Pfarrer Anton Gruber

Geistliches Wort - 04|2021

Ostern – das höchste Fest der Christenheit


Auch wenn aller Anschein dagegenspricht und der Rummel um Weihnachten die Osterfestivitäten um ein Vielfaches übertrifft. Es ist eine unumstößliche Tatsache, dass Ostern das ältere – und wenn man so will – auch das wichtigere Fest für den gläubigen Menschen ist. Die Erlösungstat Gottes, welche mit der Geburt seines Sohnes Gottes an Weihnachten grundgelegt worden ist, erfährt an Ostern mit der Auferstehung Jesu erst ihre Erfüllung und Vollendung.
Brauchen Sie dafür noch einen Beweis? Kein Problem.
Jesus von Nazareth verkündet seine Botschaft von der Nächsten- und Feindesliebe – gut! Er predigt, dass das Reich Gottes im Anbruch sei – auch gut!
Er wirkt Wunder und heilt Kranke – umso besser!
Aber dann folgt die Tragödie. Jesus wird unschuldig zum Tod am Kreuz verurteilt. Alles scheint aus und vorbei zu sein.
An genau diesem Punkt treffen wir die Jünger Jesu am Abend des Karfreitags: allein, entmutigt und verlassen. Die einen verschanzen sich ängstlich im Abendmahlssaal (Joh 20,19), andere, wie die Jünger von Emmaus machen sich frustriert auf den Heimweg (Lk 24,13f).
In diese Situation der Enttäuschung hinein trifft sie die Osterbotschaft: Das Grab ist leer! Jesus Christus ist von den Toten auferstanden!
Das bedeutet nichts Geringeres, als dass Gott selbst das Werk und die Botschaft seines Sohnes gutgeheißen hat. Jesu Botschaft ist nicht gescheitert, sondern ganz im Gegenteil von Gott als Erfolg deklariert worden.
„Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer und euer Glaube sinnlos“, schreibt Paulus in seinem ersten Brief an die Gemeinde in Korinth (1 Kor 15,14).
Nach menschlichen Maßstäben war Jesus gescheitert: er endete unschuldig verurteilt als Verbrecher am Kreuz. Nach göttlichen Maßstäben aber ist sein Weg der Gottes- und Nächstenliebe der richtige: Gott hat ihn in seinem Tun bestätigt, indem er ihn von den Toten auferweckt hat.
Und genau diese Botschaft der Auferstehung Jesu ist es, auf die wir unsere Hoffnung setzen. Und ist Hoffnung nicht genau das, was wir alle dieser Zeit der Corona-Pandemie brauchen? Nein, wir sind nicht von Gott verlassen. Er ist bei uns und geht auch mit uns durch unser Leben, genauso wie er seinen Sohn Jesus Christus bei seinem Tod Kreuz nicht verlassen hat.
Die Auferstehung Jesu ist für uns Menschen das große Hoffnungszeichen dafür geworden, dass Gott uns in all unseren Höhen und Tiefen begleitet – und dies sogar bei unserem Lebensende weit darüber hinaus in ein neues ewiges Leben.
Ist das nicht eine tröstliche und zugleich die wichtigste Botschaft unseres Glaubens?

So wünsche ich Ihnen allen ein frohes, friedliches und gesundes Osterfest.

Anton Gruber, Pfarrer in Weil der Stadt

 

Pater Edmund Schrimpf

Geistliches Wort - 03|2021

Liebe Landsleute,

am 19. März sind wir wieder eingeladen, des heiligen Josef (Joseph) zu gedenken – und vielleicht auch unsere Beziehung zu ihm zu überdenken. Gar manche in unseren Familien trugen - und tragen vielleicht noch – den Namen dieses Heiligen.
Der älteren Generation unter uns ist der Josefitag noch als Feiertag in Erinnerung. Der hl. Josef gehört(e) zu den Heiligen, die man in die Nöte und Belange des persönlichen und familiären Lebens einweihte und um Hilfe anging.
So hat ihn Papst Pius IX. am 8. Dezember 1870 auch zum Schutzpatron der Kirche erwählt. In Erinnerung daran lädt uns nun Papst Franziskus mit seinem apostolischen Schreiben vom 08. Dezember, das mit den Worten „Patris corde“ („Mit väterlichem Herzen“) beginnt, ein, des heiligen Josef und seiner Bedeutung für uns und die Kirche zu gedenken. Mit väterlichem Herzen „liebte Josef Jesus, der in allen vier Evangelien ‚der Sohn Josefs‘ genannt wird. Die beiden Evangelisten Matthäus und Lukas, die seine Gestalt besonders herausgestellt haben, erzählen nicht viel von ihm, aber doch genug, so dass deutlich wird, auf welche Weise Josef Vater war und welche Sendung ihm Gott anvertraut hatte.“
Kein einziges Wort ist uns von ihm in den Evangelien überliefert, doch aus dem, was sie uns von ihm berichten, erfahren wir: Er war bereit, auf Gottes Ruf zu hören und Gottes Willen demütig zu akzeptieren. So nennt ihn der Papst unter anderem: „Vater im Annehmen“ – „Vater mit kreativem Mut“. Ja, es braucht Mut, etwas anzunehmen, das nicht in die eigene Lebensplanung einbezogen ist – es braucht Mut, sich selbstlos, kreativ in diesen Annahmen einzubringen.
So war Josef von Gott „dazu berufen, durch dir Ausübung seiner Vaterschaft unmittelbar der Person und Sendung Jesu zu dienen. Auf diese Weise wirkt er an dem großen Geheimnis der Erlösung mit und ist tatsächlich Diener des Heils“. Es erscheint ihm kein Engel wie dem Zacharias im Tempel oder wie Maria in Nazareth. Im Traum vernimmt er: „Nimm Maria zu dir – steh auf, nimm das Kind und seine Mutter und flieh nach Ägypten.“ Er steht auf und tut „traumhaft genau das Richtige“, er tut es im Glauben und Vertrauen, dass der Gott der Väter mit ihm ist. Auf uns bezogen schreibt der Papst: „Oft geschehen in unserem Leben Dinge, deren Bedeutung wir nicht verstehen.“ Ja, wer von uns wüsste das nicht. Doch wie reagieren wir darauf!?
Die Antwort des Papstes ist: „Das, was Gott zu unserem Heiligen gesagt hat: „Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht“, will er auch uns sagen: „Fürchtet euch nicht!“ Gott räumt uns nicht alles Schwere aus dem Weg – auch im Leben der Heiligen Familie hat er das nicht getan, so sehr man das gerade da erwarten möchte. Im Schreiben des Papstes lesen wir: „Wenn Gott uns manchmal nicht zu helfen scheint, bedeutet das nicht, dass er uns im Stich gelassen hat, sondern dass er auf uns vertraut und auf das, was wir planen, entwickeln und finden können.“ Damit meint er in etwa das, was Jesus zu Paulus sagte: „Meine Gnade genügt dir!“
Das heißt: Ich bin ja mit dir, vertraue mir. So ist „Josef der Mann, durch den Gott für die Anfänge der Erlösungsgeschichte Sorge trägt. Er ist das ‚Wunder‘, durch das Gott das Kind und seine Mutter rettet.“ Gemeint ist: Auch wenn der Weg zum Ziel beschwer-lich, hügelig, kurvig ist, so führt er doch mit Gottes Hilfe und die Fürbitte der Heiligen ans Ziel. In diesem Sinne lädt uns ja auch Jesus ein, mit ihm den Weg zum Vater zu gehen.
Im Schreiben des Papstes heißt dies: „Es liegt uns fern zu meinen, „glauben“ bedeute, einfache vertröstende Lösungen zu finden. Der Glaube, den Christus uns lehrt, ist vielmehr der Glaube, den wir am hl. Josef sehen, der nicht nach Abkürzungen sucht, sondern dem, was ihm widerfährt, mit ‚offenen Augen‘ begegnet und persönlich Verantwortung übernimmt.“

Mit diesen wenigen Gedanken aus dem reichhaltigen Schreiben des Papstes verbinde ich den Wunsch, dass wir - auf die Fürbitte des hl. Josef vertrauend – unseren christlichen Alltag gläubig aus der Hand des himmlischen Vaters annehmen. So wird dann auch die Vaterunser-Bitte „dein Wille geschehe…“ keine leere Formel sein.

Euch allen Gottes Segen!

Pater Edmund Schrimpf
(aus Schwarzbach Cerna)

Siegfried Weber,
Vorsitzender
von Glaube und Heimat

Geistliches Wort - 02|2021

Liebe Leserschaft von Glaube und Heimat!

Lockdown, seit fast einem Jahr kursiert dies Wort in unserem Leben. Keiner hat sich vorstellen können oder wollen, dass so etwas in Deutschland und Europa möglich ist. Die Wirtschaftlichen, Politischen Gesellschaftlichen Folgen sind noch nicht im Geringsten einzuschätzen. Lockdown, das ist ein Verlust von vielem, was man bisher selbstverständlich hatte und genießen konnte. Ganz vorne stehen natürlich Wirtschaftliche und damit existenzielle Sorgen in einer ungeahnten Bandbreite, gerade wenn man Verantwortung hat für seine Familie oder als Arbeitgeber für einen Betrieb. Aber es ist auch ein Verlust von menschlichen Beziehungen, Begegnungen und Gespräche, verstärkt durch Masken und Distanz. Klassenkameradschaften in den Schulen leiden, Bildungschancen verschieben sich und Familien wissen oft nicht, wie sie die Betreuung ihrer Kinder realisieren können, da ja auch Großeltern sofern sie überhaupt in der Nähe sind, jetzt oft ausfallen, da das Infektionsrisiko zu groß ist. Gerade ältere Menschen und das sind viele unserer Leserinnen und Leser, leiden besonders unter dieser Situation der Einsamkeit.

Zwar ist mit den jetzt zugelassenen Impfstoffen ein wenig Hoffnung aufgekeimt, aber auch hier gestaltet sich manches chaotisch und eine europäisch aufgestellte Impfstrategie zeigt sich in vielen Bereichen als zäh und nicht effizient. Was aber noch viel dramatischer ist. Der erste Lockdown im vergangenen Frühjahr, er war hart, kurz und effektiv und wurde von einer Mehrheit mitgetragen. Leider hat man in der Folgezeit einiges verschlafen und falsche Hoffnungen gepflegt, ohne etwas zu erreichen. Jetzt sind wir von einer Leichtversion in einen harten Lockdown im Dezember und die Anfang Januar tagende Runde der politisch Verantwortlichen hat die Maßnahmen bis in den Februar teilweise fortgesetzt.

Am 17. Februar beginnt für uns Christen mit dem Aschermittwoch auch so eine Art „Lockdown“. Fastenzeit! Vielleicht sagt jetzt mancher „lass mich in Ruhe“ ich habe die Schnauze voll.“  In der Tat hat die Fastenzeit einiges mit dem Lockdown gemeinsam. Es ist eine auferlegte Zeit des Verzichts, der Einschränkung und Rückbesinnung auf das Wesentliche, einer Standortbestimmung und gegebenenfalls einer Umkehr. Was die Fastenzeit aber unterscheidet, ist die Tatsache, dass wir kein Virus bekämpfen oder dass uns diese Zeit nicht in wirtschaftliche und familiäre Existenzkrisen führen oder uns unserer Lebensfreude berauben will. Sie ist auch nicht infektiös, aber sie will trotzdem ansteckend sein, gerade in der derzeitigen Situation etwas aus diesen Tagen zu machen. Ganz entscheidend ist auch, dass wir ihre Zeit kennen. Anfang und Ende stehen fest, 40 Tage. Das Ziel ist auch definiert: Ostern und jeder Sonntag der Fastenzeit ist eine kleine Ermutigung nicht aufzugeben! Davor aber ist es eine durchaus anspruchsvolle Zeit, vor allem die Karwoche, die uns schon an existenzielle Fragen heranführt, die aber dann eine Perspektive bekommen. Wo im Pandemielockdown viele Stimmen reden, tausend Richtungen weisen und viele Besserwisser Ihre Weisheiten verbreiten, geht es in der Fastenzeit um eine Stimme und es geht um einen, der mit uns als Wegbegleiter geht: Jesus Christus! Sein Leben ist Teil des menschlichen Lebens, in allen Facetten unserer Existenz. Das haben wir an Weihnachten gefeiert und das wird Maria im Tempel als Weissagung mitgegeben. Es gibt keine Freuden und Leiden, Gefühle und Gedanken, die er nicht auch erlebt und durchlitten hat. Darum ist er ein verlässlicher Begleiter in der Fastenzeit, wie auch an allen anderen Tagen unseres Lebens. Diese Hoffnung zeichnet uns als Christen aus und hilft uns schwere Tage zu bestehen aber auch die Freude am Leben nicht zu vergessen und darum frohe Anlässe zu feiern. Bei der Aschensegnung heißt es: „… Hilf uns die vierzig Tage der Buße in rechter Gesinnung zu begehen, damit wir das heilige Osterfest mit geläutertem Herzen feiern.“

So möge uns der „Christliche Lockdown“ helfen, im Loslassen und bewussten Verzicht neues zu gewinnen, vor allem aber aus der Kraft unserer Hoffnung neuen Mut und eine Perspektive zu finden, die uns herausführt aus Angst und Verzagtheit dessen was wir derzeit erleben.

Ich wünsche uns allen eine gesegnete Zeit und bleibt gesund!

Euer Siegfried Weber,
Vorsitzender und Kanoniker in Budweis

 

Gerhard Spöckl

Pfarrer
Gerhard Spöckl

Geistliches Wort - 01|2021

Entdeckerreise zu GOTT

Liebe Leser und Leserinnen,

Ich kann mir das neue Jahr noch gar nicht vorstellen
Ich denke, jeder wird sich in diesen Tagen fragen: „Wie wird es mit der Pandemie in den nächsten Wochen weitergehen?“ So wie wir es sonst gewohnt sind, können wir sicherlich nicht das neue Jahre einläuten. Unsere Restaurants sind voraussichtlich zu, manche Treffen, auf die wir uns in der winterlichen Zeit zusammen mit unseren Bekannten und Freunden freuen, müssen ausfallen oder wenigstens reduziert weren. Es wird auch sinnvoll sein, weiterhin auf familiäre Begegnungen zu verzichten, um uns nicht gegenseitig zu gefährden. Kürzlich sagte einer zu mir: „Ich kann mir das gar nicht vorstellen, wie das Jahre 2021 wird? Gerade zu Beginn des Jahres hat man doch meist mehr Zeit füreinander“ und ich antwortete: „Ja, ich weiß auch nicht, wie es wirdt“. Fällt dann einfach nur ersagtuzlos aus?

Das neue Jahr mal anders
Es fällt schon schwer, wenn es geboten ist, auch auf viele wundervolle Begegnungen zu verzichten. Auch für mich wird das eine Herausforderung werden. Ich meine aber, ich könnte auf das neue Jahr auch mal anders blicken, um genauso schöne Momente, die diese Zeit in sich birgt, erleben zu können.Zu Beginn eines neues Jahres machen wir uns klar,  dass wir diesem GOTT so unendlich wertvoll sind. Er begleitet uns auch in den kommenden 365 Tagen. Egal, was kommt, er geht mit uns und zeigt uns jeden Tag, wie gern er uns hat.

GOTT ist da, wo ich bin
Ein schöner Gedanke ist das, was uns hinein in das neue Jahre tragen kann. Und es stimmt. Der Übergang von einem ins andere Jahr ist auch eine Zeit, in der ich alles hinter mir lassen und neu beginnen darf, in dieser Zeit genieße ich auch mal die Stille, und Ruhe, um nach dem Wesentlichen des Lebens zu sehnen. Die dunklen Tage tragen dazu sicher auch bei. Ich wünsche mir tatsächlich, dass GOTT da ist, wo ich bin und er mein ganzes Leben ergreift. Ich möchte Ihnen diesen Gedanken mit auf dem Weg geben:

Wir dürfen in dieser Zeit den Duft dess neuen Jahres riechen und erahnen. Wir dürfen unseren GOTT suchen, der in unser Leben ist. Nichts gibt es auf dieser Welt, bei dem wir die Gewissheit nicht haben dürfen, dass GOTT zu uns steht.

Beginn einer Traumzeit
Für mich ist das wie ein besonderer Traum meines Lebens. Und dann, wenn ich jetzt mitten in diesem Übergang stehe, spüre ich auch: Wie oft gehe ich auf in den Sorgen des Alltags, ohne mich auf diesen GOTT einzulassen und ihn zu ersehnen an jeden Tag eines Jahres.!

Sicher, in diesem Jahr wird das neue Jahr durch Corona anders sein, aber diese Pandemie bietet, wenn man ein positiver Mensch ist, auch die Chance, Zeit für sich zu haben - ganz anders als sonst. Ich darf so manches winterliche Riutal und sei es nur ein Spaziergang  wieder einmal mehr genießen. Ich darf meine Familie bewusster wahrnehmen. Ich darf mir  wirklich eine Zeit der Stille r schenken lassen. Ich darf auch wieder einmal das Wesentliche des Lebens sehen sehen und erfahren.

Eine Entdeckerreise zu Gott
Mag das neue Jahr anders sein als sonst. Wenn wir uns auf die Entdeckerreise hin zu GOTT machen, dann wird uns zwar so manches an Gewohnten fehlen, aber wir werden auch wahrnehmen: GOTT ist bei uns! Er braucht nur unsere Offenheit dazu.

Genießen Sie diese besondere Zeit des neuen Jahres. Bleiben Sie gesund und entdecken Sie die Möglichkeiten, die eine etwas andere Zeit uns bietet: GOTT ist es, der mit uns geht!

Da brauchen wir gar nichts zu tun. Er schenkt sich uns an 365 Taggen und wir dürfen es dieses Jahr mal bewusster erleben.

Gutes Neue Jahr 2021

Pfarrer Gerhard Spöckl

 

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