Seit dem 29. Juli läuten wieder drei Glocken vom Turm der Stiftskirche des Zisterzienserklosters in Hohenfurth und rufen die Mönche im Kloster ihr Tagwerk mit Gebet zu beginnen. Durch das Spendenaufkommen der ehemaligen Hohenfurther Pfarrbewohner wurde es möglich, diese Glocken bei der Firma Manousek in Prag zu gießen und nun durch den Bischof von Budweis, Exzellenz Dr. Antonin Liska zu weihen. Daran anschließend erfolgte die Glockenübergabe von den ehemaligen Pfarrbewohnern an den Abt Alberich Siwek. Nicht nur für den Organisator und Freund der Hohenfurther, Konsulent Werner Lehner aus der Patengemeinde Bad Leonfelden ein großer Tag, es war auch ein Freudenfest für die große Zahl der ehemaligen und jetzigen Hohenfurther, die sich zur Glockenweihe eingefunden hatten. In mühevoller Arbeit, mit vielen Verhandlungen und Gesprächen, durch fleißiges Sammeln von Spendengeldern und mit Ausdauer und enormen Einsatz konnte Konsulent Lehner den Wunsch vieler ehemaliger Hohenfurther nach neuen Glocken für das Kloster Wahrheit werden lassen. Unterstützt wurde er von Walter und Franz Pachner, ehemaligen Hohenfurthern, die jetzt ebenfalls in Bad Leonfelden eine neue Heimat gefunden haben.
Nach nun 59 Jahren (1941 mussten die damals fünf Glocken für Kriegszwecke abgeliefert werden), erschallt jetzt wieder Glockengeläut von der Klosterkirche über die Stadt und weit hinein in das Tal der jungen Moldau. Schon im Ersten Weltkrieg mussten die alten Glocken der Gießerei Franz Hollereder aus Linz aus den Jahren 1858, 1859 und 1874 abgeliefert werden, doch bestellte damals im Jahre 1927 Abt Tecelin Jaksch als Ersatz fünf neue Glocken bei der Firma Perner in Budweis, die bis 1941 zum Gebet riefen.
Es war ein sonniger Festtag, dieser 29. Juli, als die drei neuen Glocken ihre Weihe empfingen. Zu dieser Feier war der Platz vor der Klosterkirche mit Menschen überfüllt. Die Blaskapelle von Bad Leonfelden umrahmte den Festakt musikalisch, zu dem die Bürgermeister von Hohenfurth, Dr. Josef Pechlat, und Bad Leonfelden, Dir. Alfred Hartl ebenso gekommen waren wie Pfarrer Pater Justin Berka mit Angehörigen des Konvent’s und Pfarrbewohnern, Diözesanpriestern, Ordensschwestern und ehemalige Hohenfurther aus Österreich, Deutschland und der Schweiz. Walter Pachner aus Bad Leonfelden war sachkundiger Führer durch die Feierlichkeiten, die mit einer Kranzniederlegung am Kreuz an der Kirchenmauer im Gedenken an die in der Heimat, bei der Vertreibung oder in den Kriegswirren Verstorbenen begann und wozu eine Fahnenabordnung antrat und Bischof Liska die Segensgebete in Deutsch und Tschechisch sprach.
Das Zisterzienserkloster Hohenfurth ist seit 1990 wieder Eigentum der tschechischen Zisterzienserprovinz, Kirche und Teile der Klostergebäude wurden der Ordensgemeinschaft vom tschechischen Staat zurückgegeben. Viele Renovierungen wurden seit damals durch die Spendenbereitschaft besonders der ehemaligen Hohenfurther durchgeführt. Jetzt untersteht das Kloster dem Abt Alberich Josef Siwek, der von Salem nach Hohenfurth kam, und noch zwei weitere Priester wirken seelsorglich in den sieben inkorportierten Pfarreien. Zur Zeit sind noch vier weitere Konventmitglieder zum kostenlosen Studium im niederösterreichischen Kloster Heiligenkreuz, dass das „aufblühende“ Kloster an der Moldau vielerlei Hinsicht sehr unterstützt.
Am 15.08.2000 legen zwei Ordensangehörige die ewige, zwei weitere die zeitliche Profess ab und bei zwei Ordensmitgliedern erfolgt die feierliche Einkleidung. Durch das seelsorgliche Wirken von Stadtpfarrer Pater Justin Berka, er ist ebenfalls Ordensangehöriger des Klosters, gab es schon etliche Kinder- und Großtaufen, kirchliche Trauungen und Beerdigungen. Ein bewundernswerter Aufbau religiösen Lebens in und um das Kloster macht sich bemerkbar!

Zum ewigen Gedächtnis!

Wo Zisterziensermönche in Gebet und Arbeit leben
Wo die alten Klostertürme sich erheben
Wo Hohenfurth im grünen Tal mit seinem Dom
Wo uns’re alte Heimat liegt am Moldaustrom
Wo dreimal täglich nun die neuen Glocken klingen
Von der Klosterkirche alten Turm bei uns allen Segen bringen!

P. W. Fuhrmann
Ausgabe 9/10-2000

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