Abschrift aus der Nachricht:
H. Roman wurde am 5. November 1924 als zweiter Sohn der Eheleute und Stiftsbediensteten Wenzel und Johanna Foissner in Hohenfurth im Böhmerwald geboren und auf den Namen Johann getauft, besuchte dort die Volks- und zwei Jahre lang die Bürgerschule, bevor er seinem um ein Jahr älteren Bruder Otto ans Jesuitenseminar Maria Schein in Nordböhmen folgte – eine Zeit, in der beide Buben von heftigem Heimweh geplagt wurden. Die sich ankündigen-
den schlimmen Ereignisse brachten 1938 die Schließung des dortigen Gymnasiums, sodass sie in ihre Heimat zurückkehrten und dann das Gymnasium in Krumau besuchten; in dieser Zeit erlebten sie auch die Aufhebung des Zisterzienserstiftes Hohenfurth.
Der Zweite Weltkrieg wurde für ihn nach der Kriegsmatura bestimmend für seinen weiteren Weg: vormilitärische
Ausbildung in Karlsbad, danach Arbeitsdienst, Militardienst in Krumau, ferner in Agram (Zagreb) und anderen
Kriegsschauplätzen in Jugoslawien, schließlich an der russischen Front. Da er sich weigerte, die Offiziersausbildung
zu absolvieren, wurde er immer wieder an die vorderste Front gestellt und erlebte viele gefahrliche Situationen. Im Juli 1944 wurde er in den Pripjet-Sumpfen schwer verwundet und überlebte wohl nur, weil ein Kamerad aus Gurten ihn in Sicherheit brachte; der rechte Unterschenkel musste ihm amputiert werden. Damit war der Krieg für ihn zu Ende. Es folgten Aufenthalte in verschiedenen Lazaretten in Norddeutschland. Ende 1945 erreichte er die Heimat.
Schon im September 1946 mussten er, seine Eltern und sein Bruder diese in Richtung Österreich verlassen – die diesbezügliche Aufforderung gehörte zu seinen wohlgehüteten Dokumenten; dieses schmerzhafte Ereignis blieb zeitlebens eine Wunde, und er schrieb einmal: „Die Vergangenheit holt mich gedanklich immer wieder ein.“Nach mehreren erfolglosen Versuchen, Aufnahme in einem österreichischen Kloster zu finden, kamen er und sein Bruder auf Anraten eines Innviertler Priesters schließlich nach Reichersberg und wurden als Konrad und Roman am 20. Oktober mit einem weiteren Mitbruder ins Noviziat aufgenommen. Die theologischen Studien absolvierten sie an der Hauslehranstalt in St. Florian. Am 28. Juni 1951 wurden beide wegen einer Blinddarmentzündung von H. Ro-
man, die mit Komplikationen verbunden war, von Bischof Fließer in dessen Privatkapelle zu Priestern geweiht. Schon als Jugendlicher hatte H. Roman Klavier und Orgel gespielt; diese Begabungen wurden erkannt, man ermöglichte ihm eine Ausbildung am Brucknerkonservatorium, und bereits 1954 übernahm er die Leitung der Liedertafel und des Reichersberger Kirchenchores, den er schließlich zu großen Erfolgen im In- und Ausland führte. Bis 1957 wirkte H. Roman dann als Stiftskaplan, im Jahr 1958 wurde ihm das Amt des Rentmeisters übertragen – eine schwierige Aufgabe, litt das Stift doch an drückenden Schulden. Nach schwierigem Beginn leitete er aber eine sehr fruchtbare Tätigkeit ein: defizitäre Betriebe wurden geschlossen, neue Möglichkeiten erschlossen: Erneuerung der Weinkellerei, Förderung des Fremdenverkehrs, vor allem aus dem Bäderdreieck, Pflege der Kirchenmusik, Reichersberger Sommer, zwei große Landesausstellungen (1974 und 1984), 1969 Errichtung des Bildungshauses im Nord- und Südtrakt. Es ist nicht übertrieben, zu behaupten, dass unter seiner Führung – großteils immer mit hauseigenen Kräften das gesamte Stift renoviert und auf den Stand der Zeit gebracht wurde; mit der ihm eigenen Zähigkeit und Ausdauer und trotz mancher gesundheitlicher Beschwerden schaffte er oft schier Unmenschliches. Nicht unerwähnt sei auch die Errichtung einer neuen, sehr guten Stiftsorgel durch die Fa. Metzler. Nicht zuletzt war er auch ein Förderer der Kunst und selbst ein guter Fotograf; um die Bilder besser bearbeiten zu können, schaffte er sich im Alter von 75 Jahren seinen ersten Computer an und entwickelte erstaunliches Geschick.Solange es ging, leistete er auch im hohen Alter noch gerne Seelsorgsaushilfen, z. B. im Kurhaus Schärding. Ein Oberschenkelbruch nach einem Sturz Ende November leitete seine letzte irdische Lebensphase ein. Uns bleibt der Dank für sein erfolgreiches Wirken – in die Stiftsgeschichte wird sein Wirken als Rentmeister, das 1991 endete, als eine Zeit großer Blüte eingehen. Er selbst hat an das Ende seiner biographischen Notizen die Worte geschrieben, die auch den Abschluss bilden sollen: „Deo gratias!“
Wir beten für unseren verstorbenen Mitbruder am Mittwoch, 21. Jänner, um 19 Uhr in der Stiftskirche den Rosenkranz, am Donnerstag, 22. Jänner, versammeln wir uns um 945 Uhr
zum Totenoffizium (Terz), feiern für ihn anschließend das Requiem und bestatten ihn danach auf dem Ortsfriedhof.








































