Engel des Lichts

Liebe Mitchristen der Böhmerwaldgemeinden und der Pfarrgemeinden, in denen Sie jetzt wohnen!

In den Monaten September und Oktober feiert unsere Kirche in besonderer Weise das Gedächtnis der Hl. Erzengel und der Schutzengel. So möchte ich Ihnen einen Gedanken über die unsichtbaren Wesen, die bei Gott sind, mitgeben.
Zunächst zwei Gedanken, die mich persönlich berühren: Noch sehr gut kann ich mich an meine Großeltern, die Mutter und andere Verwandte im Böhmerwald und später in Bayern erinnern, die immer wieder zu den Hl. Engeln beteten und uns Kindern Bilder des Schutzengels zeigten, der ein Kind über ein reißendes Wasser führt. – Das zweite Erlebnis: Vor Wochen stieg ich nach einem unverschuldeten schweren Verkehrsunfall nahezu unversehrt aus einem völlig zerstörten Auto: Jeder, der dies erfuhr oder das Schrottauto sah, sagte: Du hattest einen guten Schutzengel. Und ich bin selbst davon überzeugt.
In der Geheimen Offenbarung des Johannes (Off 12,7-12 a) lesen wir eine fast düstere Szene und Beschreibung über das Geschehen, das im Himmel stattfand: Der Machtkampf des Guten mit dem Bösen. Der Evangelist beschreibt den Kampf des Drachen, des Satan mit dem Engel Gottes.
Ist das nur eine Geschichte für unbelehrbare Fromme – Märchen – Hirngespinst?
Nein, es gibt die Welt des uns Menschen Unsichtbaren – die Dimension des Jenseits, die ganz massiv und realistisch in unser Dies-seits, in unser „noch-jetzt“ im irdischen Leben hineinreicht und hineinwirkt.
Wir beten im Großen Glaubensbekenntnis: „Wir glauben an den einen Gott, den Vater, den Allmächtigen, der alles geschaffen hat, Himmel und Erde, die sichtbare und die unsichtbare Welt.“
Die Geister, die Gott schuf, gehören zur unsichtbaren Welt – die Engel des Lichts und der Finsternis: Unheimliches, Unsichtbares geschah und geschieht – dies ist eindeutige, nicht in Frage zu stellende Aussage der Hl. Schrift, des Wortes Gottes an uns Menschen.
Der Prophet und Schreiber des Evangeliums sagt: Der Kampf zwischen Gut und Bös, der sich auf der Erde abspielt, hat eine Entsprechung im Himmel: die Bewegung läuft nicht nur horizontal – auf der Ebene des Jenseits, sondern auch und zuerst vertikal: von oben nach unten ab. Denn in der Welt des Unsichtbaren kann der Drache mit seinen „Engeln“ – wie sie Johannes beschreibt, nicht standhalten – für sie, die sich gegen Gottes Willen und Liebe auflehnen, gibt es keinen Ort in der Nähe Gottes.
Im Kapitel 12 der Geheimen Offenbarung wird der „Drache“ mit dem absolut Bösen gleichgesetzt. Bild und Sache entsprechen sich.
Es wird in dieser Botschaft gesagt, dass es in unserer Welt nicht nur das Böse als eine unpersönliche Macht gibt, auch das Böse ist eine nicht zu verleugnende Wirklichkeit.
Was ich Ihnen bisher aufführte klingt wie die oft angeführte „Drohbotschaft“ ...
Ist sie aber nicht! Die Kirche, dh. wir feiern in diesen Wochen das Fest des Hl. Erzengels Michael und der beiden anderen Erzengel Raffael und Gabriel. Michael „wer ist wie Gott“ lautet sein großer Name, Gabriel „Kraft Gottes“ und Raffael „Gott heilt“.
Die unsichtbare Welt, die Engel Gottes, getragen und bewegt und gesandt von der Liebe des Dreifaltigen Gottes, sind da, begleiten, stehen bei und schenken uns Menschen Liebe und Nähe.
Der Mensch, der sich nach dem Guten sehnt, der glauben will, der Gutes tun will, erfährt die Macht der Engel, der unsichtbaren Geister, die um uns sind.
Das Kind, das zum Schutzengel betet, darf erfahren, dass es ihn gibt. Auch der Erwachsene darf in kindlichem Vertrauen sprechen: Lieber Vater, lass deine Hl. Engel, die Zeichen deiner Liebe, an unserer Seite sein, in unserer Familie, bei unseren Kindern und Jugendlichen.
Frohbotschaft ist es, dass die guten Engel Gottes – Michael, Gabriel und Raffael – und unsere Schutzengel Gottes Kraft für unseren Glauben und das Leben sind.

Ihnen und Euch allen Gottes Segen und die Nähe der Engel Gottes!

Mit freundlichen Grüßen Ihr
Pater Johann Müller SAC, MilDek. a. D.,
Zeppelinstraße 297, 88048 Friedrichshafen

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