Liebe Mitglieder von Glaube und Heimat, liebe Landsleute und Leser unserer Homepage!
Vor einigen Wochen haben wir Pfingsten gefeiert, das Fest das auch als Geburtsstunde der Kirche bezeichnet wird. Gottes Geist schafft neues, er überwindet Grenzen, Grenzen von Nationen, Sprachen und Kulturen. Gottes Geist bewegt die Menschen und bewirkt, daß Menschen sich verstehen können, wenn sie denn wollen.
Von Anfang an war das große Treffen der Sudetendeutschen auf das Pfingstfest gelegt worden. Sicher in der Hoffnung, daß Gottes Geist wirkt und irgendwann das unmöglich scheinende bewirkt.
Was die Menschen an diesem Pfingstfest in Brünn erlebt haben ist für mich ein Pfingstwunder in unseren Tagen.
Deutsche und Tschechen treffen sich, beseelt vom Wunsch das Gemeinsame zu entdecken aus der Geschichte zu lernen, gegenseitig Schuld einzugestehen und zu vergeben aber viel mehr noch, gemeinsam in die Zukunft zu schauen und zu gehen. Da wirkten die Gegendemonstranten etwas hilflos und verloren.
Ich bin dankbar, daß ich an diesen denkwürdigen Tagen dabei sein durfte. Ich habe euch einige Artikel aus der Sudetendeutschen Zeitung im Wesentlichen von Redakteur Thorsten Fricke, der uns dankenswerter Weise die Veröffentlichung hier erlaubt.
Ich wünsche euch viel Freude beim Lesen.
Euer Siegfried Weber, Vorsitzender, Kanoniker an der Kathedrale in Budweis
Liebe Mitglieder von Glaube und Heimat, liebe Landsleute und Leser unserer Homepage!
Ich schreibe diese Zeilen einmal an einem besonderen Ort und in einer besonderen Zeit. Örtlich bin ich derzeit in Litauen, bei den deutschen Soldaten der Panzerbrigade 45 in Vilnius. Litauen, ein wunderschönes Land, reich an Kultur und christlichem Glauben, ein Land, das auch von der deutschen Geschichte mitgeprägt wurde, ein Land, das in der Vergangenheit oft zerrieben und zerrissen war, durch umliegende Großmächte und das sich als erste der Sozialistischen Republiken im Baltikum, am 11. März 1990 vom Sowjetstern unabhängig erklärte. Das war nicht nur ein mutiger politischer Kampf, sondern wurde auch von Sowjetischen Truppen einer Spezialeinheit bekämpft und erst 1991 konnte man sich durchsetzen. Im selben Jahr noch erkannte die Europäische Union die Unabhängigkeit Litauens und der beiden anderen baltischen Staaten an. Schon 2004 wurden die Staaten Mitglied der EU und der NATO.
Litauen und die Baltischen Staaten wissen, was es heißt unter einem totalitären System zu leben oder in anderer Weise seiner Selbstbestimmung beraubt zu sein. Schon mit der Annexion der Krim und den ersten Kämpfen in der Ostukraine nehmen die Litauer das Handeln Rußlands zunehmend als Bedrohung war. Auf Bitten Litauens sind seit 2017 deutsche Soldaten hier in einem multinationalen Kampfverband stationiert. Mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine, hat sich die ganze Situation nochmals verschärft und Deutschland hat die Aufstellung einer neuen Brigade in Litauen zugesagt und begonnen. Die damals ausgerufene Zeitenwende ist kein statischer Begriff. Mit der 2. Wahl von Donald Trump zum amerikanischen Präsidenten und den daraus entstandenen Verwerfungen, können wir diesen Begriff ebenso anwenden, wie auf das was seit 28. Februar im Mittleren und Nahen Osten passiert. Mit dem Angriff auf den Iran und den folgenden Kriegshandlungen ist ebenso von einer Zeitenwende zu reden, wie mit der Blockade der Straße von Hormus und dem massiven Beschuss von Öl- und Gasförderanlagen sogar mit einer weltweiten Auswirkung von der noch kein Mensch ahnen kann, was daraus folgt. Die Preise an den Tankstellen sind schmerzlich, aber vermutlich der kleinste Schmerz, gemessen an den Gesamtfolgen für die Weltgemeinschaft.
Mitten in dieser Weltlage feiern wir Ostern. Das höchste und wichtigste unserer christlichen Feste. Gerade in der Feier der Heiligen Woche wird das Ganze besonders verdichtet. Das Evangelium Jesu, sein Weg zu und mit den Menschen, sein Handeln Gottes an den Menschen, stößt auf Zustimmung und Ablehnung. Er wird von Akteuren der damaligen Zeit in einem breiten Spektrum von Eigeninteressen, in eine Spirale von Hass, Gewalt und am Ende den Tod Jesu getrieben. Sein Sterben als Gottes Sohn am Kreuz wird aber nicht zu einem göttlichen Rachefeldzug. Die erste Begegnung mit dem Auferstandenen bei Johannes ist für mich eine der schönsten Ostererzählungen. Er überwindet dicke Mauern, verschlossene Türen und Herzen, er durchbricht die Angst der Jünger, er spricht die ersten Worte: „der Friede sei mit euch!“. Er zeigt ihnen die tödlichen Wunden, die ihm zugefügt wurden und nochmals sagt er ihnen: „der Friede sei mit euch!“ Welch eine Botschaft!
Diese Botschaft ist nicht nur für die Jünger im kleinen Kreis. „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich Euch!“ Eine Botschaft, die auch uns heute gilt, als Zusage und Auftrag.
Ich bin sicher Papst Leo hat bei seinem ersten Wort zu den Menschen nach seiner Wahl, die Kraft des Hl. Geistes und die Aufgabe seiner Sendung gespürt, als er den Menschen auf dem Petersplatz und damit allen Menschen guten Willens zurief: „La pace sia con voi – Der Friede sei mit euch!“ Es sind heilende Worte, die Jesus sprach, im Angesicht seiner Wundmale, es sind heilende Worte und Taten, wenn wir uns dieser Osterbotschaft zuwenden und uns senden lassen.
Für uns Böhmerwäldler und alle Vertriebenen aus den Ostgebieten markiert dieses Jahr 2026 das Gedenken an die Vertreibung vor 80 Jahren. Ein Ereignis das damals unendliches Leid über die betroffenen Menschen brachte. Auch hier scheint sich Geschichte bis in unsere Zeit zu wiederholen, wenn die Vertreibung von Menschen aus ihrer angestammten Heimat zum Instrument politischen Handelns wird. Dabei rede ich noch nicht von den Menschen, die durch Hunger und Klimatische Veränderungen zum Verlassen ihrer Heimat gezwungen werden.
Die Heimatvertrieben vor 80 Jahren haben es geschafft aus einer Spirale von Gewalt und Revanchismus herauszukommen, sicher auch getragen von der Botschaft des christlichen Glaubens. Ein erster, nicht leichter Schritt, war die Charta der Heimatvertriebenen. Sie hat sich nach dem Fall des Eisernen Vorhangs nochmals ausgewirkt in der vielfältigen Unterstützung durch die Vertriebenen beim Wiederaufbau der alten Heimat und das nicht nur in materieller Hinsicht, sondern auch durch Begegnungen Gespräche und große Heimattreffen. Das führte am Ende dazu, daß wir in diesem Jahr unser Haupttreffen, den Sudetendeutschen Tag, zum ersten Mal in Tschechien feiern können, in der mährischen Hauptstadt Brünn.
Bischof Stanislav Přibyl aus Leitmeritz, neuernannter Erzbischof von Prag, hat das Jahr 2026 in seiner Diözese zum Jahr der Versöhnung ausgerufen. An zwölf Orten soll dieses Anliegen vertieft werden. Der erste Versöhnungsgottesdienst fand in Philippsdorf statt.
Damit ist ein weiterer Meilenstein erreicht auf dem Weg der Aussöhnung. Hierzu gehören aber nicht nur die großen Veranstaltungen auf, sondern alle Heimatreffen, gemeinsame Aktionen und Begegnungen mit Menschen vor Ort, die helfen den anderen besser kennenzulernen, um damit einen Beitrag zu einem Miteinander in Frieden und Freiheit in Europa zu geben.
Ich wünsche allen Mitgliedern von Glaube und Heimat, sowie allen Leserinnen und Lesern unserer Homepage ein gesegnetes Osterfest.
Euer Siegfried Weber, Vorsitzender, Kanoniker an der Kathedrale in Budweis
Liebe Mitglieder von Glaube und Heimat, vor allem auch die, die erst vor kurzem neu hinzugekommen sind!
„Alles hat seine Zeit“ mit diesen Worten aus dem Buch Kohelet habe ich vor einem Jahr das letzte geistliche Wort unserer geschätzten Heimatzeitung Glaube und Heimat gegliedert. Es war kein leichter Abschied. Viele, zum Teil auch enttäuschte Bezieher, haben mir ins Bewusstsein gerufen, wie tief verwurzelt unser Heft bei den Leserinnen und Lesern war. Der Übergang vom Verein in die neue Struktur, war holpriger als befürchtet. Es taten sich viele rechtliche Probleme auf, die zwischendurch eher ein Scheitern, als eine Zukunft aufscheinen ließen. Ohne die intensive Mitarbeit aus der Vorstandschaft, besonders in der Person von Erich Schaufler wäre dieses Unterfangen gescheitert. Daher gilt ihm und allen Mitstreitern an dieser Stelle nochmals ein herzliches Vergelts Gott.
Ende und Neubeginn, so möchte ich das nun zu Ende gehende Jahr umschreiben. Nach den Vereinsrechtlichen Vorgaben war die größte Herausforderung unser Heft in eine digitale Welt zu überführen. Das war von großen Bedenken und Diskussionen begleitet, und auch technisch zeigte sich, dass manche Idee nur schwer umzusetzen war. Das Zugangsprozedere gestaltete sich anfangs ganz schwer, mancher verzagte an der nun verlangten Technik. Oft kamen verbitterte Meldungen, warum das so kompliziert sein muss. Da hängen viele rechtliche Fragen dran, die es zu Beginn von Glaube und Heimat nicht gab. Unsere Väter mussten sich nicht mit einer Europäischen Datenschutz Grundverordnung herumschlagen. Das hört sich alles banal an, ist aber nicht bedeutungslos. Das gedruckte Heft war für die Mitglieder herausgegeben und wurde auch personalisiert verschickt, dass es darüber hinaus viele Mitleser hatte, wurde hingenommen. Dies verlangte nun einen personalisierten Zugang auf der Homepage. Denn gerade Geburtstagsgratulationen und Sterbefälle sind grundsätzlich nicht für den öffentlichen Teil bestimmt. Viele technische Anlaufschwierigkeiten sind nun überwunden oder haben sich einfach eingespielt. Auch hat sich unser verantwortlicher Mitarbeiter für die Homepage bereiterklärt, selber Berichte und Beiträge einzustellen, die ihm zugesendet werden.
Ein erfreulicher Aspekt zeigt sich, dass einige Berichterstatter und Berichterstatterinnen eigene Beiträge abfassen und sie an ihre Pfarrangehörigen versenden und auch unserer Homepage zur Verfügung stellen. Solche Beiträge können wir auch auf dem offen zugänglichen Teil einstellen. An der Stelle gilt mein und unser besonderer Dank Herrn Nils Müller, der mit unendlicher Geduld den technischen Umzug unserer Homepage gestaltet hat und sich bemüht, allen Schwierigkeiten abzuhelfen.
Wir beschäftigen uns aber nicht nur mit diesen technischen Dingen. Nach wie vor sehen wir uns den bisherigen Zielen unseres Vereins verpflichtet. Dazu gehört unter anderem die Bewerbung von Veranstaltungen und Heimattreffen im Terminkalender, die Veröffentlichung von Berichten die uns zugesendet werden, sowie der Kontakt zu den Missionaren, die aus dem Böhmerwald stammen. Auch zu diesem Weihnachtsfest können wir sie mit unseren Spenden wiederum unterstützen. Daher ein herzliches Vergelt’s Gott allen Spendern und Spenderinnen.
Liebe Leserschaft, Ende und Neubeginn ist für uns Böhmerwäldler und Mitglieder von Glaube und Heimat nicht nur ein technischer Begriff. Ende und Neubeginn steht auch über der gerade begonnenen Adventszeit. Ein Kirchenjahr ging zu Ende, ein neues hat seinen Anfang gemacht. Wir lesen jetzt für ein Jahr schwerpunktmäßig aus dem Matthäus-Evangelium. Matthäus hat sein Evangelium geschrieben für eine Gemeinde die sehr stark von Menschen geprägt war, die aus dem Judentum kamen. Er nimmt daher immer wieder einen Blick in das Alte Testament, um aufzuzeigen, dass mit der Geburt Jesu, der verheißene Messias gekommen ist. „Das musste geschehen, damit sich die Schrift erfüllt“ sind seine Worte, die immer wieder diesen wichtigen Rückblick nehmen, um Jesus im Heute zu verstehen. Ich sehe das auch für uns als eine wichtige Aufgabe. Unser christlicher Glaube ist kein rückwärtsgewandtes Relikt, das alte Zeiten verklärt sondern will in der jeweiligen Zeit eine zeitlose, weil ewige Botschaft verkünden und mit Leben für die Menschen erfüllen.
Das wird für uns auch griffig in der Heiligen Nacht, wenn es bei Lukas heißt „Heute ist euch der Retter geboren, er ist der Messias, der Herr“. Wir sagen nicht vor 2025 Jahren oder vor langer Zeit, nein, Heute! Das hat Konsequenzen für unser Leben, gerade in der Zeit in der wir stehen. Die Welt im Umbruch, was gestern noch galt, ist heute Makulatur, gerade jetzt braucht es Botschaften, Zusagen von Wert und Beständigkeit, keine hohlen Floskeln. Dieses Heute ist verbunden mit der Botschaft der Engel: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden, den Menschen seines Wohlgefallens“. Der Friede als göttliches Geschenk und Auftrag an uns Menschen. Wie wichtig der Friede ist und wie grausam das Gegenteil, haben viele von Euch noch erfahren. Welchen Wert Friede hat, durften wir, die nachgeborene Generation genießen. Welche Verpflichtung sich daraus stellt dürfen wir nicht verschlafen. Die 2. Lesung aus dem Römerbrief, die am 1. Advent zu hören war, fordert uns auf „die Stunde ist gekommen, aufzustehen vom Schlaf!“ Mancher weiß, wie schwer es ist, morgens wach zu werden, aufzustehen und gar die Rollladen nach oben zu ziehen. Mancher zieht es vor sich nochmals umzudrehen und den Schlaf zu genießen. Leider ist das heute oft auch ein Bild für unsere Gesellschaft. Wach zu werden, aufzustehen, die Rollläden hochzuziehen bedeutet die Welt wahrzunehmen. Wer das aber tut, kann sich nicht umdrehen und weiterschlafen. Was draußen passiert verlangt eine Antwort. Seien es die Probleme in unserem Land, wo viele schimpfen aber nur wenige echte Veränderungen wollen, weil diese auch wehtun. Seien es der grausame Krieg in der Ukraine, der Krieg in Gaza, Konflikte in Afrika und Weltweit. Das Agieren von Autokraten, Kriegstreibern und Despoten, von Möchtegern Königen mit barocken Ambitionen.
Liebe Böhmerwäldler, es wäre schlimm, wenn wir uns nur noch einlullen lassen, von Weihnachtsmärkten, Glühwein und Zimtgebäck und das Heute, die Wachsamkeit und die Aufgaben von uns Christen ausblenden und uns einer trügerischen Ruhe hingeben. Ja das wäre ein Verrat an Weihnachten. Die Botschaft steht, der Auftrag ist klar! Ich lade uns ein, dass wir uns einreihen in die Schar der Menschen guten Willens, die nicht nur ein paar Tage weihnachtliches Leben, sondern die Botschaft und das Licht dieser Nacht aufnehmen, sie das ganze Jahr erzählen und leben und so das Licht in die dunkle, un-weihnachtliche Welt hineintragen, dass der Friede eine Chance bekommt.
Ich danke an der Stelle allen, die im zurückliegenden Jahr unseren Verein unterstützt haben und auch mir geholfen haben meine Aufgabe im Verein zu erfüllen.
Namentlich möchte ich nennen Hilde und Erhard Tomenendal, Alois Ehrl, Gerdy Hecker, Erich Schaufler und Nils Müller. Der Dank gilt allen Berichterstattern, die trotz der nicht leichten Umstellung bei der Stange geblieben sind und allen, die oft im Hintergrund mitwirken.
Euch allen eine besinnliche Adventszeit, ein gesegnetes Weihnachtsfest und Gottes Geleit im neuen Jahr.
Euer Siegfried Weber, Vorsitzender, Kanoniker an der Kathedrale in Budweis
Liebe Mitglieder von Glaube und Heimat, vor allem auch die, die erst vor kurzem neu hinzugekommen sind!
Seit der Neuaufstellung von Glaube und Heimat, sind wir bemüht einen kleinen Ersatz für unser bisheriges Heft zu gestalten. Seit Frühjahr sind wir mit unserer Homepage online und wollen eine Plattform bieten, um Informationen aus dem Böhmerwald und den einzelnen Ortschaften zu erhalten. Dieses Angebot ist darauf angewiesen, daß möglichst viele Berichterstatter aus den einzelnen Pfarreien Ihre Beiträge einstellen. Gerade jetzt über den Sommer gibt es ja zahlreiche Pfarrtreffen, über die es sich zu berichten lohnt.
Auch Termine von Veranstaltungen, auch schon für 2026, können hier im Kalender eingestellt werden, gerade auch um Überschneidungen in der unmittelbaren Nachbarschaft zu vermeiden. Dieser Kalender ist öffentlich einsehbar, also auch für Nichtmitglieder.
Leider sind wir mit der technischen Seite unserer Homepage noch nicht optimal. Das Einstellen eines Berichts erfordert doch ein gewisses Maß an Können, das nicht alle aufbringen. Hier schließe ich mich selber mit ein.
Daher können alle Berichterstatter ihre fertigen Beiträge mit Bildern an die E-Mail redaktion@glaubeundheimat.de schicken und wir versuchen diese zeitnah unter der jeweiligen Pfarrei einzupflegen. Damit sollte es uns doch gelingen unsere Seiten mit Informationen zu befüllen. Auch alle anderen Mitglieder, die einen interessanten Beitrag haben können diesen einsenden. Diese Beiträge sind dann im Mitgliederbereich eingestellt.
Ich sage an der Stelle ganz herzlichen Dank an alle, die uns die Treue halten und an die, die neu hinzugekommen sind. Diese Seite lebt von allen, die Informationen liefern und die helfen, hier lebendig zu bleiben.
An der Stelle danke ich ganz herzlich Nils Müller, der hier ehrenamtlich eine ganz wichtige Arbeit leistet. Er ist unter der e-mail der Redaktion erreichbar. Gerade auch, wenn es technische Probleme beim Einloggen gibt.
Ich wünsche Euch allen einen schönen Herbst, mit reifen Früchten im Garten und Sonne im Herzen.
Euer Siegfried Weber, Vorsitzender, Kanoniker an der Kathedrale in Budweis
Liebe Mitglieder und Freunde der Pfarrei Malsching!
Macht hoch die Tür, das Tor macht weit
Wer kennt nicht dieses schöne alte Adventslied!? Aber wie und wo können wir uns mit diesem und anderen der alten Lieder auf Weihnachten vorbereiten?
Im Radio werden wir mehrmals täglich mit Jingle Bells, Rudy the red nosed reindeer und driving home for Christmas „bedudelt“. Jedes Lied für sich ist ja recht schön, aber wo bleiben unsere guten alten deutschen Advents- und Weihnachtslieder? Ich habe dem Bayrischen Rundfunk schon angeboten, meine CDs zur Verfügung zu stellen, falls sie selbst keine Aufnahmen von heimischen Advents- und Weihnachtsliedern mehr haben. Ich habe keine Antwort bekommen. Wahrscheinlich haben sie mich als „alte Spinnerin“ ad acta gelegt.
Aus eigener Erfahrung kann ich Euch sagen: Fliegt im Dezember nach Singapore! Unter duftenden Jacaranda-Bäumen bei 40° Hitze, 90 % Luftfeuchtigkeit, knapp 140 km bis zum Äquator und umgeben von pinkfarbenen Plastik-Tannenbäumen freut man sich ungemein, wenn man ‚leise rieselt der Schnee‘ und andere bekannte Weihnachtslieder hört.
In diesem Jahr beginnt der Advent schon sehr früh. Der 1. Adventsonntag fiel auf den 30. November. Für viele ist die Bedeutung des Advent stark in Vergessenheit geraten oder verdrängt worden. Mit dem „Macht hoch die Tür“ sollten wir nicht nur das tägliche Öffnen eines Türchens des Adventskalenders verbinden. Allenfalls an den Sonntagen, wenn am Adventskranz eine Kerze nach der anderen entzündet wird, erinnern wir uns an Weihnachten und seine Bedeutung für uns Christen:
Macht hoch die Tür, das Tor macht weit – es kommt der Herr der Herrlichkeit!
Nutzen wir also die Adventszeit, um uns auf die Weihnachtszeit vorzubereiten und vielleicht auch um ein bisschen auf die Adventszeit der vergangenen Jahre zurück zu blicken. Was ichbei meinem Rückblick gefunden habe, erfahrt Ihr ganz am Ende dieses neueHeimat-Blattes.
Im neueHeimat-Blatt 11/2025 vom November hatte ich über den Dokumentenfund im Turm der Pfarrkirche in Malsching berichtet. Darunter gab es auch viele Notenblätter mit den unterschiedlichsten kirchlichen Musikstücken. Passend zur Weihnachtszeit fand ich zwei Weihnachtslieder komponiert von Franz Reisinger (1838-1905) und fein säuberlich handschriftlich kopiert von den Herren Gustav Weyszer und Rudolf Zwittlinger. Herr Wyszer war in den 20-er bis Anfang der 30-er Jahre Oberlehrer in Malsching. Rudolf Zwittlinger besaß die Tischlerei, gleich am Ortsanfang, da wo heute das Ortsschild steht. Rudolf Zwittlinger war gleichzeitig Organist und Mesner (Mesner Rudl) und nach der Vertreibung auch für Glaube und Heimat einige Jahre Berichterstatter von Malsching.
Abschrift von Gustav WeyszerAbschrift vom 14.12.1931 von Rudolf Zwittlinger
Man stelle sich die mühsame Arbeit des Nachmalens der Noten vor. Das erste Kopiergerät in der Art wie wir sie heute kennen, wurde erst 1938 erfunden und allgemein nutzbare Kopier-geräte die diese Arbeit erleichtert hätten, kamen erst 1949 auf den Markt.
Mit diesem Bild der drei Glocken aus der Pfarrkirche in Malsching beende ich das heutige und gleichzeitig letzte neueHeimat-Blatt dieses Jahres. Wie schade, dass das Geläut dieser Glocken wahrscheinlich nicht zur Christmette in Malsching erschallen wird.
Allen Lesern, Mitgliedern und Freunden der Pfarrgemeinde Malsching und allen Euren Angehörigen wünschen wir ein frohes, gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes und gesundes Jahr 2026.
Eure Gerdy und Erich Hecker
Erinnerungen an St. Nikolaus
Wer hat als Kind nicht gezittert als es hieß: „Morgen Kinder wird’s was geben, morgen kommt der Nikolaus“. Wird er zusammen mit Krampus poltern und die Rute schwingen oder wird er hoffentlich aus dem Goldenen Buch vorlesen und dann aus dem großen Sack Süßigkeiten hervorzaubern? Das sind Erinnerungen an St. Nikolaus die schon seit Jahrzehnten zurückliegen
Ich habe aber auch eine andere, sehr schöne, Erinnerung an St. Nikolaus, die erst 10 Jahre zurückliegt.
Dieses besonders frohe Ereignis vom 6. Dezember, dem 2. Adventssonntag des Jahres 2015 hat zwar nicht den Eingang in die internationale Presse gefunden, ihm wurde aber in der Monatsschrift Glaube und Heimat im Januar Heft von 2016 auf mehreren Seiten gewürdigt und sogar im world wide web konnte man bei youtube die Zeremonie miterleben.
Am 6. Dezember 2015 wurde Siegfried Weber zum Ehrenkanoniker der Kathedrale St. Nikolaus in Budweis ernannt.
Hochwürdigster Herr Kanonikus – lieber Siggi Die gesamte Malschinger Pfarrgemeinde und alle, die Dich kennen gratulieren Dir ganz herzlich zum 10-jährigen Jubiläum dieser hohen Ehre und Auszeichnung.
Unterschiedliche Artikel aus dem Archiv:
Abschrift des Artikel von Alois Ehrl
Vorsitzender von Glaube and Heimat Militärdekan Siegfried Weber
Ehrenkanoniker In Budweis
Am 2. Adventsonntag, 06.12.15 und zugleich Fest des Diözesanpatrons des HI. Nikolaus hat Bischof Vlastimil Krocil bei einer feierlichen Kapitelvesper in der Kathedrale von Budweis vier neue Kanoniker installiert, zwei residierende und zwei nichtresidierende (Ehrenkanoniker). Unter ihnen befand sich Militärdekan Siegfried Weber, der erste Vorsitzende des Vereins Glaube und Heimat, aus Ulm.
Es war eine eindrucksvolle Feier. Domorganist and Domschola gestalteten sie musikalisch sehr ansprechend. Die Kathedrale war wider Erwarten voll besetzt. Nach der Ansprache des Bischofs und der Vorstellung der neu ernannten Kanoniker sprachen diese zuerst das Glaubensbekenntnis und legten dann den Kapitelseid ab. Anschließend begleitete der Bischof sie mit der Mozetta, hängte ihnen das Kapitelskreuz um, steckte ihnen den Kapitelsring an and überreichte ihnen das Birett.
Wie schon der Vorgänger im Vorsitz von Glauber and Heimat. Pfarrer Franz Irsigler, erhielt Militardekan Siegfried Weber diese Auszeichnung in Anerkennung seiner Arbeit and seiner guten Kontakte zu der Bistumsleitung and der vielen von Glaube und Heimat unterstützen kirchlichen Projekte im Bistum Budweis. Mit ihm können sich der Vorstand und alle mitfreuen, die unsere Böhmerwaldzeitschrift fördern durch ihr Abonnement oder durch ihre Spenden. Die Ernennung des ersten Vorsitzenden zum Ehrenkanoniker ist nicht zuletzt auch ein Ausdruck einer gut funktionierenden Zusammenarbeit zwischen Glaube and Heimat und dem Bistum Budweis. Ausdrücklich betonte der Bischof, dass dieses Kanonikat eine Brücke sein soll zwischen den früheren deutschen Katholiken and den heutigen tschechischen Katholiken im Bistum Budweis and beitragen soll zu einer noch besseren Absprache und Koordinierung bei gemeinsamen kirchlichen Projekten. Zu der feierlichen Kapitelsvesper waren nicht nur Familienangehörige von Siegfried Weber gekommen, sondern auch eine ganze Reihe von Malschingern, angeführt von der Heimatbetreuerin Gertrud Hecker. Malsching bei Hohenfurth ist die Pfarrei im Böhmerwald, aus der schon Pfr. Franz Irsigler stammte and auch mütterlicherseits die Familia des neuen Ehrenkanonikers. Vom Vorstand von Glaube und Heimat. waren Geschäftsführer Erich Schaufler, der Militärdekan Siegfried Weber für das Ehrenkanonikat maßgeblich mit vorschlug, und der zweite Vorsitzende Domkapitular Alois Ehrl gekommen. Prominente Gäste waren u. a. der frühere Außenminister Fürst Karl Schwarzenberg, Militärdekan Alfons Hutter in Vertretung des Militärgeneralvikars und P. Jstin, der Prior des Zisterzienserstiftes Hohenfurth. Der Pontifikalvesper schloss sich ein Empfang in einem nahe gelegenen Hotel an, zu dem der Bischof und das Kapitel des Bistums Budweis einluden.
Nach der offiziellen Feier trafen sich der mitgereisten Böhmerwäldler noch in einer geselliger Runde, gratulierten herzlich dem neuen Ehrenkanoniker und stießen mit dem berühmten Budweiser Bier auf seine ehrenvolle Aufgabe an. Sie vergaßen auch nicht in ihrer freudigen Stimmung das Lied „Tief drin im Böhmerwald“ anzustimmen. Siegfried Weber – die Freude war im anzusehen – bedankte sich zum Schluss herzlich, dass so viele seiner Einladung gefolgt sind und mit zugegen waren bei der feierlichen Zeremonie seiner Installation zum Ehrenkanoniker.
Abschrift des Artikels von Gertrud Hecker
Es war wie ein kleines Pfarrtreffen, als Verwandte, Priesterkollegen, persönliche Freunde und fast zwei Dutzend Malschinger sich in Budweis einfanden, um gemeinsam am 6. Dezember an der offiziellen Installation von Militärdekan Siegfried Weber als Ehrenkanoniker der Diözese Budweis teil zu nehmen. Und selbstverständlich waren als offizielle Vertreter von Glaube und Heimat der 2. Vor-sitzende, Domkapitular Alois Ehrl und der Geschäftsführer Herr Erich Schaufler anwesend, Gut sichtbar für alle Besucher der Feierlichkeit stand an den Stufen zum Altarraum die Pfarrfahne von Malsching. Nach dem feierlichen Einzug des Hochwürdigsten Bischof Vlastimil Krocil, dem gesamten Domkapitel, den anwesenden Geistlichen, Pior Justin und Mitbrüdern aus dem Kloster Hohenfurth und den neu ernannten Kanonikern wurden diese einzeln vorgestellt. Diese Vorstellung als auch die anschließende Predigt von Bischof Krocil haben wir leider nicht verstanden. Die Liturgie wurde in tschechischer Sprache gehalten. Die deutsche Übersetzung der Ansprache können wir jetzt vorne in diesem Heft von Glaube und Heimat lesen. Trotzdem war die von Bischof Krocil vorgenommene Zeremonie der Übergabe der Insignien der neuen Würde, dem Birett, der Mozetta und dem Käpitelkreuz am Band, auch für uns alle sehr ergreifend. Wer von Euch einen Internetzugang hat, kann die Zeremonie unter folgender Adresse verfolgen. Alps: www.youtube.com/watch?v=vaM50lj-aUE live Unter den zahlreichen Besuchern im Dom des Heiligen Nikolaus zu Budweis waren bedeutende Persönlichkeiten anwesend: Karel Schwarzenberg, ehemaliger Außenminister der Tschechischen Republik und amtierendes Oberhaupt des historischen Fürstenhauses Schwarzenberg, ehemals Herren von Krummau, sowie Bernd Posselt, Bundesvorsitzander der Sudetendeutschen Landsmannschaft. Sicherlich waren noch weitere tschechische oder auch deutsche Honoratioren anwesend, die mir jedoch nicht bekannt waren.
Kanonikus Weber im Gespärch mit Fürst Karel SchwarzenbergKanonikus Weber mit Bernd Posselt.
Im Anschluss an die kirchliche Feier, fand für die geladenen Gäste im Hotel Maly Pivovar ein Empfang statt, bei dem die Gäste zwanglos miteinander plaudern konnten.
Danach trag sich der engere Kreis um den neuen Ehrenkanonikus um den unvergesslichen Tag in froher Runde und mit dem Böhmerwaldlied ausklingen zu lassen.
Abschrift des Artikel von Vlastimil Krocil
Vorsitzender von Glaube und Heimat Militärdekan Siegfried Weber Ehrenkanoniker in Budweis
Ansprache von seiner Excellenz Vlastimil Krocil anlässlich der feierlichen Liturgie der Vesper mit der Installation der neu ernannten Kanoniker in der Kathedrale von St. Nikolaus in Budweis am 6. Dezember 2015
Liebe und verehrte Gäste, Kapitelpropst, Mitbrüder Kanoniker, Priester und Diakone, Seminaristen, Ordensfrauen, Brüder und Schwestern in Jesus Christus, unserem Herrn!
Ich begrüße auch Sie, liebe Gäste, liebe Brüder und Schwestern aus Deutschland, die mit dem von mir ernannten Ehrenkanonikus des Kathedralkapitels Pater Siegfried Weber gekommen sind.
Ich freue mich sehr, dass ich Sie hier – in unserem Dom von St. Nikolaus in Ceske Budejovice bei der heutigen feierlichen Liturgie der Vesper begrüßen darf. Wir sind hier um gemeinsam zu beten und dem lieben Gott für diesen Tag zu danken, um die Vergebung unserer Sünden zu bitten, uns auf unsere Erlösung zu besinnen und unsere Hoffnung auf unseren Herrn zu richten — auf das Licht, das niemals untergeht.
Vesper, oder wie es auch genannt wird, das Abendgebet, gehört zu den wichtigen Momenten im Leben der Kirche. Es ist eine gute Tradition, wenn sich die Ortskirche — das Kathedralkapitel mit den Priestern, Diakonen und anderen Gläubigen am Fest des heiligen Nikolaus zusammentrifft.
Heuer fiel der 6. Dezember auf den zweiten Adventssonntag und – den liturgischen Regeln gemäß — wird das Fest des heiligen Nikolaus auf morgen übersetzt. In den nächsten Tagen werde ich außerhalb der Diözese sein und werde bei den morgigen Feierlichkeiten durch den Weihbischof und Propst des Kapitels, Msgr. Paul Posad, vertreten. Ich habe keine Zweifel, dass er mich bei der Feier der Eucharistie qut vertritt und dass seine Worte eine Ermutigung für alle werden.
Mein persönlicher Wunsch war jedoch, zusammen mit Ihnen wenigstens durch das Gebet der Vesper den Schutzpatron der Kathedrale und der ganzen Diözese St. Nikolaus zu ehren – und das schon am Vorabend des Festes. Nächster Grund, warum ich die feierliche Vesper schon an diesem Nachmittag wollte, ist die Installation der neuen Kanoniker, die ich heuer im September ernannt habe. Die Zahlergänzung der Kanoniker und ihre feierliche Installation ist keine Laune, Relikt oder verblichener Ruhm. Das ist einer von vielen Momenten im Leben der Ortskirche und er erinnert uns daran, dass auch unsere örtliche Kirche seine eigene lebendige Tradition hat. Es ist eine Tradition, die seit 230 Jahre andauert und der wir mit Stolz dazugehören können! Wie viele in der Vergangenheit herausragende Persönlichkeiten unter den Mitgliedern der lokalen Domkapitel waren – Namen wie Jan Cais, Vojtech Mokry, Josef Leeb, Josef Novak und viele andere sind der Beweis, dass es ein Fundament ist auf welchem wir weiterbauen können. Ich wünsche mir, dass auch die aktuellen Mitglieder des Kapitels und auch die neu ernannten, einen ähnlichen Weg wie ihre Vorgänger gehen, und dass sie immer eine Unterstützung ihres Bischofs sind.
Es ist eine neue Herausforderung, es ist eine neue Verpflichtung! Daran erinnert uns der Apostel Petrus: “Weidet die Herde Gottes, wie Gott will; nicht als erbliche Herren in ihr Schicksal, sondern als ein Vorbild seiner Herde.”
Um dies zu tun, wollen wir alle die notwendige Kraft und die Gnade des Herrn erbitten! Möge der HI. Nikolaus, der Schutzpatron unseres Domkapitels, ein starker Fürsprecher bleiben! Möge unsere gesamte Diözese unter seinem mächtigen Schutz bleiben und durch seine Fürsprache weiterblühen! Nun bitte ich die neu ernannten Mitglieder des Kapitels, das Glaubensbekenntnis und den Eid der Treue abzulegen.
Liebe Mitglieder und Freunde der Pfarrei Malsching!
Die Tage sind schon deutlich kürzer geworden und mancherorts herrscht dichter Nebel; nur selten lässt sich die Sonne sehen. Das ist auch die Zeit des Innehaltens und der Erinnerungen. Viele von uns haben im vergangenen Jahr liebe Menschen verloren und ganz besonders an Allerheiligen und Allerseelen gedenken wir ihrer bei unseren Besuchen am Friedhof.
Gerettete Dokumente
Vor vielen Jahren hat ein Malschinger Pfarrangehöriger seine Heimatpfarrei besucht und dabei einen Blick durch die offenstehende Türe des Turmes geworfen. Die Neugier trieb ihn dann nach oben. In einer Mauernische entdeckte er dann einen Packen von Notenblättern und anderen alten Dokumenten. Er nahm sie mit, u sie vor weiterem Verfall zu bewahren.
Danke, Franz!
Unter den geretteten Dokumenten befand sich auch das nachstehende Heftchen. Einige der Seiten sind leider nicht mehr ganz gut leserlich. An Ihnen haben nicht nur der Zahn der Zeit sondern auch einige Mäusezähne genagt.
Schon in früheren Zeiten, mehr noch als heute, hat man für die Verstorbenen Seelenmessen lesen lassen. Diese wurden vom Pfarrer sorgfältig dokumentiert, wie aus dem Heftchen vom 30.10.1896 hervorgeht.
Auf einem der Blätter hat Katharina Freudenthaler eine Messe lesen lassen für ihren gefallenen Ehemann, Mutter, Bruder, Schwiegervater, Großeltern und Schwester.
Bei vielen wird der gefallenen Ehemänner und Söhne gedacht. Dabei wird es sich wohl um Kriegsteilnehmer entweder von 1866 (Preussen gegen Österreich/Königgrätz) oder dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71 gehandelt haben.
Auch ich habe einer der vielen Toten die in den Kirchenmatrikeln aus noch weiter zurückliegender Vergangenheit dokumentiert ist, gedacht und daraus die Geschichte Sybillas Weg verfasst. Diese werde ich in Fortsetzungsfolgen, beginnend mit dieser Ausgabe am Ende dieses neueHeimat-Blattes erzählen.
D A N K Eganz groß geschrieben
So kurz vor Jahresende fällt man oft in pure Hektik, so als würde zum Jahresende die Welt untergehen. Dies und das wurde das Jahr über immer verschoben und muss unbedingt noch erledigt werden. Trotzdem sollte man sich die Zeit nehmen, ein bisschen auf das Jahr zurückzublicken, Was war schön? Was war nicht so gut? Nicht so gut ist es, dass es das „alte“ Glaube und Heimat nicht mehr gibt. Schön ist es aber, dass doch viele der ehemaligen Bezieher dem Verein die Treue gehalten haben und sich wieder nach der Umstrukturierung als Mitglied angemeldet haben.
Das ist für die Vorstandschaft und Verwaltung von Glaube und Heimat ein Anlass, sich ganz herzlich bei den Wiederangemeldeten und besonders auch bei den Neumitgliedern zu bedanken. Nur so ist es dem Verein möglich, die gemeinnützige Arbeit fortzusetzen.
Für all jene, die keinen direkten Zugang zum Internet haben, füge ich am Ende des neueHeimat-Blattes das Gruß- und Dankeswort des 1. Vorsitzenden, Herrn Kanonikus Siegfried Weber, an.
Auch ich persönlich möchte dieses neueHeimat-Blatt benutzen, um mich für die vielen schriftlich und telefonisch übermittelten Wertschätzungen für das neueHeimat-Blatt zu bedanken.
Einige meiner neueHeimat-Blätter sind zum Teil schon auf der Startseite der home page von glaubeundheimat.de eingestellt und für alle, welche glaubeundheimat.de aufrufen, zugänglich. . Die vollständigen Berichte mit den Geburtstagglückwünschen findet Ihr unter Kaplitz / Malsching. Diese Seite ist jedoch nur für Mitglieder von Glaube und Heimat zugänglich. Berichte ohne Familiennachrichten können auch auf der Startseite unter glaubeundheimat.de abgerufen werden. Dennoch werde ich die neueHeimat-Blätter auf vielfachen Wunsch auch weiterhin per e-mail versenden. Nochmals ein herzliches Dankeschön an die „Briefträger“, die die mails ausdrucken und ihren Angehörigen weitergeben.
Auf neu-deutsch „der Advent is coming soon“
Ende November beginnen wir uns auf die ruhige Zeit einzustellen. Ein altes Sprichwort lautet: Kathrein (25. November) stellt den Tanz ein.
Am 30. November ist der erste Advent. Bald werden die Düfte von Vanillekipferl & Co. durch die Küche ziehen. Schließlich warten bei mir um die 40 Personen aus Familie, Kollegen- und Freundeskreisen darauf, dass das Gebäck pünktlich zum 1. Advent am Tisch steht.
Deshalb stelle ich für heute meine Berichterstattung ein und werde mich darauf vorbereiten alle Zutaten für diese Kalorienbomben zusammenzustellen, damit ich bis Monatsende fertig werde und grüße Euch herzlich aus der Weihnachtsbäckerei.
Sybillas Weg
aufgezeichnet 2009 von Gertrud Hecker – Pischulti
An eine uralte, hohe Tanne des tausend Jahre alten Waldes gelehnt saß Sybilla im hohen Schnee und fror. Immer wieder schlang sie die Arme um sich und hauchte in die Hände, um sich wenigstens ein klein wenig zu erwärmen. Allmählich reichte die Wärme des Atems nicht mehr. Sie war so müde. Nur ein kleines Weilchen schlafen wollte sie. Während die Augenlider immer schwerer wurden zogen wie Nebelschleier Bilder ihres bisherigen Lebensweges vor ihr auf.
Sie sah sich als kleines fünfjähriges Mädchen, das am Sonntag hinter Vater und Mutter den steilen und steinigen Weg zur Pfarrkirche hinaufstieg. Der Schnee war in diesem Jahr schon früh weggeschmolzen und auf den Wiesen blühten die ersten Schlüsselblumen. Vater trug ihren kleinen Bruder Johannes auf den Schultern und Sophia, die nur zwei Jahre jünger war als Sybilla, trabte neben ihr. Immer wieder musste sie sie ermahnen nicht zu trödeln, um mit den Eltern Schritt halten zu können. Der Weg führte durch den dichten Wald und sie wollte die Eltern auf keinen Fall verlieren. In dem Wald tummelten sich vielerlei wilde Tiere und Vater hat sie ermahnt, nicht in den Wald zu gehen, wo Füchse, Bären und Wölfe nur darauf warteten, kleine Kinder aufzufressen oder die Hexe drohte, so wie in dem Märchen, das Mutter ihr oft am Abend erzählte.
Gerade als sie über die mit vielen großen und kleinen Felsstücken übersäte Wiese, die „der Stoa“ genannt wurde, die letzte Anhöhe zur Kirche hinaufstiegen, erklangen die Glocken und riefen zum Gottesdienst. Nach einer Stunde beschwerlichen Fußmarsches erreichten sie endlich, müde und schwitzend, die Kirche.
Vater setzte sich zu den Männern in die Bänke auf der rechten Seite, Sybilla und Sophia blieben bei der Mutter, die den noch nicht mal zweijährigen Johannes auf dem Schoss hielt, in dem schon wieder ein kleines Geschwisterchen heranwuchs, in den Bänken auf der linken Seite. Wie tat es wohl, sich nun setzen zu können und die kleinen Füße aus den klobigen Holzschuhen zu ziehen, die Andreas, der einzige Sohn vom alten Vincentius und ein Vetter ihres Vaters, ihr zum letzten Namenstag im Oktober geschnitzt hatte.
Voll Bewunderung betrachtete Sybilla die großen Heiligenfiguren, die hoch oben an den Wänden der Kirche standen. Besonders gefielen ihr aber die Engelsfiguren, die rund um den Altar schwebten und der große Kristalllüster aus böhmischem Glas, auf dem unzählige Kerzen leuchteten.
Sie freute sich auf nächsten Sonntag, den Palmsonntag, wenn die Burschen mit ihren schön geschmückten Palmbuschen in die Kirche einzogen und sich neben dem Altar aufstellten.
Als der Pfarrer mit seinen Ministranten das Kirchenschiff betrat, setzte die Orgel mit lautem Getöse ein.
Es war aber keine Orgel, die Sybilla aus ihrem Traum riss, sondern der kräftige Sturm, der durch die Baumwipfel des Waldes brauste.
„Oi Jessasmariandjosef, is mia koid“, dachte Sybilla. „Wann i nur grod weida drahma kannt. In da Kira is grod recht gmiatli gwejn. ’s woar ned grod woarm owa ’s woar a ned sou koid wia do heraussn im Woid. Mog sei, dass da Drahm wieda zruck kimmt wann i nao a Weilei weida schlof” dachte sie und schloss erneut die Augen, nachdem sie ein „Vater unser“ und ein „Ave Maria“ gebetet hatte.
Nun erinnerte sie sich daran, wie ihr Vater Laurentius ihr einmal von ihrer Mutter Agneta erzählt hat.
Sein Vater Wenceslaus, der schon lange verstorben war, hinterließ ihm einen kleinen Bauernhof, auf dem noch die Maria, seine alte Mutter lebte. Sie war schon gut über sechzig, hatte ein runzeliges Gesicht und von der Gicht gekrümmte Finger. Das Haus war eines der ältesten, es war als zweites Haus im Dorf vor vielen Jahrzehnten erbaut worden. Die Erträge dieses kleinen Bauernanwesens und seine zusätzliche Arbeit als Zimmerer erlaubten es ihm, eine Familie zu gründen.
Agneta, meistens wurde sie auch Agnes genannt, war das hübscheste Mädchen der Nachbarsfamilie Singer als Laurentius sie im Hochsommer des Jahres 1670 heiratete.
Liebe Freunde und Wohltäter. seit meinem letzten Brief, war eine lange Pause, bedingt durch meine Magen und Lungeninfektion im Monat Juli, die mich fast den ganzen Monat ans Bett gebunden hat. Bis zu meinem 90. Geburtstag am 23. August, war ich wieder einigermassen fit die Geburtstagsfeier in nerha I b der Gemeinschaft zu verkraften. Zu meiner grossen Überraschung, es wurde ein grosses Fest, wozu viele Gäste eintrafen zum Dankesgottesdinst um 11 Uhr. Danach wurden alle Gäste in unser Kloster Refektorium eingeladen zum festlichen Mittagessen, Ich war sehr überascht, dass so viele Gäste eintrafen. Von jeder Schwesterngemeinschaft in der Diozöse Vertretter, Viele bekannte Freunde und ehemalige Studenten. Einer meiner ehemaligen Studenten Cassius Lubisi, ein sehr prominentes Mitglied in der Regierung sprach über Scyp Bildschierm zu mir und den Gästen. Der Prominenteste Gast für mich war der Prokurator von St. Ottlien P. Maurus und sein Begleiter Bernhard Seitz- Bondo. P. Maurus überbrachte mir viele Segenswünsche und auch Geschenke von Mitbrüdern und meinen Verwanten. Meinerseits; Ein herzliches Danke für die vielen guten Wünsche und Geschenke. Inkamana, verzeichnet heuer keine Jubiläen aber doch ein bedeutendes Ereigniss, die Abtsweihe von Abt Bonifacius Gamushishi der im November letztes Jahr zum Abt gewählt wurde. Bald darauf erfolgte auch die Auswahl der neuen Offiziallen. Prior: Fr. Maximilian Kolbe, Subprior: Fr. Adrian, Als Cellarer wurde weiterhin Br. Kevin bestätgt. Wir durften heuer im Februar dreijunge Männer ins Postulat aufnehmen und Postulant Gerwas wurde im Juli in Noviziat aufgenommen und heist jetzt Br. Gregor. Somit haben wir jetzt 2 Novizen und drei Postulanten. Unser tägliches Gebet um Berufe findet Erhörung.
Das vergangene Jahr, war ein ausgesprochen regenreiches Jahr. Wir befürchten, es bahnt sich wieder grosse Trockenheit an. Seit 5 Monaten hatten wir keinen Tropfen Regen. Wir, in Inkamana sind mit Wasserversorgung noch gut abgesichert. Aber die umliegenden Wohngebiete rufen schon Notstand aus und müssen mit Wassertankern versorgt warden. Wir hoffen, es kommt bald guter Regen zur Pflanzzeit. Abschliessend, herzlichen Dank und Vergelts Gott für Ihre Verbundenheit zu unserer Mission. Mit den besten Segenswünschen und Gebetsversprechen unserer Gemeinschaft,
Ihr Br. Bernhard O.S. B. Inkamana Abbey, South Africa
Anmerkung der Redaktion (Inkamana Abbey) zu finden:
Liebe Mitglieder und Freunde der Pfarrei Malsching
Wie schnell sind doch die ersten neun Monate ohne unser „Original“ vergangen. Auch das Münchner Oktoberfest geht zu Ende und die meisten der Herbst- und Weinfeste sind ebenfalls schon geschlossen. Nun hoffen wir auf einen „goldenen Oktober“, so wie er sich auf dem vorstehenden Bild präsentiert.
Auch unsere Vorfahren, die überwiegend in der Landwirtschaft tätig waren, haben um diese Zeit die Feldarbeiten beendet und nun musste die Ernte verarbeitet werden. In erster Linie ging es um das Dreschen des Getreides – eine schwere und staubige Arbeit.
Die Drescher, mindestens 2, meist aber zwischen 4 – 6 Männer, durften sich mit ihren Drischln nicht ins Gehege kommen, d. h. es war nötig, dass in einem bestimmten Takt auf die Ähren geschlagen wurde. Die Reihenfolge, hauptsächlich im ¾ Takt wurde vorher festgelegt. Die rhythmischen Schläge waren im ganzen Dorf zu hören. Wenn dann der Bauer rief „ausdrouschn is“ stürmten die Drescher in die Stube, wo die Bäuerin ein nahrhaftes Essen auftischte. Wer kennt nicht den Spruch „ich habe Hunger wie ein Scheunendrescher“?
Eine schwere, manchmal aber auch lustige Arbeit.
Heute kennen wir den Dreschflegel nur mehr aus dem Heimatmuseum.
Und der Vater, mit frohem Blick von des Hauses weitschauendem Giebel überzählet sein blühendes Glück.
Sehet der Pfosten ragende Bäume und der Scheunen gefüllte Räume, und des Kornes bewegte Wogen.
Und rühmt sich mit stolzem Mund: ‚Fest wie der Erde Grund gegen des Unglücks Macht steht nur des Hauses Pracht.‘
„Lied von der Glocke“ Friedrich von Schiller
ERNTEDANKFEST
Ob die Bauern damals an die Zeilen aus dem „Lied der Glocke“ gedacht haben, ist mir nicht überliefert. Aber ganz sicher haben sie mit ihren eigenen Worten Gott für die reiche Ernte gedankt. Auch heute noch wird traditionell am ersten Sonntag im Oktober das Erntedankfest gefeiert. Besonders in noch ländlich geprägten Gebieten werden reichlich geschmückte und mit Feldfrüchten bestückte Wagen in den Dankprozessionen mitgeführt.
In den eher städtischen Gemeinden werden die Feldfrüchte in den Kirchen kunstvoll präsentiert. Die eindrucksvollste Präsentation konnte ich in der St. Michaelis Kirche in Hamburg bewundern.1
Egal aus welchen Gebieten unserer Erde heute die Lebensmittel zu uns kommen und auch wenn die Arbeiten heute überwiegend von Maschinen ausgeführt werden, so steckt doch sehr viel Mühe dahinter und vor allen Dingen ist eine gute Ernte immer abhängig von unwägbaren Wetterbedingungen. Deshalb verdient es eines besonderen Dankes, wenn wir am Tisch sitzen und uns das Essen schmecken lassen. Statt des heute bei Kindern verbreiteten Tischgebetes „piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb“ sollte trotz aller Toleranzbestrebungen, nicht nur in Familien sondern auch in den Kindergärten und Ganztagsschulen den Kindern wieder Respekt und Dank für das Essen abverlangt werden. Dann verstünden die Kinder besser, dass die Farbe der Kuh nicht (Milka-)lila ist und Milch und Ketchup nicht in der Flasche wachsen.
KIRCHWEIH
Als weiterer Festtag wird am dritten Sonntag im Oktober das Kirchweihfest (Kiata, Kärwa, Kirmes) gefeiert. Dieser Festtag hat seinen Ursprung im frühen Mittelalter, als die Kirchengemeinden begannen den Tag der Kircheneinweihung zu feiern. Daraus haben sich meistens mehrtägige Volksfeste mit üppigem essen und trinken entwickelt. Ein bekannter Spruch in Bayern lautet „a gscheiter Kirta dauert bis zum Irchta, kannt se aber schicka, a bis zum Mika“ (für Nichtbayern: ein lustiger Kirchweihtag dauert bis Dienstag, könnte aber sein, auch bis Mittwoch). Nachdem aber die Tage der verschiedenen Kirchenweihen über das ganze Jahr verteilt waren, wurde von Amts wegen Mitte des 19. Jahrhunderts beschlossen, einheitlich für ganz Deutschland den dritten Sonntag im Oktober als Kirchweihtag festzulegen, allerdings nicht als gesetzlichen Feiertag. Es wird also nicht mehr bis Irchta oder Mika gefeiert.
Auch in Malsching wurde der Kirta gefeiert. Am Dorfplatz waren zur Freude der Kinder und auch der Erwachsenen von Fieranten2 Stände mit allerlei Leckereien und auch Haushaltsgeräten und Textilien, wie Unterwäsche, Socken, Kopftücher, Firta3 oder Blahüln4 aufgebaut.
Ob es ein Ringelspiel oder die bei Kindern und Jugendlichen so beliebten Kirtahutschn auch in Malsching gegeben hat, ist nicht überliefert.
PATRIZINUMSFEST
Trotz des amtlich festgelegten und eingeschränkten Kirchweihtages wird in den Pfarreien zusätzlich das Patroziniumsfest gefeiert, an dem die Kirchengemeinde des Namensgebers und Schutzpatrons der Kirche gedenkt. Entweder am Sonntag vor oder nach dem eigentlichen „Namenstag“ des Patrons wird ein Festgottesdienst gefeiert, oft gefolgt von einer Prozession um die Kirche, bei der eine Statue oder ein Heiligenbild des Patrons getragen wird. Die Pfarrkirche in Malsching ist der Hl. Margareta geweiht, deren Namenstag schon am 20. Juli war. Vor zehn Jahren hat der damalige Bürgermeister Herr Josef Fatura auf dem Dorfplatz vor der Kirche eine aus Holz geschnitzte Statue der Hl. Margareta aufstellen lassen, die von Kanonikus Siegfried Weber und Monsignore Adolf Pintiř gesegnet wurde. Herr Fatura betonte in seiner Ansprache, dass die Heilige nicht nur auf die Häuser der ehemaligen sondern auch auf die der jetzigen Einwohner der Gemeinde blickt.
Gleichzeitig übergab Siegfried Weber an den Bürgermeister einen Scheck über 300,00 €uro, den Frau Franziska Felber gespendet hat, damit als Ersatz für zum Teil morsche Bäume am Dorfplatz ein neues Bäumchen gepflanzt werden kann. Frau Felber war nur für ein paar Monate die letzte deutsche Lehrerin in Malsching Deshalb hat Herr Fatura den Baum neben den Eingang zum Friedhof und in direkter Sicht aus dem Schulhaus heraus, pflanzen lassen. Aus dem zierlichen Bäumchen ist inzwischen ein stattlicher Lindenbaum geworden.
UND NOCH MEHR FEIERTAGE
Das sind jedoch nicht die einzigen Feiertage, die es im Oktober zu feiern gilt.
Alle Berufstätigen freuen sich auf ein verlängertes Wochenende. Am Freitag, den 3. Oktober feiern wir den Tag der deutschen Wiedervereinigung.
Wer erinnert sich nicht an den 10. November 1989, als die Grenze zur DDR geöffnet wurde. Wahrscheinlich saßen wir alle voller Rührung vor den Fernsehgeräten oder wunderten uns, dass schon am nächsten Tag die mit Menschen überfüllten Trabis die Straßen verstopften. Man konnte sie schon riechen und hören, noch bevor man sie sah. Was für viele von uns Wessis nicht vorstellbar war: sogar bis in die entferntesten Dörfer und Städte gab es plötzlich in unseren Supermärkten weder Bananen noch Orangen oder Melitta-Kaffee oder weit entfernte Verwandte standen plötzlich vor der Türe. Vielleicht sogar als Dankeschön mit einem Nussknacker aus dem Erzgebirge oder einem Stück Beton aus der Berliner Mauer in der Hand.
SOMMERZEIT WIRD WINTERZEIT – 26. OKTOBER
Das ist nur für Langschläfer ein Festtag. Man darf eine Stunde länger im Bett bleiben.
REFORMATIONSTAG – 31. Oktober
An diesem Tag feiern die evangelischen Christen den durch von Martin Luther neu ins Leben gerufenen evangelischen Glauben. Ob die Veröffentlichung der 95 Thesen am 31. Oktober 1517 tatsächlich durch einen Anschlag an der Kirchentüre in Wittenberg erfolgte ist nicht erwiesen. Eher erfolgte die Verbreitung durch Anschreiben an die Bischöfe, das Netzwerk der Humanisten und öffentliche Ausrufer. Ganz wesentlich trug der gerade erfundene Buchdruck bei, wodurch die Thesen und natürlich die von Luther ins allgemein verständliche Deutsch übersetzte Bibel in großer Stückzahl gedruckt werden konnten.
In den überwiegend katholischen Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Saarland ebenso wie in Berlin, ist der Reformations- tag kein gesetzlicher Feiertag. Allerdings ist dieser Feiertag im gesamten Bundesgebiet schulfrei.
Damit beende ich meine Betrachtungen zum Erntedank-, Kirchweih-, und sonstigen Gedenktagen und freue mich auf den Erntedank- und Kirchweih-Gans- oder Entenbraten und wünsche allen Lesern ebenfalls eine gesegnete Mahlzeit.
Es grüßt Euch herzlich
Gerdy Hecker-Pischulti
Anmerkungen
Anmerkung in eigener Sache: Die Erntekrone mit Brezen und weiß-blauen Rautenbändern wurde leider nicht zu Ehren unseres Besuches dekoriert. ↩︎
Liebe Mitglieder von Glaube und Heimat, liebe Freunde des Böhmerwalds!
Ja, es gibt uns noch! Nach der Herausgabe der letzten gedruckten Ausgabe unseres Heftes stand eine redaktionelle Umstellung an, um hier auf unserer Homepage weiterhin ein Organ des Vereins anzubieten.
Das hat sich in der Ausführung deutlich komplexer gezeigt, als zunächst vermutet. Aufgrund eines nicht mehr aktuellen Systems, hat sich unser derzeitiger IT-Verantwortlicher entschlossen, die Homepage komplett neu aufzusetzen und so die Voraussetzung geschaffen, dass Veröffentlichungen seitens der Berichterstatter, von diesen selbst eingefügt werden können.
Alle Berichterstatter, die sich dafür interessieren, bekommen eine Einweisung hierfür. Alle anderen können Beiträge an die bekannte E-Mail Adresse Redaktion@GlaubeundHeimat.de senden.
Es wird weiterhin einen Kalender geben, der für alle Besucher der Homepage zugänglich ist. Hier können alle Termine eingestellt werden von Veranstaltungen, die den Auftrag unseres Vereins spiegeln, wie Heimattreffen, Wallfahrten u.ä. Berichte, wie sie früher im Heft abgedruckt waren, kommen überwiegend in den Mitgliederbereich, so auch Geburtstagsgratulationen. Sie sind nur für Mitglieder einsehbar.
Jedes neue Mitglied bekommt einen Zugang für diesen Bereich.
Der Mitgliederbereich ist gegliedert wie es unser Heft war, nach Bezirken und Ortschaften.
So hoffen wir, dass unsere neue Homepage sich zu einem Ort entwickelt, der weiterhin unsere Gemeinschaft zusammenhält und Informationen bietet. Am Ende ist die Seite so informativ, wie ihr Berichte einbringt.
Ich wünsche Euch viel Freude und bitte gebt uns auch Rückmeldungen mit Lob und Tadel.
So grüßt Euch heute Euer Siegfried Weber, Vorsitzender
Liebe Mitglieder und Freunde der Pfarrei Malsching
Erntemond, so nannte man früher den Monat August. Wie mühsam war doch die Arbeit am Feld, besonders in bergigen und steinigen Gegenden, so wie im Böhmerwald. Es wurden hauptsächlich Roggen, Hafer und Gerste angebaut – und natürlich Flachs.
Wahrscheinlich werden die Felder, auf denen unsere Vorfahren schufteten, schon längst durch Maschinen abgeerntet sein, wenn wir uns in wenigen Tagen zu unserem Pfarrtreffen in Malsching einfinden, da wo einige von uns Ihre Kindheit und frühe Jugend verbrachten und vielleicht auch auf den Feldern mitarbeiten mussten oder sich in den „Kornmandeln“ versteckten.
Nachstehend findet Ihr nochmals das vorgesehene Programm für das Treffen:
Freitag, 15. August
Nach Eurer Ankunft, ab ca. 17:00 Uhr, erstes Zusammentreffen und, wer Lust hat, individuelles Abendessen im Hotel Šumava in Hohenfurth.
Der 15. August ist Maria Himmelfahrt und kein Feiertag in Tschechien. Wer schon am Donnerstag oder Freitag morgens anreist, hat die Gelegenheit um 10:00 Uhr an dem Gottesdienst mit anschließender Kräuterbuschen-Weihe in der Wallfahrtskirche Maria Schnee teilzunehmen.
Neu ins Programm aufgenommen: Schlauchbootfahrt auf der Moldau – Information siehe unten
Samstag, 16. August
Wir besuchen das Grab von Pater Benedikt Kastner, dem letzten Pfarrer von Malsching bis Mai 1946
10:00 Uhr Treffen am Eingang zum Friedhof in Bad Leonfelden, Ringstraße 37
11:30 Uhr kurze Andacht in der Stadtkirche
12:00 Uhr Mittagessen im Leonfeldener Hof
14:00 Uhr ca. 60 Min. Führung in der Lebzelterei Kastner, Lebzelterstraße 243 (am Ortsausgang an der Straße nach Freistadt – NICHT das Café am Marktplatz!)
Anschließend – wer möchte und dem Süßen nicht widerstehen kann – Kaffee und Kuchen im angeschlossenen Café.
Danach Zeit für eigene Unternehmungen.
18:00 Uhr gemeinsames Abendessen im Hotel Šumava
(Bereitet Euch auf ein kleines Ratespiel, betreffend den Friedhof in Malsching vor)
Sonntag, 17. August
10:00 Uhr Gottesdienst in Malsching, zelebriert von Kanonikus Siegfried Weber und Franz Ullmann an der Orgel.
12:00 Uhr Mittagessen in der alten Schule
14:00 Uhr Wallfahrt auf den Turmberg
Informationen zur Schlauchbootfahrt am Freitag, 15. August
Schiff ahoi!
Mein Vorschlag zu einer Schlauchbootfahrt auf der Moldau von Hohenfurth bis Rosenbergwurde gut angenommen. Dauer 2-3 Stunden, je nach Fließgeschwindigkeit des Wassers. Zwei Boote sind schon besetzt.
Wir treffen uns um 13:00 Uhr im Hotel Šumava. Von dort werden wir abgeholt und zum Bootsanleger gebracht. Nach der Ankunft in Rosenberg werden wir von dort auch wieder abgeholt und zum Šumava zurückgebracht. Der Preis pro Person beträgt ca. 18,00 € bei derzeitigem Belegungsstand. Der Betrag ist von mir bei Abholung in einer Summe in Bar zu zahlen. Bitte haltet vor Abfahrt den jeweiligen Betrag für mich bereit.
Natürlich fahren wir nur bei schönem Wetter. Wer Lust hat, kann sich noch bis spätestens 5. August bei mir anmelden.
Die Fahrt auf der Moldau bedarf keiner Erfahrung. Das Wasser der Moldau übernimmt die Hauptarbeit. Wenigstens ein Bootinsasse muss aber gelegentlich schon selbst ein bisschen paddeln. Unterwegs gibt es etwa auf halber Strecke eine Getränkestation. Trotzdem sollte jeder bei heißem Wetter selbst noch etwas zum Trinken mitnehmen.
Welche Kleidung? Sollte nicht gerade die beste sein und auch mal einen Spritzer Wasser nicht übelnehmen oder besser gleich die passende Badekleidung anziehen. Bitte auf keinen Fall ein Cap oder Sonnenhut und Sonnencreme vergessen! Am Boot sind wasserfeste Tonnen vorhanden, in denen Wertgegenstände, Kleidung und Schuhe etc. verwahrt werden können.
Auf ein baldiges Wiedersehen in Malsching freuen sich