Kategorie: Berichte

  • alterGlaube und neueHeimat – 12/2025

    alterGlaube und neueHeimat – 12/2025

    Liebe Mitglieder und Freunde der Pfarrei Malsching!

    Macht hoch die Tür, das Tor macht weit

    Wer kennt nicht dieses schöne alte Adventslied!? Aber wie und wo können wir uns mit diesem und anderen der alten Lieder auf Weihnachten vorbereiten?

    Im Radio werden wir mehrmals täglich mit Jingle Bells, Rudy the red nosed reindeer und driving home for Christmas „bedudelt“. Jedes Lied für sich ist ja recht schön, aber wo bleiben unsere guten alten deutschen Advents- und Weihnachtslieder? Ich habe dem Bayrischen Rundfunk schon angeboten, meine CDs zur Verfügung zu stellen, falls sie selbst keine Aufnahmen von heimischen Advents- und Weihnachtsliedern mehr haben. Ich habe keine Antwort bekommen. Wahrscheinlich haben sie mich als „alte Spinnerin“ ad acta gelegt.

    Aus eigener Erfahrung kann ich Euch sagen: Fliegt im Dezember nach Singapore! Unter duftenden Jacaranda-Bäumen  bei 40° Hitze, 90 % Luftfeuchtigkeit, knapp 140 km bis zum  Äquator und umgeben von pinkfarbenen Plastik-Tannenbäumen freut man sich ungemein, wenn man ‚leise rieselt der Schnee‘ und andere bekannte Weihnachtslieder hört.

    In diesem Jahr beginnt der Advent schon sehr früh. Der 1. Adventsonntag fiel auf den 30. November. Für viele ist die Bedeutung des Advent stark in Vergessenheit geraten oder verdrängt worden. Mit dem „Macht hoch die Tür“ sollten wir nicht nur das tägliche Öffnen eines Türchens des Adventskalenders verbinden. Allenfalls an den Sonntagen, wenn am Adventskranz eine Kerze nach der anderen entzündet wird, erinnern wir uns an Weihnachten und seine Bedeutung für uns Christen:

    Macht hoch die Tür, das Tor macht weit – es kommt der Herr der Herrlichkeit!

    Nutzen wir also die Adventszeit, um uns auf die Weihnachtszeit vorzubereiten und vielleicht auch um ein bisschen auf die Adventszeit der vergangenen Jahre zurück zu blicken. Was ich bei meinem Rückblick gefunden habe, erfahrt Ihr ganz am Ende dieses neueHeimat-Blattes.

    Im neueHeimat-Blatt 11/2025 vom November hatte ich über den Dokumentenfund im Turm der Pfarrkirche in Malsching berichtet. Darunter gab es auch viele Notenblätter mit den unterschiedlichsten kirchlichen Musikstücken. Passend zur Weihnachtszeit fand ich zwei Weihnachtslieder komponiert von Franz Reisinger (1838-1905) und fein säuberlich handschriftlich kopiert von den Herren Gustav Weyszer und Rudolf Zwittlinger. Herr Wyszer war in den 20-er bis Anfang der 30-er Jahre Oberlehrer in Malsching. Rudolf Zwittlinger besaß die Tischlerei, gleich am Ortsanfang, da wo heute das Ortsschild steht. Rudolf Zwittlinger war gleichzeitig Organist und Mesner (Mesner Rudl) und nach der Vertreibung auch für Glaube und Heimat einige Jahre Berichterstatter von Malsching.

    Abschrift von Gustav Weyszer
    Abschrift vom 14.12.1931 von Rudolf Zwittlinger

    Man stelle sich die mühsame Arbeit des Nachmalens der Noten vor. Das erste Kopiergerät in der Art wie wir sie heute kennen,  wurde erst 1938 erfunden und allgemein nutzbare Kopier-geräte die diese Arbeit erleichtert hätten, kamen erst 1949 auf den Markt.

    Mit diesem Bild der drei Glocken aus der Pfarrkirche in Malsching beende ich das heutige und gleichzeitig letzte neueHeimat-Blatt dieses Jahres. Wie schade, dass das Geläut dieser Glocken wahrscheinlich nicht zur Christmette in Malsching erschallen wird.

    Allen Lesern, Mitgliedern und Freunden der Pfarrgemeinde Malsching und allen Euren Angehörigen wünschen wir ein frohes, gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes und gesundes Jahr 2026.

    Eure Gerdy und Erich Hecker


    Erinnerungen an St. Nikolaus

    Wer hat als Kind nicht gezittert als es hieß: „Morgen Kinder wird’s was geben, morgen kommt der Nikolaus“. Wird er zusammen mit Krampus poltern und die Rute schwingen oder wird er hoffentlich aus dem Goldenen Buch vorlesen und dann aus dem großen Sack Süßigkeiten hervorzaubern? Das sind Erinnerungen an St. Nikolaus die schon seit Jahrzehnten zurückliegen

    Ich habe aber auch eine andere, sehr schöne, Erinnerung an St. Nikolaus, die erst 10 Jahre zurückliegt.

    Dieses besonders frohe Ereignis vom 6. Dezember, dem 2. Adventssonntag des Jahres 2015 hat zwar nicht den Eingang in die internationale Presse gefunden, ihm wurde aber in der Monatsschrift Glaube und Heimat im Januar Heft von 2016 auf mehreren Seiten gewürdigt und sogar im world wide web konnte man bei youtube die Zeremonie miterleben.

    Am 6. Dezember 2015 wurde
    Siegfried Weber zum Ehrenkanoniker
    der Kathedrale St. Nikolaus in  Budweis ernannt.

    Hochwürdigster Herr Kanonikus – lieber Siggi
    Die gesamte Malschinger Pfarrgemeinde und alle, die Dich kennen
    gratulieren Dir ganz herzlich zum 10-jährigen Jubiläum
    dieser hohen Ehre und Auszeichnung.


    Unterschiedliche Artikel aus dem Archiv:

    Abschrift des Artikel von Alois Ehrl

    Vorsitzender von Glaube and Heimat Militärdekan Siegfried Weber

    Ehrenkanoniker In Budweis

    Am 2. Adventsonntag, 06.12.15 und zugleich Fest des Diözesanpatrons des HI. Nikolaus hat Bischof Vlastimil Krocil bei einer feierlichen Kapitelvesper in der Kathedrale von Budweis vier neue Kanoniker installiert, zwei residierende und zwei nichtresidierende (Ehrenkanoniker). Unter ihnen befand sich Militärdekan Siegfried Weber, der erste Vorsitzende des Vereins Glaube und Heimat, aus Ulm.

    Es war eine eindrucksvolle Feier. Domorganist and Domschola gestalteten sie musikalisch sehr ansprechend. Die Kathedrale war wider Erwarten voll besetzt. Nach der Ansprache des Bischofs und der Vorstellung der neu ernannten Kanoniker sprachen diese zuerst das Glaubensbekenntnis und legten dann den Kapitelseid ab. Anschließend begleitete der Bischof sie mit der Mozetta, hängte ihnen das Kapitelskreuz um, steckte ihnen den Kapitelsring an and überreichte ihnen das Birett.

    Wie schon der Vorgänger im Vorsitz von Glauber and Heimat. Pfarrer Franz Irsigler, erhielt Militardekan Siegfried Weber diese Auszeichnung in Anerkennung seiner Arbeit and seiner guten Kontakte zu der Bistumsleitung and der vielen von Glaube und Heimat unterstützen kirchlichen Projekte im Bistum Budweis. Mit ihm können sich der Vorstand und alle mitfreuen, die unsere Böhmerwaldzeitschrift fördern durch ihr Abonnement oder durch ihre Spenden. Die Ernennung des ersten Vorsitzenden zum Ehrenkanoniker ist nicht zuletzt auch ein Ausdruck einer gut funktionierenden Zusammenarbeit zwischen Glaube and Heimat und dem Bistum Budweis. Ausdrücklich betonte der Bischof, dass dieses  Kanonikat eine Brücke sein soll zwischen den früheren deutschen Katholiken and den heutigen tschechischen Katholiken im Bistum Budweis and beitragen soll zu einer noch besseren Absprache und Koordinierung bei gemeinsamen kirchlichen Projekten. Zu der feierlichen Kapitelsvesper waren nicht nur Familienangehörige von Siegfried Weber gekommen, sondern auch eine ganze Reihe von Malschingern, angeführt von der Heimatbetreuerin Gertrud Hecker. Malsching bei Hohenfurth ist die Pfarrei im Böhmerwald, aus der schon Pfr. Franz Irsigler stammte and auch mütterlicherseits die Familia des neuen Ehrenkanonikers. Vom Vorstand von Glaube und Heimat. waren Geschäftsführer Erich Schaufler, der Militärdekan Siegfried Weber für das Ehrenkanonikat maßgeblich mit vorschlug, und der zweite Vorsitzende Domkapitular Alois Ehrl gekommen. Prominente Gäste waren u. a. der frühere Außenminister Fürst Karl Schwarzenberg, Militärdekan Alfons Hutter in Vertretung des Militärgeneralvikars und P. Jstin, der Prior des Zisterzienserstiftes Hohenfurth. Der Pontifikalvesper schloss sich ein Empfang in einem nahe gelegenen Hotel an, zu dem der Bischof und das Kapitel des Bistums Budweis einluden.

    Nach der offiziellen Feier trafen sich der mitgereisten Böhmerwäldler noch in einer geselliger Runde, gratulierten herzlich dem neuen Ehrenkanoniker und stießen mit dem berühmten Budweiser Bier auf seine ehrenvolle Aufgabe an. Sie vergaßen auch nicht in ihrer freudigen Stimmung das Lied „Tief drin im Böhmerwald“ anzustimmen. Siegfried Weber – die Freude war im anzusehen – bedankte sich zum Schluss herzlich, dass so viele seiner Einladung gefolgt sind und mit zugegen waren bei der feierlichen Zeremonie seiner Installation zum Ehrenkanoniker.

    Abschrift des Artikels von Gertrud Hecker

    Es war wie ein kleines Pfarrtreffen, als Verwandte,
    Priesterkollegen, persönliche Freunde und fast zwei
    Dutzend Malschinger sich in Budweis einfanden, um
    gemeinsam am 6. Dezember an der offiziellen Installation
    von Militärdekan Siegfried Weber als Ehrenkanoniker
    der Diözese Budweis teil zu nehmen. Und
    selbstverständlich waren als offizielle Vertreter von
    Glaube und Heimat der 2. Vor-sitzende, Domkapitular
    Alois Ehrl und der Geschäftsführer Herr Erich
    Schaufler anwesend,
    Gut sichtbar für alle Besucher der Feierlichkeit stand
    an den Stufen zum Altarraum die Pfarrfahne von
    Malsching.
    Nach dem feierlichen Einzug des Hochwürdigsten
    Bischof Vlastimil Krocil, dem gesamten Domkapitel,
    den anwesenden Geistlichen, Pior Justin und
    Mitbrüdern aus dem Kloster Hohenfurth und den neu
    ernannten Kanonikern wurden diese einzeln vorgestellt.
    Diese Vorstellung als auch die anschließende
    Predigt von Bischof Krocil haben wir leider nicht
    verstanden. Die Liturgie wurde in tschechischer
    Sprache gehalten. Die deutsche Übersetzung der
    Ansprache können wir jetzt vorne in diesem Heft von
    Glaube und Heimat lesen.
    Trotzdem war die von Bischof Krocil vorgenommene
    Zeremonie der Übergabe der Insignien der neuen
    Würde, dem Birett, der Mozetta und dem Käpitelkreuz
    am Band, auch für uns alle sehr ergreifend.
    Wer von Euch einen Internetzugang hat, kann die
    Zeremonie unter folgender Adresse verfolgen.
    Alps: www.youtube.com/watch?v=vaM50lj-aUE live
    Unter den zahlreichen Besuchern im Dom des Heiligen
    Nikolaus zu Budweis waren bedeutende Persönlichkeiten
    anwesend:
    Karel Schwarzenberg, ehemaliger Außenminister der
    Tschechischen Republik und amtierendes Oberhaupt
    des historischen Fürstenhauses Schwarzenberg,
    ehemals Herren von Krummau, sowie Bernd Posselt,
    Bundesvorsitzander der Sudetendeutschen Landsmannschaft.
    Sicherlich waren noch weitere tschechische oder auch
    deutsche Honoratioren anwesend, die mir jedoch
    nicht bekannt waren.

    Kanonikus Weber im Gespärch mit Fürst Karel Schwarzenberg
    Kanonikus Weber mit Bernd Posselt.

    Im Anschluss an die kirchliche Feier, fand für die geladenen Gäste im Hotel Maly Pivovar ein Empfang statt, bei dem die Gäste zwanglos miteinander plaudern konnten.

    Danach trag sich der engere Kreis um den neuen Ehrenkanonikus um den unvergesslichen Tag in froher Runde und mit dem Böhmerwaldlied ausklingen zu lassen.

    Abschrift des Artikel von Vlastimil Krocil

    Vorsitzender von Glaube und Heimat Militärdekan Siegfried Weber Ehrenkanoniker in Budweis

    Ansprache von seiner Excellenz Vlastimil Krocil anlässlich der feierlichen Liturgie der Vesper mit der Installation der neu ernannten Kanoniker in der Kathedrale von St. Nikolaus in Budweis am 6. Dezember 2015

    Liebe und verehrte Gäste, Kapitelpropst, Mitbrüder Kanoniker, Priester und Diakone, Seminaristen, Ordensfrauen, Brüder und Schwestern in Jesus Christus, unserem Herrn!

    Ich begrüße auch Sie, liebe Gäste, liebe Brüder und Schwestern aus Deutschland, die mit dem von mir ernannten Ehrenkanonikus des Kathedralkapitels Pater Siegfried Weber gekommen sind.

    Ich freue mich sehr, dass ich Sie hier – in unserem Dom von St. Nikolaus in Ceske Budejovice bei der heutigen feierlichen Liturgie der Vesper begrüßen darf. Wir sind hier um gemeinsam zu beten und dem
    lieben Gott für diesen Tag zu danken, um die Vergebung unserer Sünden zu bitten, uns auf unsere Erlösung zu besinnen und unsere Hoffnung auf unseren Herrn zu richten — auf das Licht, das niemals
    untergeht.

    Vesper, oder wie es auch genannt wird, das Abendgebet, gehört zu den wichtigen Momenten im Leben der Kirche. Es ist eine gute Tradition, wenn sich die Ortskirche — das Kathedralkapitel mit den Priestern, Diakonen und anderen Gläubigen am Fest des heiligen Nikolaus zusammentrifft.

    Heuer fiel der 6. Dezember auf den zweiten Adventssonntag und – den liturgischen Regeln gemäß — wird das Fest des heiligen Nikolaus auf morgen übersetzt. In den nächsten Tagen werde ich außerhalb der
    Diözese sein und werde bei den morgigen Feierlichkeiten durch den Weihbischof und Propst des Kapitels, Msgr. Paul Posad, vertreten. Ich habe keine Zweifel, dass er mich bei der Feier der Eucharistie qut vertritt
    und dass seine Worte eine Ermutigung für alle werden.

    Mein persönlicher Wunsch war jedoch, zusammen mit Ihnen wenigstens durch das Gebet der Vesper den Schutzpatron der Kathedrale und der ganzen Diözese St. Nikolaus zu ehren – und das schon am Vorabend des Festes. Nächster Grund, warum ich die feierliche Vesper schon an diesem Nachmittag wollte, ist die Installation der neuen Kanoniker, die ich heuer im September ernannt habe. Die Zahlergänzung der Kanoniker und ihre feierliche Installation ist keine Laune, Relikt oder verblichener Ruhm. Das ist einer von vielen Momenten im Leben der Ortskirche und er erinnert uns daran, dass auch unsere örtliche Kirche seine eigene lebendige Tradition hat. Es ist eine Tradition, die seit 230 Jahre andauert und der wir mit Stolz dazugehören können! Wie viele in der Vergangenheit herausragende Persönlichkeiten unter den Mitgliedern der lokalen Domkapitel waren – Namen wie Jan Cais, Vojtech Mokry, Josef Leeb, Josef Novak und viele andere sind der Beweis, dass es ein Fundament ist auf welchem wir weiterbauen können. Ich wünsche mir, dass auch die aktuellen Mitglieder des Kapitels und auch die neu ernannten, einen ähnlichen Weg wie ihre Vorgänger gehen, und dass sie immer eine Unterstützung ihres Bischofs sind.

    Es ist eine neue Herausforderung, es ist eine neue Verpflichtung! Daran erinnert uns der Apostel Petrus: “Weidet die Herde Gottes, wie Gott will; nicht als erbliche Herren in ihr Schicksal, sondern als ein Vorbild
    seiner Herde.”

    Um dies zu tun, wollen wir alle die notwendige Kraft und die Gnade des Herrn erbitten! Möge der HI. Nikolaus, der Schutzpatron unseres Domkapitels, ein starker Fürsprecher bleiben! Möge unsere gesamte
    Diözese unter seinem mächtigen Schutz bleiben und durch seine Fürsprache weiterblühen!
    Nun bitte ich die neu ernannten Mitglieder des Kapitels, das Glaubensbekenntnis und den Eid der Treue abzulegen.

  • alterGlaube und neueHeimat – 11/25

    alterGlaube und neueHeimat – 11/25

    Liebe Mitglieder und Freunde der Pfarrei Malsching!

    Die Tage sind schon deutlich kürzer geworden und mancherorts herrscht dichter Nebel; nur selten lässt sich die Sonne sehen. Das ist auch die Zeit des Innehaltens und der Erinnerungen. Viele von uns haben im vergangenen Jahr liebe Menschen verloren und ganz besonders an Allerheiligen und Allerseelen gedenken wir ihrer bei unseren Besuchen am Friedhof.

    Gerettete Dokumente

    Vor vielen Jahren hat ein Malschinger Pfarrangehöriger seine Heimatpfarrei besucht und dabei einen Blick durch die offenstehende Türe des Turmes geworfen. Die Neugier trieb ihn dann nach oben. In einer Mauernische entdeckte er dann einen Packen von Notenblättern und anderen alten Dokumenten. Er nahm sie mit, u sie vor weiterem Verfall zu bewahren.

    Danke, Franz!

    Unter den geretteten Dokumenten befand sich auch das nachstehende Heftchen. Einige der Seiten sind leider nicht mehr ganz gut leserlich. An Ihnen haben nicht nur der Zahn der Zeit sondern auch einige Mäusezähne genagt.

    Schon in früheren Zeiten, mehr noch als heute, hat man für die Verstorbenen Seelenmessen lesen lassen. Diese wurden vom Pfarrer sorgfältig dokumentiert, wie aus dem Heftchen vom 30.10.1896 hervorgeht.

    Auf einem der Blätter hat Katharina Freudenthaler eine Messe lesen lassen für ihren gefallenen Ehemann, Mutter, Bruder, Schwiegervater, Großeltern und Schwester.

    Bei vielen wird der gefallenen Ehemänner und Söhne gedacht. Dabei wird es sich wohl um Kriegsteilnehmer entweder von 1866 (Preussen gegen Österreich/Königgrätz) oder dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71   gehandelt haben.

    Auch ich habe einer der vielen Toten die in den Kirchenmatrikeln aus noch weiter zurückliegender Vergangenheit dokumentiert ist, gedacht und daraus die Geschichte Sybillas Weg verfasst. Diese werde ich in Fortsetzungsfolgen, beginnend mit dieser Ausgabe am Ende dieses neueHeimat-Blattes erzählen.

    D A N K E ganz groß geschrieben

    So kurz vor Jahresende fällt man oft in pure Hektik, so als würde zum Jahresende die Welt untergehen. Dies und das wurde das Jahr über immer verschoben und muss unbedingt noch  erledigt werden. Trotzdem sollte man sich die Zeit nehmen, ein bisschen auf das Jahr zurückzublicken, Was war schön? Was war nicht so gut? Nicht so gut ist es, dass es das „alte“ Glaube und Heimat nicht mehr gibt. Schön ist es aber, dass doch viele der ehemaligen Bezieher dem Verein die Treue gehalten haben und sich wieder nach der Umstrukturierung als Mitglied angemeldet haben.

    Das ist für die Vorstandschaft und Verwaltung von Glaube und Heimat ein Anlass, sich ganz herzlich bei den Wiederangemeldeten und besonders auch bei den Neumitgliedern zu bedanken. Nur so ist es dem Verein möglich, die gemeinnützige Arbeit fortzusetzen.

    Für all jene, die keinen direkten Zugang zum Internet haben, füge ich am Ende des  neueHeimat-Blattes  das Gruß- und Dankeswort des 1. Vorsitzenden, Herrn Kanonikus Siegfried Weber, an.

    Auch ich persönlich möchte dieses neueHeimat-Blatt benutzen, um mich für die vielen schriftlich und telefonisch übermittelten Wertschätzungen für das  neueHeimat-Blatt  zu bedanken.

    Einige meiner neueHeimat-Blätter sind zum Teil schon auf der Startseite der home page von glaubeundheimat.de eingestellt und für alle, welche glaubeundheimat.de aufrufen, zugänglich. . Die vollständigen Berichte mit den Geburtstagglückwünschen findet Ihr unter Kaplitz / Malsching. Diese Seite ist jedoch nur für Mitglieder von Glaube und Heimat zugänglich. Berichte ohne Familiennachrichten können auch auf der Startseite unter glaubeundheimat.de abgerufen werden. Dennoch werde ich die neueHeimat-Blätter auf vielfachen Wunsch auch weiterhin per e-mail versenden. Nochmals ein herzliches Dankeschön an die „Briefträger“, die die mails ausdrucken und ihren Angehörigen weitergeben.

    Auf neu-deutsch „der Advent is coming soon“

    Ende November beginnen wir uns auf die ruhige Zeit einzustellen. Ein altes Sprichwort lautet: Kathrein (25. November) stellt den Tanz ein.

    Am 30. November ist der erste Advent. Bald werden die Düfte von Vanillekipferl & Co. durch die Küche ziehen. Schließlich warten bei mir um die 40 Personen aus Familie, Kollegen- und Freundeskreisen  darauf, dass das Gebäck pünktlich zum 1. Advent am Tisch steht.

     Deshalb stelle ich für heute meine Berichterstattung ein und werde mich darauf vorbereiten alle Zutaten für diese Kalorienbomben zusammenzustellen, damit ich bis Monatsende fertig werde und grüße Euch herzlich aus der Weihnachtsbäckerei.


    Sybillas Weg

    aufgezeichnet 2009
    von Gertrud Hecker – Pischulti

    An eine uralte, hohe Tanne des tausend Jahre alten Waldes gelehnt saß Sybilla im hohen Schnee und fror. Immer wieder schlang sie die Arme um sich und hauchte in die Hände, um sich wenigstens ein klein wenig zu erwärmen.  Allmählich reichte die Wärme des Atems nicht mehr.   Sie war so müde. Nur ein kleines Weilchen schlafen wollte sie. Während die Augenlider immer schwerer wurden zogen wie Nebelschleier Bilder ihres bisherigen Lebensweges vor ihr auf.

    Sie sah sich als kleines fünfjähriges Mädchen, das am Sonntag hinter Vater und Mutter den steilen und steinigen Weg zur Pfarrkirche hinaufstieg. Der Schnee war in diesem Jahr schon früh weggeschmolzen und auf den Wiesen blühten die ersten Schlüsselblumen. Vater trug ihren kleinen Bruder Johannes auf den Schultern und Sophia, die nur zwei Jahre jünger war als Sybilla,  trabte neben ihr. Immer wieder musste sie sie ermahnen nicht zu trödeln, um mit den Eltern Schritt halten zu können. Der Weg führte durch den dichten Wald und sie wollte die Eltern auf keinen Fall verlieren. In dem Wald tummelten sich vielerlei wilde Tiere und Vater hat sie ermahnt, nicht in den Wald zu gehen, wo Füchse, Bären und Wölfe nur darauf warteten, kleine Kinder aufzufressen oder die Hexe drohte, so wie in dem Märchen, das Mutter ihr oft am Abend erzählte.

    Gerade als sie über die mit vielen großen und kleinen Felsstücken übersäte Wiese, die „der Stoa“ genannt wurde, die letzte Anhöhe zur Kirche hinaufstiegen, erklangen die Glocken und riefen zum Gottesdienst. Nach einer Stunde beschwerlichen Fußmarsches erreichten sie endlich, müde und schwitzend, die Kirche.

    Vater setzte sich zu den Männern in die Bänke auf der rechten Seite, Sybilla und Sophia blieben bei der Mutter, die den noch nicht mal zweijährigen Johannes auf dem Schoss hielt, in dem schon wieder ein kleines Geschwisterchen heranwuchs, in den Bänken auf der linken Seite. Wie tat es wohl, sich nun setzen zu können und die kleinen Füße aus den klobigen Holzschuhen zu ziehen, die Andreas, der einzige Sohn vom alten Vincentius und ein Vetter ihres Vaters, ihr zum letzten Namenstag im Oktober geschnitzt hatte.

    Voll Bewunderung betrachtete Sybilla die großen Heiligenfiguren, die hoch oben an den Wänden der Kirche standen. Besonders gefielen ihr aber die Engelsfiguren, die rund um den Altar schwebten und der große Kristalllüster aus böhmischem Glas, auf dem unzählige Kerzen leuchteten.

    Sie freute sich auf nächsten Sonntag, den Palmsonntag, wenn die Burschen mit ihren schön geschmückten Palmbuschen in die Kirche einzogen und sich neben dem Altar aufstellten.

    Als der Pfarrer mit seinen Ministranten das Kirchenschiff betrat, setzte die Orgel mit lautem Getöse ein.

    Es war aber keine Orgel, die Sybilla aus ihrem Traum riss, sondern der kräftige Sturm, der durch die Baumwipfel des Waldes brauste.

    „Oi Jessasmariandjosef, is mia koid“, dachte Sybilla. „Wann i nur grod weida drahma kannt. In da Kira is grod recht gmiatli gwejn. ’s woar ned grod woarm owa ’s woar a ned sou koid wia do heraussn im Woid. Mog sei, dass da Drahm wieda zruck kimmt wann i nao a Weilei weida schlof”  dachte sie und schloss erneut die Augen, nachdem sie ein „Vater unser“ und ein „Ave Maria“ gebetet hatte.

    Nun erinnerte sie sich daran, wie ihr Vater Laurentius ihr einmal von ihrer Mutter Agneta erzählt hat.

    Sein Vater Wenceslaus, der schon lange verstorben war, hinterließ ihm einen kleinen Bauernhof, auf dem noch die Maria, seine alte Mutter lebte. Sie war schon gut über sechzig, hatte ein runzeliges Gesicht und von der Gicht gekrümmte Finger.  Das Haus war eines der ältesten, es war als zweites Haus im Dorf vor vielen Jahrzehnten erbaut worden. Die Erträge dieses kleinen Bauernanwesens und seine zusätzliche Arbeit als Zimmerer erlaubten es ihm, eine Familie zu gründen.

    Agneta, meistens wurde sie auch Agnes genannt, war das hübscheste Mädchen der Nachbarsfamilie Singer als Laurentius sie im Hochsommer des Jahres 1670 heiratete.

    Fortsetzung folgt im Januar…

  • neueHeimat-Blatt 08/2025

    neueHeimat-Blatt 08/2025

    Nr. 8/2025

    alterGlaube und neueHeimat

    Liebe Mitglieder und Freunde der Pfarrei Malsching

    Erntemond, so nannte man früher den Monat August. Wie mühsam war doch die Arbeit am Feld, besonders in bergigen und steinigen Gegenden, so wie im Böhmerwald. Es wurden hauptsächlich Roggen, Hafer und Gerste angebaut – und natürlich Flachs.

    Wahrscheinlich werden die Felder, auf denen unsere Vorfahren schufteten, schon längst durch Maschinen abgeerntet sein, wenn wir uns in wenigen Tagen zu unserem Pfarrtreffen in Malsching einfinden, da wo einige von uns Ihre Kindheit und frühe Jugend verbrachten und vielleicht auch auf den Feldern mitarbeiten mussten oder sich in den „Kornmandeln“ versteckten.

     Nachstehend findet Ihr nochmals das vorgesehene Programm für das Treffen:

    Freitag, 15. August

    Nach Eurer Ankunft, ab ca. 17:00 Uhr, erstes Zusammentreffen und, wer Lust hat, individuelles Abendessen im Hotel Šumava in Hohenfurth.

    Der 15. August ist Maria Himmelfahrt und kein Feiertag in Tschechien.
    Wer schon am Donnerstag oder Freitag morgens anreist, hat die Gelegenheit um 10:00 Uhr an dem Gottesdienst mit anschließender Kräuterbuschen-Weihe in der Wallfahrtskirche Maria Schnee teilzunehmen.

    Neu ins Programm aufgenommen: Schlauchbootfahrt auf der Moldau Information siehe unten

    Samstag, 16. August

    Wir besuchen das Grab von Pater Benedikt Kastner, dem letzten Pfarrer von Malsching bis Mai 1946

    10:00 Uhr Treffen am Eingang zum Friedhof in Bad Leonfelden, Ringstraße 37

    11:30 Uhr kurze Andacht in der Stadtkirche

    12:00 Uhr Mittagessen im Leonfeldener Hof

    14:00 Uhr ca. 60 Min. Führung in der Lebzelterei Kastner, Lebzelterstraße 243 (am Ortsausgang an der Straße nach Freistadt – NICHT das Café am Marktplatz!)

    Anschließend – wer möchte und dem Süßen nicht widerstehen kann – Kaffee und Kuchen im angeschlossenen Café.

    Danach Zeit für eigene Unternehmungen.

    18:00 Uhr gemeinsames Abendessen im Hotel Šumava

    (Bereitet Euch auf ein kleines Ratespiel, betreffend den Friedhof in Malsching vor)

    Sonntag, 17. August

    10:00 Uhr Gottesdienst in Malsching, zelebriert von Kanonikus Siegfried Weber und Franz Ullmann an der Orgel.

    12:00 Uhr Mittagessen in der alten Schule

    14:00 Uhr Wallfahrt auf den Turmberg

    Informationen zur Schlauchbootfahrt am Freitag, 15. August

    Schiff ahoi!

    Mein Vorschlag zu einer Schlauchbootfahrt auf der Moldau von Hohenfurth bis Rosenbergwurde gut angenommen. Dauer 2-3 Stunden, je nach Fließgeschwindigkeit des Wassers. Zwei Boote sind schon besetzt.

    Wir treffen uns um 13:00 Uhr im Hotel Šumava. Von dort werden wir abgeholt und zum Bootsanleger gebracht. Nach der Ankunft in Rosenberg werden wir von dort auch wieder abgeholt und zum Šumava zurückgebracht. Der Preis pro Person beträgt ca. 18,00 € bei derzeitigem Belegungsstand. Der Betrag ist von mir bei Abholung in einer Summe in Bar zu zahlen. Bitte haltet vor Abfahrt den jeweiligen Betrag für mich bereit.

    Natürlich fahren wir nur bei schönem Wetter. Wer Lust hat, kann sich noch bis spätestens 5. August bei mir anmelden.

    Die Fahrt auf der Moldau bedarf keiner Erfahrung. Das Wasser der Moldau übernimmt die Hauptarbeit. Wenigstens ein Bootinsasse muss aber gelegentlich schon selbst ein bisschen paddeln. Unterwegs gibt es etwa auf halber Strecke eine Getränkestation. Trotzdem sollte jeder bei heißem Wetter selbst noch etwas zum Trinken mitnehmen.

    Welche Kleidung? Sollte nicht gerade die beste sein und auch mal einen Spritzer Wasser nicht übelnehmen oder besser gleich die passende Badekleidung anziehen. Bitte auf keinen Fall ein Cap oder Sonnenhut und Sonnencreme vergessen! Am Boot sind wasserfeste Tonnen vorhanden, in denen Wertgegenstände, Kleidung und Schuhe etc. verwahrt werden können.

    Auf ein baldiges Wiedersehen in Malsching freuen sich

    Siegfried Weber, Kanonikus und Gerdy Hecker-Pischulti

  • neueHeimat-Blatt 06/2025

    neueHeimat-Blatt 06/2025

    Liebe Mitglieder und Freunde der Pfarrei Malsching

    Mit Ablauf dieses Monats ist die erste Hälfte das Jahres 2025 schon wieder vorüber und damit auch die Zeit der meisten Feiertage. In wenigen Tagen werden wir Pfingsten feiern, die Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Apostel und  Anhänger Jesu Christi.  Auch vielen unserer heutigen Staatsoberhäupter weltweit würde man wünschen, dass der Heilige Geist auf sie herabkäme und ihnen Erleuchtung bringen möge.

    75. Sudetendeutscher Tag vom 6. bis 8. Juni 2025 in Regensburg

    An Pfingsten findet seit vielen Jahrzehnten traditionell der „Sudetendeutsche Tag“ statt. Das war für die Heimatvertriebenen des Sudetenlandes ein riesiges Ereignis, das man nutzte, um Verwandte, Freunde und Nachbarn aus der alten Heimat zu treffen.  Es waren mehrere große Hallen und sogar Freiflächen der Messegelände in überwiegend süddeutschen Städten wie Stuttgart, München, Frankfurt und Nürnberg voll belegt mit Tischen und Bänken, wo man in gemütlicher Runde zusammensaß und über alte Zeiten diskutierte.

    Das hier gezeigte Foto entstand beim Sudetendeutschen Tag in Stuttgart 1952.

    Und natürlich war auch damals schon – ebenso wie heute – Glaube und Heimat dabei. In bewährter Weise wird Kanonikus Siegfried Weber am Sonntag am Ausstellungsstand tatkräftig unterstützt von Herrn und Frau Tomenendal. Auch Herr Schaufler und ich werden zeitweise anwesend sein. Wir würden uns sehr über Euren Besuch an unserem Stand C 08 freuen.

    Damit Ihr auch über alle Aktivitäten des Sudetendeutschen Tages informiert seid, findet Ihr im Anschluss das Programm der drei Tage.

    Malschinger Treffen 15.-17.8.2025

    Der Termin rückt immer näher. Das Programm habt Ihr schon mit dem  neueHeimat-Blatt Nr. 5 erhalten. Sofern mir die Anmeldungen zum Treffen noch nicht vorliegen,  erinnere ich aber nochmal daran, mir Euren Besuch des Treffens mitzuteilen, damit die Wirte das Essen planen können.

    Im Hotel  Šumava  ist kurzfristig ein Doppelzimmer frei geworden. Es können sich noch zwei Personen bei mir melden. Das Zimmer kann aber nur bis 6. Juni freigehalten werden. Es ist deshalb eine schnelle Entscheidung erforderlich.

    Ich wünsche Euch ein frohes Pfingstfest und einen schönen Sommer.

    Mit herzlichen Grüßen

    Gerdy Hecker-Pischulti


    Weitere Informationen zum Programm des Sudendeutschentages 2025 in Regensburg finden sie hier: 75. Sudetendeutscher Tag in Regensburg – Aktuelles – Sudetendeutsche Landsmannschaft Bundesverband e.V.