Pater Josef Wenzl SDB

P. Josef Wenzl SDB

Geistliches Wort - 06|2018

Liebe Landsleute aus dem Böhmerwald!

Mit den gleichen Worten wie Pater Edmund Schrimpf in der Monatsschrift 05 des Jahres 2017: Monat Mai – Marienmonat beginne ich heuer stattdessen mein Geistliches Wort 06: Monat Juni – Herz-Jesu - Monat !
In der Tradition der römisch-katholischen Kirche trägt er seit Jahrhunderten diesen Namen. Seine biblische Begründung stammt aus dem Johannes-Evangelium 19,34, wo es heißt: „Aus seiner durch die Lanze des Soldaten geöffneten Seite flossen Blut und Wasser hervor“. Sinnbildlich geworden ist dies für das Hervorquellen der Sakramente der rk Kirche aus dem durchbohrtem Herzen unseres Erlösers Jesus Christus, des Sohnes des Allmächtigen Gottes.

Diese bis in unsere Zeit hineinwirkende Herz-Jesu-Frömmigkeit – (Herz-Jesu – 1. Freitag jedes Monats) - wurde in besonderer Weise beeinflusst durch die kirchlich anerkannten Privatoffenbarungen, die der hl. Schwester Margareta Maria Alacoque († 1690) in Frankreich zuteil wurden. Jesus öffnete ihr in vielen Visionen seine unerschöpfliche Liebe zu uns Menschen im Bild seines durchbohrten Herzens. Diese Darstellung und Verehrung fand in der Herz-Jesu-Frömmigkeit Anfang des 19. Jahrhunderts weite Verbreitung in vielen Ländern Europas. Anlässlich der Eröffnung des Heiligen Jahres 1900 weihte an Weihnachten 1899 Papst Leo XIII. auf Anregung der sel. Maria Droste zu Vischering die ganze Welt dem Herzen Jesu. Diese Weihe  wurde alljährlich am Herz-Jesu-Fest – (Freitag in der dritten Woche nach Pfingsten) – erneuert, bis Pius XI. sie 1925 bei der Einführung des Christ-König-Festes auf den letzten Sonntag jedes Kirchenjahres verlegte.

Ordensgemeinschaften, Bruderschaften und Genossenschaften haben die Herz-Jesu-Verehrung zum Zentrum ihrer Spiritualität gemacht. Kapellen und Kirchen wurden dem heiligsten Herz-Jesu geweiht und mit Bildern dieses Motives ausgestattet. In gar mancher rk Familie fanden sie Eingang.

Auch unsere Bauernstube im Böhmerwald hatte ein großes Herz-Jesu-Bild in einem breiten Holzrahmen und hinter Glas geziert. Davor haben wir oft gebetet und zuletzt zum Abschied als wir im Oktober 1946 mit Sack und Pack Haus und Hof verlassen mussten. Trotz Gewicht¬beschränkung auf 50 kg pro Person sollte das sperrige Gepäckstück mit uns ins Ungewisse gehen! Mit einem Sprung im Glas hat uns das Herz- Jesu - Bild in ein r.-k. Land geführt, was für unseren Vater († 1951) das Wichtigste war! Dass wir unseren r.-k. Glauben aus der Heimat leben können!

Auch in beengter Wohnung hat das Bild nach jedem Umzug einen würdigen Platz gefunden, bis es 1956 im Haus des ersten Sohnes Hans mit unserer Mutter über 25 Jahre lang Zuflucht fand. Daraus entstand unsere Heimat in Bayern, von der viel Heil, Gnade und Segen auf unsere große Familie aus- und überging.

Sechs Geschwister gründeten Familien – fünf „Mischehen“ - mit insgesamt 30 Kindern. Zwei Schwestern gingen ins Kloster, die Jüngste wurde Lehrerin im gleichen Jahr 1966, als ich am 10. Juli bei überraschend herrlichem Wetter in Schnaitsee, Kreis Traunstein, als Salesianer Don Boscos Heimatprimiz feiern durfte.
Der Höhepunkt meiner Integration war das Goldene Priesterjubiläum 2016 zusammen mit Onkel und Neffe Oberbauer, echte Bayern, die ihr Diamantenes bzw. Silbernes Priesterjubiläum feiern durften.

Nach dem Tod unserer Mutter (14.03.1982) kehrte das Herz-Jesu-Bild in den Böhmerwald zurück und schmückt nun unsere schön restau-rierte Dorfkirche in Kaltenbrunn-Studánky.

Auch von dort dürfen wir alle Hilfe und Geleit Jesu erfahren, wenn wir dankbar und vertrauensvoll darum beten und bitten in Gottes- und Nächstenliebe!

Gruß + Segen entbietet Euch Euer Landsmann

P. Josef Wenzl SDB
aus 84137 Vilsbiburg-Mariahilf

 

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