Pfarrer Alois Schmidt

Geistliches Wort - 02|2022

Auf ein Wort

Liebe Frauen und Männer, liebe Mädchen und Buben,
am 2. Februar feiern wir das Fest „Darstellung des Herrn“ oder bei uns auch „Lichtmess“ genannt. Es ist der 40. Tag nach Weihnachten.
Die katholische Kirche feiert den Tag in Erinnerung altchristlichen Jerusalemer Brauchtums mit Kerzensegnung. Seit der Liturgiereform ist die offizielle Bezeichnung „Darstellung des Herrn“.
Dieser Tag hat im allgemeinen Römischen Kalender den Rang eines Festes. Die Gottesdienstlichen Texte betonen die Begegnung der Gemeinde mit Christus, vor allem in der Eucharistie.
Von den gesegneten Kerzen erwartet man vielfach eine Unheil abwendende Wirkung . Dieses Motiv der Lichtmesstage verband sich mit dem so genannten Blasiussegen, der häufig im Anschluss an die Liturgie des Lichtmesstages gespendet wird, der Gedenktag des Hl. Blasius ist jedoch der 3. Februar.
Dieser Tag ist auch der Tag des „geweihten Lebens“. Für mich und alle anderen Priester, Diakone und Ordensleute heißt das, selbstlos für andere da sein, das Evangelium zu verkünden, die Sakramente zu feiern, den Zölibat zu halten und das Brevier zu beten. Ständige Diakone sind von der Haltung des Zölibates befreit.
Wir Seelsorger wünschen euch allen gesegnete Tage und die Liebe unseres Herrn Jesus Christus

Alois Schmidt, Pfarrer Bernhardswald
aus dem Böhmerwald im Sudetenland
Eltern aus Seewiesen (Javorna) unf böhmisch Eisenstein

Geistliches Wort - 01|2022

Liebe Leserinnen und Leser von „Glaube und Heimat“,

wir haben Weihnachten gefeiert – trotz Corona! Sicher haben viele unter den gebotenen Einschränkungen gelitten; aber vielleicht sind wir dadurch dem Wesen der Weihnacht etwas näher gekommen, wenn so viel Drumherum weggefallen ist, was uns den Blick auf die wahre Weihnacht verstellt hatte.

Inzwischen haben wir das neue Jahr begonnen – mit all den alten Problemen: Corona-Pandemie und kein Ende! Und auch in der Kirche erleben wir eine katastrophale Notsituation, nicht nur wegen des Missbrauchs. Wie kommen wir da heraus? Wie kann die Kirche wieder Vertrauen gewinnen? Davonlaufen geht nicht. Wir sollten vielmehr den Blick auf die Kirche insgesamt richten. Kirche besteht doch nicht nur aus Missbrauch und Versagen. Sie ist nicht am „Nullpunkt“ wie ein Kardinal gemeint hat.
Der „Betrieb“ Kirche läuft doch weiter, vor allem in den Pfarrgemeinden trotz vieler Einschränkungen durch Corona. Kindergärten, Altenheime, Behindertenwerkstätten, … Gottesdienst können gefeiert werden, Kinder werden getauft, es gibt vielfache Nachbarschaftshilfen, zum Teil auch über die Pfarrgemeinden, Caritas-Beratungsstellen, Frauenhäuser … sind gefragt wie nie zuvor, Gesprächsangebote auch über die sozialen Medien u. v. a. m.

Ja, Kirche lebt in den Pfarrgemeinden. Deshalb ist es grundverkehrt, davonzulaufen, auszusteigen, auszutreten. Das wäre Verrat an der Gemeinschaft der Glaubenden. Jetzt wird doch jede® gebraucht. Wer getauft und gefirmt ist, wem das Evangelium Jesu wichtig ist, der muss sich mitverantwortlich wissen für die „Sache Jesu“ – für die Kirche!

Werfen wir einen Blick zurück an den Anfang der Kirche. Als die Jünger auf dem See Genesareth im Sturm in Seenot gerieten, riefen sie: Herr, rette uns! Und Jesus fragte sie (vorwurfsvoll): Habt ihr denn keinen Glauben? Dann gebot er dem Sturm.

Haben wir (noch) so viel Glauben, dass Jesus auch in dieser unseren schweren stunde der Kirche bei uns bleibt, wie er bei seinem Abschied versprochen hatte: Seht, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.

Gottfried Fleißner, Hammerberg 26, 94566 Riedlhütte
(geboren in Althütte bei Elisenthal, Markt Eisenstein)

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