschen wir ein frohes, gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes und gesundes Jahr 2026.

    Eure Gerdy und Erich Hecker


    Erinnerungen an St. Nikolaus

    Wer hat als Kind nicht gezittert als es hieß: „Morgen Kinder wird’s was geben, morgen kommt der Nikolaus“. Wird er zusammen mit Krampus poltern und die Rute schwingen oder wird er hoffentlich aus dem Goldenen Buch vorlesen und dann aus dem großen Sack Süßigkeiten hervorzaubern? Das sind Erinnerungen an St. Nikolaus die schon seit Jahrzehnten zurückliegen

    Ich habe aber auch eine andere, sehr schöne, Erinnerung an St. Nikolaus, die erst 10 Jahre zurückliegt.

    Dieses besonders frohe Ereignis vom 6. Dezember, dem 2. Adventssonntag des Jahres 2015 hat zwar nicht den Eingang in die internationale Presse gefunden, ihm wurde aber in der Monatsschrift Glaube und Heimat im Januar Heft von 2016 auf mehreren Seiten gewürdigt und sogar im world wide web konnte man bei youtube die Zeremonie miterleben.

    Am 6. Dezember 2015 wurde
    Siegfried Weber zum Ehrenkanoniker
    der Kathedrale St. Nikolaus in  Budweis ernannt.

    Hochwürdigster Herr Kanonikus – lieber Siggi
    Die gesamte Malschinger Pfarrgemeinde und alle, die Dich kennen
    gratulieren Dir ganz herzlich zum 10-jährigen Jubiläum
    dieser hohen Ehre und Auszeichnung.


    Unterschiedliche Artikel aus dem Archiv:

    Abschrift des Artikel von Alois Ehrl

    Vorsitzender von Glaube and Heimat Militärdekan Siegfried Weber

    Ehrenkanoniker In Budweis

    Am 2. Adventsonntag, 06.12.15 und zugleich Fest des Diözesanpatrons des HI. Nikolaus hat Bischof Vlastimil Krocil bei einer feierlichen Kapitelvesper in der Kathedrale von Budweis vier neue Kanoniker installiert, zwei residierende und zwei nichtresidierende (Ehrenkanoniker). Unter ihnen befand sich Militärdekan Siegfried Weber, der erste Vorsitzende des Vereins Glaube und Heimat, aus Ulm.

    Es war eine eindrucksvolle Feier. Domorganist and Domschola gestalteten sie musikalisch sehr ansprechend. Die Kathedrale war wider Erwarten voll besetzt. Nach der Ansprache des Bischofs und der Vorstellung der neu ernannten Kanoniker sprachen diese zuerst das Glaubensbekenntnis und legten dann den Kapitelseid ab. Anschließend begleitete der Bischof sie mit der Mozetta, hängte ihnen das Kapitelskreuz um, steckte ihnen den Kapitelsring an and überreichte ihnen das Birett.

    Wie schon der Vorgänger im Vorsitz von Glauber and Heimat. Pfarrer Franz Irsigler, erhielt Militardekan Siegfried Weber diese Auszeichnung in Anerkennung seiner Arbeit and seiner guten Kontakte zu der Bistumsleitung and der vielen von Glaube und Heimat unterstützen kirchlichen Projekte im Bistum Budweis. Mit ihm können sich der Vorstand und alle mitfreuen, die unsere Böhmerwaldzeitschrift fördern durch ihr Abonnement oder durch ihre Spenden. Die Ernennung des ersten Vorsitzenden zum Ehrenkanoniker ist nicht zuletzt auch ein Ausdruck einer gut funktionierenden Zusammenarbeit zwischen Glaube and Heimat und dem Bistum Budweis. Ausdrücklich betonte der Bischof, dass dieses  Kanonikat eine Brücke sein soll zwischen den früheren deutschen Katholiken and den heutigen tschechischen Katholiken im Bistum Budweis and beitragen soll zu einer noch besseren Absprache und Koordinierung bei gemeinsamen kirchlichen Projekten. Zu der feierlichen Kapitelsvesper waren nicht nur Familienangehörige von Siegfried Weber gekommen, sondern auch eine ganze Reihe von Malschingern, angeführt von der Heimatbetreuerin Gertrud Hecker. Malsching bei Hohenfurth ist die Pfarrei im Böhmerwald, aus der schon Pfr. Franz Irsigler stammte and auch mütterlicherseits die Familia des neuen Ehrenkanonikers. Vom Vorstand von Glaube und Heimat. waren Geschäftsführer Erich Schaufler, der Militärdekan Siegfried Weber für das Ehrenkanonikat maßgeblich mit vorschlug, und der zweite Vorsitzende Domkapitular Alois Ehrl gekommen. Prominente Gäste waren u. a. der frühere Außenminister Fürst Karl Schwarzenberg, Militärdekan Alfons Hutter in Vertretung des Militärgeneralvikars und P. Jstin, der Prior des Zisterzienserstiftes Hohenfurth. Der Pontifikalvesper schloss sich ein Empfang in einem nahe gelegenen Hotel an, zu dem der Bischof und das Kapitel des Bistums Budweis einluden.

    Nach der offiziellen Feier trafen sich der mitgereisten Böhmerwäldler noch in einer geselliger Runde, gratulierten herzlich dem neuen Ehrenkanoniker und stießen mit dem berühmten Budweiser Bier auf seine ehrenvolle Aufgabe an. Sie vergaßen auch nicht in ihrer freudigen Stimmung das Lied „Tief drin im Böhmerwald“ anzustimmen. Siegfried Weber – die Freude war im anzusehen – bedankte sich zum Schluss herzlich, dass so viele seiner Einladung gefolgt sind und mit zugegen waren bei der feierlichen Zeremonie seiner Installation zum Ehrenkanoniker.

    Abschrift des Artikels von Gertrud Hecker

    Es war wie ein kleines Pfarrtreffen, als Verwandte,
    Priesterkollegen, persönliche Freunde und fast zwei
    Dutzend Malschinger sich in Budweis einfanden, um
    gemeinsam am 6. Dezember an der offiziellen Installation
    von Militärdekan Siegfried Weber als Ehrenkanoniker
    der Diözese Budweis teil zu nehmen. Und
    selbstverständlich waren als offizielle Vertreter von
    Glaube und Heimat der 2. Vor-sitzende, Domkapitular
    Alois Ehrl und der Geschäftsführer Herr Erich
    Schaufler anwesend,
    Gut sichtbar für alle Besucher der Feierlichkeit stand
    an den Stufen zum Altarraum die Pfarrfahne von
    Malsching.
    Nach dem feierlichen Einzug des Hochwürdigsten
    Bischof Vlastimil Krocil, dem gesamten Domkapitel,
    den anwesenden Geistlichen, Pior Justin und
    Mitbrüdern aus dem Kloster Hohenfurth und den neu
    ernannten Kanonikern wurden diese einzeln vorgestellt.
    Diese Vorstellung als auch die anschließende
    Predigt von Bischof Krocil haben wir leider nicht
    verstanden. Die Liturgie wurde in tschechischer
    Sprache gehalten. Die deutsche Übersetzung der
    Ansprache können wir jetzt vorne in diesem Heft von
    Glaube und Heimat lesen.
    Trotzdem war die von Bischof Krocil vorgenommene
    Zeremonie der Übergabe der Insignien der neuen
    Würde, dem Birett, der Mozetta und dem Käpitelkreuz
    am Band, auch für uns alle sehr ergreifend.
    Wer von Euch einen Internetzugang hat, kann die
    Zeremonie unter folgender Adresse verfolgen.
    Alps: www.youtube.com/watch?v=vaM50lj-aUE live
    Unter den zahlreichen Besuchern im Dom des Heiligen
    Nikolaus zu Budweis waren bedeutende Persönlichkeiten
    anwesend:
    Karel Schwarzenberg, ehemaliger Außenminister der
    Tschechischen Republik und amtierendes Oberhaupt
    des historischen Fürstenhauses Schwarzenberg,
    ehemals Herren von Krummau, sowie Bernd Posselt,
    Bundesvorsitzander der Sudetendeutschen Landsmannschaft.
    Sicherlich waren noch weitere tschechische oder auch
    deutsche Honoratioren anwesend, die mir jedoch
    nicht bekannt waren.

    Kanonikus Weber im Gespärch mit Fürst Karel Schwarzenberg
    Kanonikus Weber mit Bernd Posselt.

    Im Anschluss an die kirchliche Feier, fand für die geladenen Gäste im Hotel Maly Pivovar ein Empfang statt, bei dem die Gäste zwanglos miteinander plaudern konnten.

    Danach trag sich der engere Kreis um den neuen Ehrenkanonikus um den unvergesslichen Tag in froher Runde und mit dem Böhmerwaldlied ausklingen zu lassen.

    Abschrift des Artikel von Vlastimil Krocil

    Vorsitzender von Glaube und Heimat Militärdekan Siegfried Weber Ehrenkanoniker in Budweis

    Ansprache von seiner Excellenz Vlastimil Krocil anlässlich der feierlichen Liturgie der Vesper mit der Installation der neu ernannten Kanoniker in der Kathedrale von St. Nikolaus in Budweis am 6. Dezember 2015

    Liebe und verehrte Gäste, Kapitelpropst, Mitbrüder Kanoniker, Priester und Diakone, Seminaristen, Ordensfrauen, Brüder und Schwestern in Jesus Christus, unserem Herrn!

    Ich begrüße auch Sie, liebe Gäste, liebe Brüder und Schwestern aus Deutschland, die mit dem von mir ernannten Ehrenkanonikus des Kathedralkapitels Pater Siegfried Weber gekommen sind.

    Ich freue mich sehr, dass ich Sie hier – in unserem Dom von St. Nikolaus in Ceske Budejovice bei der heutigen feierlichen Liturgie der Vesper begrüßen darf. Wir sind hier um gemeinsam zu beten und dem
    lieben Gott für diesen Tag zu danken, um die Vergebung unserer Sünden zu bitten, uns auf unsere Erlösung zu besinnen und unsere Hoffnung auf unseren Herrn zu richten — auf das Licht, das niemals
    untergeht.

    Vesper, oder wie es auch genannt wird, das Abendgebet, gehört zu den wichtigen Momenten im Leben der Kirche. Es ist eine gute Tradition, wenn sich die Ortskirche — das Kathedralkapitel mit den Priestern, Diakonen und anderen Gläubigen am Fest des heiligen Nikolaus zusammentrifft.

    Heuer fiel der 6. Dezember auf den zweiten Adventssonntag und – den liturgischen Regeln gemäß — wird das Fest des heiligen Nikolaus auf morgen übersetzt. In den nächsten Tagen werde ich außerhalb der
    Diözese sein und werde bei den morgigen Feierlichkeiten durch den Weihbischof und Propst des Kapitels, Msgr. Paul Posad, vertreten. Ich habe keine Zweifel, dass er mich bei der Feier der Eucharistie qut vertritt
    und dass seine Worte eine Ermutigung für alle werden.

    Mein persönlicher Wunsch war jedoch, zusammen mit Ihnen wenigstens durch das Gebet der Vesper den Schutzpatron der Kathedrale und der ganzen Diözese St. Nikolaus zu ehren – und das schon am Vorabend des Festes. Nächster Grund, warum ich die feierliche Vesper schon an diesem Nachmittag wollte, ist die Installation der neuen Kanoniker, die ich heuer im September ernannt habe. Die Zahlergänzung der Kanoniker und ihre feierliche Installation ist keine Laune, Relikt oder verblichener Ruhm. Das ist einer von vielen Momenten im Leben der Ortskirche und er erinnert uns daran, dass auch unsere örtliche Kirche seine eigene lebendige Tradition hat. Es ist eine Tradition, die seit 230 Jahre andauert und der wir mit Stolz dazugehören können! Wie viele in der Vergangenheit herausragende Persönlichkeiten unter den Mitgliedern der lokalen Domkapitel waren – Namen wie Jan Cais, Vojtech Mokry, Josef Leeb, Josef Novak und viele andere sind der Beweis, dass es ein Fundament ist auf welchem wir weiterbauen können. Ich wünsche mir, dass auch die aktuellen Mitglieder des Kapitels und auch die neu ernannten, einen ähnlichen Weg wie ihre Vorgänger gehen, und dass sie immer eine Unterstützung ihres Bischofs sind.

    Es ist eine neue Herausforderung, es ist eine neue Verpflichtung! Daran erinnert uns der Apostel Petrus: “Weidet die Herde Gottes, wie Gott will; nicht als erbliche Herren in ihr Schicksal, sondern als ein Vorbild
    seiner Herde.”

    Um dies zu tun, wollen wir alle die notwendige Kraft und die Gnade des Herrn erbitten! Möge der HI. Nikolaus, der Schutzpatron unseres Domkapitels, ein starker Fürsprecher bleiben! Möge unsere gesamte
    Diözese unter seinem mächtigen Schutz bleiben und durch seine Fürsprache weiterblühen!
    Nun bitte ich die neu ernannten Mitglieder des Kapitels, das Glaubensbekenntnis und den Eid der Treue abzulegen.

  • alterGlaube und neueHeimat – 11/25

    alterGlaube und neueHeimat – 11/25

    Liebe Mitglieder und Freunde der Pfarrei Malsching!

    Die Tage sind schon deutlich kürzer geworden und mancherorts herrscht dichter Nebel; nur selten lässt sich die Sonne sehen. Das ist auch die Zeit des Innehaltens und der Erinnerungen. Viele von uns haben im vergangenen Jahr liebe Menschen verloren und ganz besonders an Allerheiligen und Allerseelen gedenken wir ihrer bei unseren Besuchen am Friedhof.

    Gerettete Dokumente

    Vor vielen Jahren hat ein Malschinger Pfarrangehöriger seine Heimatpfarrei besucht und dabei einen Blick durch die offenstehende Türe des Turmes geworfen. Die Neugier trieb ihn dann nach oben. In einer Mauernische entdeckte er dann einen Packen von Notenblättern und anderen alten Dokumenten. Er nahm sie mit, u sie vor weiterem Verfall zu bewahren.

    Danke, Franz!

    Unter den geretteten Dokumenten befand sich auch das nachstehende Heftchen. Einige der Seiten sind leider nicht mehr ganz gut leserlich. An Ihnen haben nicht nur der Zahn der Zeit sondern auch einige Mäusezähne genagt.

    Schon in früheren Zeiten, mehr noch als heute, hat man für die Verstorbenen Seelenmessen lesen lassen. Diese wurden vom Pfarrer sorgfältig dokumentiert, wie aus dem Heftchen vom 30.10.1896 hervorgeht.

    Auf einem der Blätter hat Katharina Freudenthaler eine Messe lesen lassen für ihren gefallenen Ehemann, Mutter, Bruder, Schwiegervater, Großeltern und Schwester.

    Bei vielen wird der gefallenen Ehemänner und Söhne gedacht. Dabei wird es sich wohl um Kriegsteilnehmer entweder von 1866 (Preussen gegen Österreich/Königgrätz) oder dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71   gehandelt haben.

    Auch ich habe einer der vielen Toten die in den Kirchenmatrikeln aus noch weiter zurückliegender Vergangenheit dokumentiert ist, gedacht und daraus die Geschichte Sybillas Weg verfasst. Diese werde ich in Fortsetzungsfolgen, beginnend mit dieser Ausgabe am Ende dieses neueHeimat-Blattes erzählen.

    D A N K E ganz groß geschrieben

    So kurz vor Jahresende fällt man oft in pure Hektik, so als würde zum Jahresende die Welt untergehen. Dies und das wurde das Jahr über immer verschoben und muss unbedingt noch  erledigt werden. Trotzdem sollte man sich die Zeit nehmen, ein bisschen auf das Jahr zurückzublicken, Was war schön? Was war nicht so gut? Nicht so gut ist es, dass es das „alte“ Glaube und Heimat nicht mehr gibt. Schön ist es aber, dass doch viele der ehemaligen Bezieher dem Verein die Treue gehalten haben und sich wieder nach der Umstrukturierung als Mitglied angemeldet haben.

    Das ist für die Vorstandschaft und Verwaltung von Glaube und Heimat ein Anlass, sich ganz herzlich bei den Wiederangemeldeten und besonders auch bei den Neumitgliedern zu bedanken. Nur so ist es dem Verein möglich, die gemeinnützige Arbeit fortzusetzen.

    Für all jene, die keinen direkten Zugang zum Internet haben, füge ich am Ende des  neueHeimat-Blattes  das Gruß- und Dankeswort des 1. Vorsitzenden, Herrn Kanonikus Siegfried Weber, an.

    Auch ich persönlich möchte dieses neueHeimat-Blatt benutzen, um mich für die vielen schriftlich und telefonisch übermittelten Wertschätzungen für das  neueHeimat-Blatt  zu bedanken.

    Einige meiner neueHeimat-Blätter sind zum Teil schon auf der Startseite der home page von glaubeundheimat.de eingestellt und für alle, welche glaubeundheimat.de aufrufen, zugänglich. . Die vollständigen Berichte mit den Geburtstagglückwünschen findet Ihr unter Kaplitz / Malsching. Diese Seite ist jedoch nur für Mitglieder von Glaube und Heimat zugänglich. Berichte ohne Familiennachrichten können auch auf der Startseite unter glaubeundheimat.de abgerufen werden. Dennoch werde ich die neueHeimat-Blätter auf vielfachen Wunsch auch weiterhin per e-mail versenden. Nochmals ein herzliches Dankeschön an die „Briefträger“, die die mails ausdrucken und ihren Angehörigen weitergeben.

    Auf neu-deutsch „der Advent is coming soon“

    Ende November beginnen wir uns auf die ruhige Zeit einzustellen. Ein altes Sprichwort lautet: Kathrein (25. November) stellt den Tanz ein.

    Am 30. November ist der erste Advent. Bald werden die Düfte von Vanillekipferl & Co. durch die Küche ziehen. Schließlich warten bei mir um die 40 Personen aus Familie, Kollegen- und Freundeskreisen  darauf, dass das Gebäck pünktlich zum 1. Advent am Tisch steht.

     Deshalb stelle ich für heute meine Berichterstattung ein und werde mich darauf vorbereiten alle Zutaten für diese Kalorienbomben zusammenzustellen, damit ich bis Monatsende fertig werde und grüße Euch herzlich aus der Weihnachtsbäckerei.


    Sybillas Weg

    aufgezeichnet 2009
    von Gertrud Hecker – Pischulti

    An eine uralte, hohe Tanne des tausend Jahre alten Waldes gelehnt saß Sybilla im hohen Schnee und fror. Immer wieder schlang sie die Arme um sich und hauchte in die Hände, um sich wenigstens ein klein wenig zu erwärmen.  Allmählich reichte die Wärme des Atems nicht mehr.   Sie war so müde. Nur ein kleines Weilchen schlafen wollte sie. Während die Augenlider immer schwerer wurden zogen wie Nebelschleier Bilder ihres bisherigen Lebensweges vor ihr auf.

    Sie sah sich als kleines fünfjähriges Mädchen, das am Sonntag hinter Vater und Mutter den steilen und steinigen Weg zur Pfarrkirche hinaufstieg. Der Schnee war in diesem Jahr schon früh weggeschmolzen und auf den Wiesen blühten die ersten Schlüsselblumen. Vater trug ihren kleinen Bruder Johannes auf den Schultern und Sophia, die nur zwei Jahre jünger war als Sybilla,  trabte neben ihr. Immer wieder musste sie sie ermahnen nicht zu trödeln, um mit den Eltern Schritt halten zu können. Der Weg führte durch den dichten Wald und sie wollte die Eltern auf keinen Fall verlieren. In dem Wald tummelten sich vielerlei wilde Tiere und Vater hat sie ermahnt, nicht in den Wald zu gehen, wo Füchse, Bären und Wölfe nur darauf warteten, kleine Kinder aufzufressen oder die Hexe drohte, so wie in dem Märchen, das Mutter ihr oft am Abend erzählte.

    Gerade als sie über die mit vielen großen und kleinen Felsstücken übersäte Wiese, die „der Stoa“ genannt wurde, die letzte Anhöhe zur Kirche hinaufstiegen, erklangen die Glocken und riefen zum Gottesdienst. Nach einer Stunde beschwerlichen Fußmarsches erreichten sie endlich, müde und schwitzend, die Kirche.

    Vater setzte sich zu den Männern in die Bänke auf der rechten Seite, Sybilla und Sophia blieben bei der Mutter, die den noch nicht mal zweijährigen Johannes auf dem Schoss hielt, in dem schon wieder ein kleines Geschwisterchen heranwuchs, in den Bänken auf der linken Seite. Wie tat es wohl, sich nun setzen zu können und die kleinen Füße aus den klobigen Holzschuhen zu ziehen, die Andreas, der einzige Sohn vom alten Vincentius und ein Vetter ihres Vaters, ihr zum letzten Namenstag im Oktober geschnitzt hatte.

    Voll Bewunderung betrachtete Sybilla die großen Heiligenfiguren, die hoch oben an den Wänden der Kirche standen. Besonders gefielen ihr aber die Engelsfiguren, die rund um den Altar schwebten und der große Kristalllüster aus böhmischem Glas, auf dem unzählige Kerzen leuchteten.

    Sie freute sich auf nächsten Sonntag, den Palmsonntag, wenn die Burschen mit ihren schön geschmückten Palmbuschen in die Kirche einzogen und sich neben dem Altar aufstellten.

    Als der Pfarrer mit seinen Ministranten das Kirchenschiff betrat, setzte die Orgel mit lautem Getöse ein.

    Es war aber keine Orgel, die Sybilla aus ihrem Traum riss, sondern der kräftige Sturm, der durch die Baumwipfel des Waldes brauste.

    „Oi Jessasmariandjosef, is mia koid“, dachte Sybilla. „Wann i nur grod weida drahma kannt. In da Kira is grod recht gmiatli gwejn. ’s woar ned grod woarm owa ’s woar a ned sou koid wia do heraussn im Woid. Mog sei, dass da Drahm wieda zruck kimmt wann i nao a Weilei weida schlof”  dachte sie und schloss erneut die Augen, nachdem sie ein „Vater unser“ und ein „Ave Maria“ gebetet hatte.

    Nun erinnerte sie sich daran, wie ihr Vater Laurentius ihr einmal von ihrer Mutter Agneta erzählt hat.

    Sein Vater Wenceslaus, der schon lange verstorben war, hinterließ ihm einen kleinen Bauernhof, auf dem noch die Maria, seine alte Mutter lebte. Sie war schon gut über sechzig, hatte ein runzeliges Gesicht und von der Gicht gekrümmte Finger.  Das Haus war eines der ältesten, es war als zweites Haus im Dorf vor vielen Jahrzehnten erbaut worden. Die Erträge dieses kleinen Bauernanwesens und seine zusätzliche Arbeit als Zimmerer erlaubten es ihm, eine Familie zu gründen.

    Agneta, meistens wurde sie auch Agnes genannt, war das hübscheste Mädchen der Nachbarsfamilie Singer als Laurentius sie im Hochsommer des Jahres 1670 heiratete.

    Fortsetzung folgt im Januar…

  • Wort von Br. Bernhard – Jubiläums Jahr 2025

    Liebe Freunde und Wohltäter.
    seit meinem letzten Brief, war eine lange Pause, bedingt durch meine Magen und Lungeninfektion im Monat Juli, die mich fast den ganzen Monat ans Bett gebunden hat.
    Bis zu meinem 90. Geburtstag am 23. August, war ich wieder einigermassen fit die Geburtstagsfeier in nerha I b der Gemeinschaft zu verkraften.
    Zu meiner grossen Überraschung, es wurde ein grosses Fest, wozu viele Gäste eintrafen zum Dankesgottesdinst um 11 Uhr. Danach wurden alle Gäste in unser Kloster Refektorium eingeladen zum festlichen Mittagessen, Ich war sehr überascht, dass so viele Gäste eintrafen.
    Von jeder Schwesterngemeinschaft in der Diozöse Vertretter, Viele bekannte Freunde und ehemalige Studenten. Einer meiner ehemaligen Studenten Cassius Lubisi, ein sehr prominentes
    Mitglied in der Regierung sprach über Scyp Bildschierm zu mir und den Gästen.
    Der Prominenteste Gast für mich war der Prokurator von St. Ottlien P. Maurus und sein Begleiter Bernhard Seitz- Bondo. P. Maurus überbrachte mir viele Segenswünsche und auch
    Geschenke von Mitbrüdern und meinen Verwanten. Meinerseits; Ein herzliches Danke für die vielen guten Wünsche und Geschenke.
    Inkamana, verzeichnet heuer keine Jubiläen aber doch ein bedeutendes Ereigniss, die Abtsweihe von Abt Bonifacius Gamushishi der im November letztes Jahr zum Abt gewählt wurde.
    Bald darauf erfolgte auch die Auswahl der neuen Offiziallen. Prior: Fr. Maximilian Kolbe, Subprior: Fr. Adrian, Als Cellarer wurde weiterhin Br. Kevin bestätgt.
    Wir durften heuer im Februar dreijunge Männer ins Postulat aufnehmen und Postulant Gerwas wurde im Juli in Noviziat aufgenommen und heist jetzt Br. Gregor. Somit haben wir jetzt 2 Novizen und drei Postulanten. Unser tägliches Gebet um Berufe findet Erhörung.

    Das vergangene Jahr, war ein ausgesprochen regenreiches Jahr. Wir befürchten, es bahnt sich wieder grosse Trockenheit an. Seit 5 Monaten hatten wir keinen Tropfen Regen.
    Wir, in Inkamana sind mit Wasserversorgung noch gut abgesichert. Aber die umliegenden Wohngebiete rufen schon Notstand aus und müssen mit Wassertankern versorgt warden.
    Wir hoffen, es kommt bald guter Regen zur Pflanzzeit.
    Abschliessend, herzlichen Dank und Vergelts Gott für Ihre Verbundenheit zu unserer Mission.
    Mit den besten Segenswünschen und Gebetsversprechen unserer Gemeinschaft,

    Ihr
    Br. Bernhard O.S. B.
    Inkamana Abbey, South Africa

    Anmerkung der Redaktion (Inkamana Abbey) zu finden:

  • alterGlaube und neueHeimat

    alterGlaube und neueHeimat

    Liebe Mitglieder und Freunde der Pfarrei Malsching

    Wie schnell sind doch die ersten neun Monate ohne unser „Original“ vergangen. Auch das Münchner Oktoberfest geht zu Ende und die meisten der Herbst- und Weinfeste sind ebenfalls schon geschlossen. Nun hoffen wir auf einen „goldenen Oktober“, so wie er sich auf dem vorstehenden Bild präsentiert.

    Auch unsere Vorfahren, die überwiegend in der Landwirtschaft tätig waren, haben um diese Zeit die Feldarbeiten beendet und nun musste die Ernte verarbeitet werden. In erster Linie ging es um das Dreschen des Getreides – eine schwere und staubige Arbeit.

    Die Drescher, mindestens 2, meist aber zwischen 4 – 6 Männer, durften sich mit ihren Drischln nicht ins Gehege kommen, d. h. es war nötig, dass in einem bestimmten Takt auf die Ähren geschlagen wurde. Die Reihenfolge, hauptsächlich im ¾ Takt wurde vorher festgelegt. Die rhythmischen Schläge waren im ganzen Dorf zu hören. Wenn dann der Bauer rief „ausdrouschn is“ stürmten die Drescher in die Stube, wo die Bäuerin ein nahrhaftes Essen auftischte. Wer kennt nicht den Spruch „ich habe Hunger wie ein Scheunendrescher“?

    Eine schwere, manchmal aber auch lustige Arbeit.
    Heute kennen wir den Dreschflegel nur mehr aus dem Heimatmuseum.

    Und der Vater, mit frohem Blick
    von des Hauses weitschauendem Giebel
    überzählet sein blühendes Glück.                                 

    Sehet der Pfosten ragende Bäume
    und der Scheunen gefüllte Räume,
    und des Kornes bewegte Wogen.

    Und rühmt sich mit stolzem Mund:
    ‚Fest wie der Erde Grund
    gegen des Unglücks Macht
    steht nur des Hauses Pracht.‘

    „Lied von der Glocke“ Friedrich von Schiller

    ERNTEDANKFEST

    Ob die Bauern damals an die Zeilen aus dem „Lied der Glocke“ gedacht haben, ist mir nicht überliefert. Aber ganz sicher haben sie mit ihren eigenen Worten Gott für die reiche Ernte gedankt. Auch heute noch wird traditionell am ersten Sonntag im Oktober das Erntedankfest gefeiert. Besonders in noch ländlich geprägten Gebieten werden reichlich geschmückte und mit Feldfrüchten bestückte Wagen in den Dankprozessionen mitgeführt.

    In den eher städtischen Gemeinden werden die Feldfrüchte in den Kirchen kunstvoll präsentiert. Die eindrucksvollste Präsentation konnte ich in der St. Michaelis Kirche in Hamburg bewundern.1

    Egal aus welchen Gebieten unserer Erde heute die Lebensmittel zu uns kommen und auch wenn die Arbeiten heute überwiegend von Maschinen ausgeführt werden, so steckt doch sehr viel Mühe dahinter und vor allen Dingen ist eine gute Ernte immer abhängig von unwägbaren Wetterbedingungen. Deshalb verdient es eines besonderen Dankes, wenn wir am Tisch sitzen und uns das Essen schmecken lassen. Statt des heute bei Kindern verbreiteten Tischgebetes  „piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb“ sollte trotz aller Toleranzbestrebungen, nicht nur in Familien sondern auch in den Kindergärten und Ganztagsschulen den Kindern wieder Respekt und Dank für das Essen abverlangt werden. Dann verstünden die Kinder besser, dass die Farbe der Kuh nicht (Milka-)lila ist und Milch und Ketchup nicht in der Flasche wachsen.

    KIRCHWEIH

    Als weiterer Festtag wird am dritten Sonntag im Oktober das Kirchweihfest (Kiata, Kärwa, Kirmes) gefeiert. Dieser Festtag hat seinen Ursprung im frühen Mittelalter, als die Kirchengemeinden begannen den Tag der Kircheneinweihung zu feiern. Daraus haben sich meistens mehrtägige Volksfeste mit üppigem essen und trinken entwickelt. Ein bekannter Spruch in Bayern lautet „a gscheiter Kirta dauert bis zum Irchta, kannt se aber schicka, a bis zum Mika“ (für Nichtbayern: ein lustiger Kirchweihtag dauert bis Dienstag, könnte aber sein, auch bis Mittwoch). Nachdem aber die Tage der verschiedenen Kirchenweihen über das ganze Jahr verteilt waren, wurde von Amts wegen Mitte des 19. Jahrhunderts beschlossen, einheitlich für ganz Deutschland den dritten Sonntag im Oktober als Kirchweihtag festzulegen, allerdings nicht als gesetzlichen Feiertag. Es wird also nicht mehr bis Irchta oder Mika gefeiert.

    Auch in Malsching wurde der Kirta gefeiert. Am Dorfplatz waren zur Freude der Kinder und auch der Erwachsenen von Fieranten2 Stände mit allerlei Leckereien und auch Haushaltsgeräten und Textilien, wie Unterwäsche, Socken, Kopftücher, Firta3 oder Blahüln4 aufgebaut.

    Ob es ein Ringelspiel oder die bei Kindern und Jugendlichen so beliebten Kirtahutschn auch in Malsching gegeben hat, ist nicht überliefert.

    PATRIZINUMSFEST

    Trotz des amtlich festgelegten und eingeschränkten Kirchweihtages wird in den Pfarreien zusätzlich das Patroziniumsfest gefeiert, an dem die Kirchengemeinde des Namensgebers und Schutzpatrons der Kirche gedenkt. Entweder am Sonntag vor oder nach dem eigentlichen „Namenstag“ des Patrons wird ein Festgottesdienst gefeiert, oft gefolgt von einer Prozession um die Kirche, bei der eine Statue oder ein Heiligenbild des Patrons getragen wird. Die Pfarrkirche in Malsching ist der Hl. Margareta geweiht, deren Namenstag schon am 20. Juli war. Vor zehn Jahren hat der damalige Bürgermeister Herr Josef Fatura auf dem Dorfplatz vor der Kirche eine aus Holz geschnitzte Statue der Hl. Margareta aufstellen lassen, die von Kanonikus Siegfried Weber und Monsignore Adolf Pintiř gesegnet wurde. Herr Fatura betonte in seiner Ansprache, dass die Heilige nicht nur auf die Häuser der ehemaligen sondern auch auf  die der jetzigen Einwohner der Gemeinde blickt.

    Gleichzeitig übergab Siegfried Weber an den Bürgermeister einen Scheck über 300,00 €uro, den Frau Franziska Felber gespendet hat, damit als Ersatz für zum Teil morsche Bäume am Dorfplatz ein neues Bäumchen gepflanzt werden kann.  Frau Felber war nur für ein paar Monate die letzte deutsche Lehrerin in Malsching Deshalb hat Herr Fatura den Baum neben den Eingang zum Friedhof und in direkter Sicht aus dem Schulhaus heraus, pflanzen lassen. Aus dem zierlichen Bäumchen ist inzwischen ein stattlicher Lindenbaum geworden.

    UND NOCH MEHR FEIERTAGE

    Das sind jedoch nicht die einzigen Feiertage, die es im Oktober zu feiern gilt.

    Alle Berufstätigen freuen sich auf ein verlängertes Wochenende. Am Freitag, den 3. Oktober feiern wir den Tag der deutschen Wiedervereinigung.

    Wer erinnert sich nicht an den 10. November 1989, als die Grenze zur DDR geöffnet wurde. Wahrscheinlich saßen wir alle voller Rührung vor den Fernsehgeräten oder wunderten uns, dass schon am nächsten Tag die mit Menschen überfüllten Trabis die Straßen verstopften. Man konnte sie schon riechen und hören, noch bevor man sie sah. Was für viele von uns Wessis nicht vorstellbar war: sogar bis in die entferntesten Dörfer und Städte gab es plötzlich in  unseren Supermärkten weder Bananen noch Orangen oder Melitta-Kaffee  oder weit entfernte Verwandte standen plötzlich vor der Türe.  Vielleicht sogar als Dankeschön mit einem Nussknacker aus dem Erzgebirge oder einem Stück Beton aus der Berliner Mauer in der Hand.

    SOMMERZEIT  WIRD WINTERZEIT – 26. OKTOBER

    Das ist nur für Langschläfer ein Festtag. Man darf eine Stunde länger im Bett bleiben.

    REFORMATIONSTAG – 31. Oktober

    An diesem Tag feiern die evangelischen Christen den durch von Martin Luther neu ins Leben gerufenen evangelischen Glauben. Ob die Veröffentlichung der 95 Thesen  am 31. Oktober 1517 tatsächlich durch einen Anschlag an der Kirchentüre in Wittenberg erfolgte ist nicht erwiesen. Eher erfolgte die Verbreitung durch Anschreiben an die Bischöfe, das Netzwerk der Humanisten und öffentliche Ausrufer. Ganz wesentlich trug der gerade erfundene Buchdruck bei, wodurch die Thesen und natürlich die von Luther ins allgemein verständliche Deutsch übersetzte Bibel in großer Stückzahl gedruckt werden konnten.

    In den überwiegend katholischen Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Saarland ebenso wie in Berlin, ist der Reformations- tag kein gesetzlicher Feiertag. Allerdings ist dieser Feiertag im gesamten Bundesgebiet schulfrei.


    Damit beende ich meine Betrachtungen zum Erntedank-, Kirchweih-, und sonstigen Gedenktagen und freue mich auf den Erntedank- und Kirchweih-Gans- oder Entenbraten und wünsche allen Lesern ebenfalls eine gesegnete Mahlzeit.

    Es grüßt Euch herzlich

    Gerdy Hecker-Pischulti

    Anmerkungen

    1. Anmerkung in eigener Sache: Die Erntekrone mit Brezen und weiß-blauen Rautenbändern wurde leider nicht zu Ehren unseres Besuches dekoriert. ↩︎
    2. wandernde Händler ↩︎
    3. Schürzen ↩︎
    4. Arbeitsschürzen für Männer ↩︎