Geistliches Wort – August 2008

Der Priester als brüderlicher Weggefährte der Gläubigen – ein Mensch mit einem „hörenden Herzen“
(1 Kö 3,5 ff)

Am 29. Juni 2008, dem Fest der Apostel Petrus und Paulus, bin ich vor genau 40 Jahren durch den damaligen Bischof Simon Konrad Landersdorfer im Hohen Dom zu Passau zum Priester geweiht worden. Aus diesem Anlass möchte ich über Wesen und Eigenart des priesterlichen Dienstes nachdenken, sein geistliches Profil, aber auch seine Verankerung inmitten der Gemeinschaft der Glaubenden.

Der priesterliche Dienst
Das 2. Vatikanische Konzil hat das Wesen des priesterlichen Dienstes zentral in der Verkündigung des Wortes Gottes verankert. Somit ist der Priester in erster Linie Zeuge der Heilsbotschaft Jesu Christi. Das umfasst die reine Wortverkündigung in der Predigt ebenso wie andere Formen der Glaubensunterweisung, insbesondere aber die intensiven Formen der Heilsvermittlung in den Sakramenten, zumal in der Eucharistie, in denen uns die helfende und heilende Liebe Gottes begegnet. Wenn es richtig ist, das Wesen des priesterlichen Dienstes von der Verkündigung des Wortes Gottes her grundgelegt zu sehen, dann hat das auch Auswirkungen auf das priesterliche Ethos bzw. auf die spirituelle Ausrichtung seines Lebens. Es heißt: Der Priester selbst muss Stand fassen im Wort der Christusbotschaft, muss Stand fassen in der Wahrheit, die immer zum Ereignis wird, wenn dieses Wort ausgesprochen und vernommen wird. Die Aussprache dieses Wortes wird umso wirksamer und überzeugender sein, je tiefer der Priester selbst von diesem Wort erfasst, je mehr er selbst ein Mensch mit einem „hörenden Herzen“ ist.

Der Priester: Ein Mensch mit einem „hörenden Herzen“
Ich glaube, dass das Bild des Menschen mit einem „hörenden Herzen“ gerade in unserer Zeit ein gutes Leitbild für den Priester ist. Die Bitte um ein „hörendes Herz“, die einst der junge König Salomo an Gott gerichtet hat – nicht aber die Bitte um Macht, Reichtum und langes Leben – diese Bitte muss auch immer wieder unsere Bitte an Gott sein. Ein „hörendes Herz“, das ist mehr als der Wunsch nach kluger Erkenntnis; es ist die Offenheit des ganzen Lebens auf die Wahrheit hin, es ist die Durchlässigkeit für den einfallenden Strahl ihres Lichtes, es ist die Fähigkeit, die Wahrheit als das große Geschenk Gottes annehmen zu können, sie als „das Wort“ schlechthin zu erkennen, das aus der Flut der vielen Wörter herausragt, als Fels und tragender Grund, das mehr ist als auflodender Flammenwurf und Sternenstrich, Fundament des Vertrauens, auf das sich das Leben gründen und bauen lässt.

Als Priester ein Mensch mit einem „hörenden Herzen“ zu sein, bedeutet aber auch, ein „hörendes Herz“ zu haben für die Menschen, für die er bestellt ist und mit denen er solidarisch und brüderlich den Weg des Glaubens geht. „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst“ der Menschen – wie es ein prägnantes Programmwort des Konzils sagt – werden auch die Freude und Sorge des Priesters sein, der sich als Hörender und Mitgehender versteht. Diese Offenheit des Priesters für die Freude der Fröhlichen und die Tränen der Trauernden ergibt sich auch aus dem Wort, das das Konzil in seinem Dekret über Dienst und Leben der Priester ausgesprochen hat: „Die Priester werden aus der Reihe der Menschen genommen und für die Anliegen der Menschen bei Gott bestellt ... allen begegnen sie deshalb als ihren Brüdern. Auch der Herr Jesus, Gottes Sohn, der von Gott zu den Menschen gesandt wurde, lebte ja mit uns zusammen und wollte in allem seinen Brüdern gleich werden ... ihn haben schon die Hl. Apostel nachgeahmt; Paulus, der als Lehrer der Heiden für das Evangelium erwählt war (Rö 1,1), bezeugt ausdrücklich, er sei allen alles geworden, um alle zu retten“. (Nr. 3)

Brüderlicher Weggefährte der Gläubigen
Gerade die Menschen in unserer Zeit, die jede autoritäre Anmaßung oder klerikale Bevormundung mit Recht zurückweisen, sind besonders dankbar dafür, wenn sie in ihrem Seelsorger, dem brüderlichen, solidarischen, humanen Menschen begegnen, dem wirklich am Wohl und Wehe der Menschen etwas liegt. K. Rahner, der große Theologe des vergangenen Jahrhunderts sagt zurecht: „Man erwartet vom Priester heute in einer besonderen Weise, dass er, ohne pathetisch oder sentimental oder indiskret oder respektlos zu werden, sich irgendwie als der brüderliche Gefährte der Last des Glaubens der anderen fühlt und erweist“. Dieser Geist der Brüderlichkeit wird sich auch in der Verkündigung und im Lebensvollzug des Priesters zu erkennen geben.

Miteinander die Lasten tragen
Auch als Priester brauchen wir nicht so zu tun, als ob unser Glaube unangefochten wie die feste Burg auf unerschütterlichem Felsen steht. Auch der Glaube des Priesters hat Wegcharakter, ist gezeichnet von der Mühsal des Glaubens, von der Dunkelheit und geheimnisvollen Verhülltheit Gottes und seines Willens. Freilich brauchen wir uns deshalb – wie K. Rahner einmal drastisch formuliert hat – „die Bekümmertheit und Last des Glaubens nicht künstlich anzuknobeln“. Aber die Gemeinde darf schon auch spüren, dass wir nicht unangefochten und im Sinne der stoischen Leidenschaftslosigkeit immer souverän über den Dingen stehen. Gerade dann, wenn wir als Priester und Seelsorger vor und inmitten der Gemeinde stehen, als brüderliche Weggefährten, wird der Gemeinde bewusst werden, wie elementar Priester und Gemeinde in ihrem Glauben und Leben aufeinander angewiesen sind. Zwischen Priester und Gemeinde besteht eine unlösbare Schicksalsgemeinschaft, aus der niemand aussteigen kann. Der Verantwortung des Priesters für die Gemeinde entspricht auch die Verantwortung der Gemeinde für ihren Seelsorger. Der Priester ist nicht – und heute schon gar nicht – ein einsamer Einzelkämpfer, sondern er braucht die lebensnotwendige Solidarität und Mitverantwortung der Gläubigen, ohne die er auf verlorenem Posten steht und sich auch menschlich allzu schnell verschleißen wird. Da die Kirche nach dem Verständnis des Konzils nicht zuerst eine hierarchisch gegliederte Großorganisation mit einem klaren Oben und Unten ist, sondern vielmehr die lebendige Communio = die Gemeinschaft der Glaubenden, dann muss sie sich gerade im wirklichen praktizierten Miteinander und Füreinander aller in dieser Communio bewähren.

Das „Hören“ der Gemeinde
Insofern gilt das Wort vom „hörenden Herzen“ auch als Leitwort für die Glieder der Gemeinde. – Jede und jeder Glaubende ist gerufen, mit dem „Herzen zu hören“, also mit der Offenheit seines ganzen Wesens zu hören, was der Geist Gottes als die Seele dieser Gemeinschaft, dem einzelnen sagen will, was seine Aufgabe ist, wozu er in ganz spezifischer Weise gesandt ist, zum lebendigen Aufbau der Gemeinde beizutragen. Mit dem „Herzen zu hören“ bedeutet, nicht auf Distanz zu bleiben, sondern sich innerlich ansprechen und anrühren zu lassen; mit dem „Herzen zu hören“ bedeutet, sich mit dem Herzen gebunden fühlen, den Priester mit dem eigenen Glauben und durch das persönliche Mitwirken zu tragen und zu stützen.

Wenn dieses Aufeinander-Hören gelingt und in diesem Klima des Vertrauens und der gegenseitigen Wertschätzung die verschiedenen Geistesgaben, die jede und jeder in dieser Gemeinschaft einbringt, zur Entfaltung kommen, dann können wir gemeinsam die Wahrheit zum Leuchten bringen, dann wird Christus durch uns als die große Sonne in unsere Welt hineinstrahlen können, und uns „aufrichten, stärken und auf festen Grund stellen“ (1 Petr 5,10 b).

Domdekan Prälat Prof. Dr. Otto Mochti

Geistliches Wort – Juni 2008

Liebe Leserschaft von Glaube und Heimat

Seit über zwei Monaten bin ich nun schon in Afghanistan, um die deutschen Soldaten im Bereich der Stadt Mazar-e Sharif seelsorglich zu begleiten. Islamische Republik Afghanistan lautet die offizielle Bezeichnung des Staates, damit ist klar die Religion, der Glaube und die daraus erwachsenden Verpflichtungen prägen das Leben der Menschen vom Tagesablauf bis hinein in die staatliche Gesetzgebung. Religion ist hier keine Privatsache sondern Teil des öffentlichen Lebens. Die Stadt Mazar-e Sharif gehört mit zu den wichtigsten Wallfahrtstätten der islamischen Welt, da hier im Zentrum die sogenannte „Blaue Moschee“ steht, ein großartiges Bauwerk, in dessen Mitte sich das Grabmal von Ali ibn Abi Talibs befindet, dem Schwiegersohn des Propheten Mohammed. Ich war schon einige Male eingeladen diesen Ort zu besuchen und staunte über die vielen Menschen, Junge und Alte, Männer und Frauen, Wohlhabende und bitter Arme, die sich hier treffen, um einzeln zu beten oder sich am Freitag zum gemeinsamen Gebet treffen. Die Gespräche mit dem Imam (dem Vorbeter beim Gottesdienst) und dem Mullahwi (dem Religions- und Gesetzeslehrer) sind interessant aber natürlich auch spannend im wahrsten Sinn des Wortes. Treffen doch im christlich muslimischen Dialog zwei Religionen zusammen, die Gemeinsamkeiten haben, die sich aber in wesentlichen Inhalten deutlich unterscheiden. Die 5 Säulen des Islam, nämlich das Glaubensbekenntnis, das tägliche Gebet, das Fasten, Almosen geben, und Wallfahrten, sind Grundvollzüge, die ebenso dem Christentum eigen sind. Trotzdem bleiben Unterschiede, z.B. in der Bedeutung des Korans und der Bibel. Welche Stellung haben Mohammed und Jesus, Prophet und Sohn Gottes? Das wirkt sich im Wesentlichen auf das jeweilige Gottesbild aus. In beiden Religionen wird der unteilbare eine Gott anbetet. Als Christen gehen wir dabei eben einen Schritt weiter, der Gott zwar nicht dreiteilt, ihn aber als einen Gott in drei personalen Begegnungsformen, für Muslime unverständlich, ja unannehmbar macht.

Respekt voreinander und trotzdem sich zum jeweils eigenen Glauben zu bekennen, ist eine Gratwanderung und gleichzeitig absolut notwendig in solchen Begegnungen. Denn nichts ist den Menschen hier unbegreiflicher als gar keinen Glauben zu haben oder nicht zum Glauben zu stehen. Eine nicht unbegründete Angst der religiösen Führer hier im Land liegt darin, dass der Einfluss der „westlichen Welt“, den Menschen keinen Segen bringt, ja, dass dann auch hier neue Götzen Einzug halten, die wir in Europa schon lange kennen und die in weiten Bereichen den Glauben, die Werte und das Menschenbild ersetzen.

Als dieses große deutsche Lager nahe der für den Islam bedeutenden Stadt gebaut wurde, war auch die Frage einer Kirche für die Soldaten lange diskutiert worden. Es wird ja aus bestimmten, uns feindlich gesinnten Kreisen, immer wieder der Vorwurf laut, ISAF-Soldaten würden einen Kreuzzug gegen den Islam führen und setzen hier im Zentrum von Mazar-e Sharif an. In Abstimmung mit den geistlichen Autoritäten hier, fand man bei einigen Gegenstimmen, eine deutliche Zustimmung zu diesem Vorhaben. Zwar stehen wir nicht im Einklang mit dem Koran, aber christliche Soldaten werden hier durchaus respektiert, sie werden zwar nicht als Gläubige im strengen Sinn, aber auch nicht als Gottlos betrachtet und dass sie einen eigenen „Imam“ oder „Mullahwi“ dabei haben, wird als gut befunden.
Die schlichte christliche Gebetsstätte auf muslimischen Boden trägt den offiziellen Namen Haus Benedikt (Benedikt von Nursia), und ist ein siebeneckiges Bauwerk mit einem zeltförmigen nach oben offenen Dach. Wir richten uns hier nicht ein, wir sind auf dem Weg und brechen von hier auch wieder auf, wenn unser Dienst erfüllt ist. Im Übrigen arbeiten in unsrem Camp mehrere hundert zivile Ortskräfte, denen natürlich auch Zelte zum Gebet eingerichtet wurden, und man kann über den Tag immer wieder sehen, wie die Gläubigen ihre Arbeit kurz unterbrechen und sich zum Gebet niederlassen und sie so Zeugnis von ihrem Glauben geben. Das wird von den Soldaten durchaus wahrgenommen leider aber oft nicht verstanden. Ja manchmal wäre ich froh, wenn auch meine Soldaten so eifrig ihren Glauben pflegen würden. Nicht den Glauben an sich selbst, an das persönlich Machbare, oder die nächste Beförderung und das Geld, sondern den Glauben an den einen Gott, der uns als seine Kinder ins Herz gelegt ist. Leider scheint er heute oft von so vielen Dingen verschüttet oder wird im menschlichen Machbarkeitsdenken erstickt.
Wie kann der Glaube heute gelebt und als Lebenshilfe erfahren werden, getragen aus einer freien Entscheidung? Zwei Soldaten bereiten sich derzeit auf die Taufe vor. Ihnen ist dieses Geschenk in Kindertagen nicht zuteilgeworden, weil die DDR das für überflüssig, ja sogar für gefährlich hielt. Diese beiden sind zum Glauben gekommen nicht aus Büchern oder durch einen strengen Militärpfarrer, sondern weil sie das Glück hatten jeweils durch die Ehepartnerin in ein christliches Umfeld zu kommen, wo Glaube kein Zwang und keine Last darstellt, sondern zum Leben dazugehört und dadurch nach außen strahlt und Menschen ganz natürlich für Christus gewinnt. Daraus hat sich für beide der Wunsch herausgebildet, durch die Taufe voll in die Gemeinschaft der Glaubenden aufgenommen zu werde. Sie nutzen die Zeit hier im Einsatz, um gegen Ende das Sakrament zu empfangen. Damit setzen sie ein Zeichen vor ihren Kameraden.

Menschen für Gott gewinnen – Menschenfischer sein, nicht Rattenfänger mit leeren Versprechungen, das ist unsere wichtigste Aufgabe. „Fürchtet euch nicht vor den Menschen“, das ruft uns Jesus im Evangelium zu. „Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet am hellen Tag … und wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater bekennen“ (Mt 10, 26ff).

Christen brauchen sich nicht zu verstecken. Das Evangelium, ist kein Zwang sondern eine frohe Botschaft, welche die Menschen ruft und nicht abweist, die trägt und nicht niederdrückt, die Freiheit schenkt und nicht fesselt, die uns in eine Zukunft führt und nicht im Irdischen verenden läßt.

So möchte ich euch alle ermuntern, sich nicht zu verstecken, und verschämt den Mund zu halten, um nicht anzuecken, sondern freimütig zu zeigen welche Kraft, Hoffnung und Lebensfreude der Glaube an Gott den Vater, den Sohn und den heiligen Geist schenkt.

Herzliche Grüße

Euer Siegfried Weber, Militärpfarrer
Vorsitzender

Geistliches Wort – Mai 2008

„Du unsere Hoffnung sei gegrüßt“

Fast zwei Jahrtausende stimmen Christen in das Lob Gottes ein. Und seither ist auch der Lobpreis auf Maria nicht verstummt. Die ersten Christen vereinten sich mit Maria, der Mutter Jesu, im Gebet. Christien späterer Zeit riefen sie als Fürsprecherin bei Gott an. Zu ihr pilgerten Menschen, um zu bitten und zu danken. An Wallfahrtsorten wie in Gojau und in ihren Heiligtümern priesen sie mit Maria Gott für das Große und Gute, das er ihnen getan, zündeten Kerzen an und schenkten der Gottessmutter mit dem Kind von ihrem kostbaren Schmuck und ihren festlichsten Kleidern.
Die Magd als Königin. Aber auch: die Jungfrau und Mutter, die Schwester und Herrin. Von Dichtern und Malern, von Bildhauern und Musikern aller Zeiten besungen und dargestellt.

Marienlob. – In vielen Wallfahrtsbüchlein sind Lieder und Gebete zu finden, die in den offiziellen kirchlichen Gesang- und Gebetbüchern keinen Eingang fanden, die aber über Jahrhunderte von Christen, von Pilgern und Wallfahrern gebetet und gesungen wurden. Marienlob – Maria wird uns im Neuen Testament als Beterin vorgestellt, sie ermutigt uns zum Lobpreis, und wenn wir sie ehren, dann schließen wir das Christus- und Gotteslob mit ein. Solches Marienlob soll nachdenklich, aber auch tröstlich den stimmen, der Trost und Hilfe sucht, der Dank zu sagen hat.

Mit einem Hymnus aus dem 8./9. Jahrhundert grüßt die Kirche seit mehr als 1.000 Jahren Maria, die Mutter des Herrn, als „Meeresstern“: Ave maris stella.
Menschliches Leben bedeutet Unterwegssein. Zu welchem Ziel? Wie finden wir die Straße des Lebens? Es erscheint wie eine Fahrt auf dem oft dunklen und stürmischen Meer der Geschichte, in der wir Ausschau halten nach den Gestirnen, die uns den Weg zeigen. Die wahren Sternbilder unseres Lebens sind die Menschen, die recht zu leben wussten. Sie sind Lichter der Hoffnung. Gewiss, Jesus Christus ist das Licht selber, die Sonne, die über allen Dunkelheiten der Geschichte aufgegangen ist. Aber wir brauchen, um ihn zu finden, auch die nahen Lichter – die Menschen, die Licht von seinem licht schenken und so Orientierung bieten auf unserer Lebensfahrt. Und welcher Mensch könnte uns mehr als Maria Stern der Hoffnung sein – sie, die mit ihrem Ja Gott selbst die Tür geöffnet hat in unsere Welt. Durch dich, Maria, durch dein Ja hindurch sollte die Hoffnung der Jahrtausende Wirklichkeit werden, hineintreten in diese Welt und ihre Geschichte.
Was von allen Heiligen gilt: dass sie gelebtes Evangelium sind, Wegweiser in Zeiten verbreiteter Orientierungslosigkeit, Leuchttürme für Schiffe, die in dunkler Nacht den rettenden Hafen suchen, aufgeschlagenes Buch für alle, die nach der Weisheit Gottes Ausschau halten: Dies gilt in herausragendem Sinn von der Mutter des Herrn, die wir als Königin der Heiligen preisen. Sie verehren heißt nicht nur, sie liebend zu loben, sondern auch ihre Gesinnung und ihr Verhalten ins eigene Leben nach Möglichkeit zu übertragen.
„Stern des Meeres, leuchte uns und führe uns auf unserem Weg!“

Hubert Panhölzl, St.-Elisabeth-Straße 24,
94315 Straubing, Tel. 09421/7101171

Geboren wurde ich am 30.10.1940 in Großuretschlag, Pfarrei Kirchschlag. Nach meiner Priesterweihe war ich Kaplan in Dingolfing und in Roding. Seit 1976 bin ich Klinikpfarrer im Klinikum St. Elisabeth in Straubing. Seit 1995 arbeite ich mit bei der Interessengemeinschaft „Sanierung der Kirche in Kirchschlag“, wo wir heuer das 750jährige Gründungsfest feiern werden.

Geistliches Wort – April 2008

Liebe Leserschaft von Glaube und Heimat!

In diesen Tagen bin ich wieder einmal damit befasst, meine Ausrüstung für den Einsatz zu verpacken. Jetzt wird mir vermehrt die Frage gestellt, „wo gehst Du hin, wie bist Du erreichbar?“  Heute ist es selbstverständlich, daß jeder Mensch erreichbar ist. Das Telefon gehört zur Standarteinrichtung jeder Wohnung, Briefe werden in wenigen Tagen weltweit zugestellt, und selbst in den fernsten Winkeln dieser Erde ist man dank Handy oder e-mail irgendwie erreichbar, und auch ich bin in Afghanistan nicht von der Außenwelt abgeschnitten.
Diese technischen Errungenschaften, waren in den Tagen Jesu noch nicht bekannt, gleichwohl gab es Wege und Möglichkeiten eine Verbindung aufrecht zu erhalten.
„Wie können wir Dich dann jetzt erreichen, an deiner neuen Wohnung?“ so würden heute wahrscheinlich die Jünger ihre Frage an Jesus richten angesichts der Abschiedsworte, die er im Johannesevangelium an sie richtet: „Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten“. Ihnen wurde unmissverständlich klar, daß die gewohnte und vertraute Zeit mit Jesus zu Ende ging, daß etwas Neues kommen würde, daß sie noch nicht kennen und begreifen, und einige der Jünger beginnen zu ahnen was es heißt wenn Jesus von seinem Weg nach Jerusalem spricht. Sie sind verwirrt, es fehlt ihnen der Überblick und die Orientierung für die Zukunft.
Diese Situation greift Jesus in Johannes 14 auf und tritt dem entgegen „Euer Herz lasse sich nicht verwirren, glaubt an Gott und glaubt an mich. Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen.“ Damit gibt Jesus seinen Jünger einen Ort an, er ist erreichbar im Haus seines Vaters. Im hebräischen Verständnis ist mit Haus einmal das Wohngebäude gemeint, es beschreibt aber auch die Hausgemeinschaft der Menschen, die dort leben, die da eine Heimat haben. Hier ist er erreichbar mit allen die zu ihm gehören, die den Weg dorthin kennen und sich auf den Weg einlassen. Dieser Weg ist er selber: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“
Wie bist Du erreichbar, Jesus, Gott? Das ist auch unsere Frage heute, und es ist nicht so leicht ihn im Leben zu erreichen. Da genügt nicht die 11833 der Auskunft, die uns mit ihm verbindet. Seine Erreichbarkeit ist der Weg auf den er uns einlädt. Allerdings wird diese Erreichbarkeit nur erfahrbar in den Menschen, die nicht als Zuschauer am Rande stehen bleiben, sondern die sich selber zu ihm auf den Weg machen. Es ist kein Weg der Einzelgänger und Fremdlinge, es ist ein Weg des Miteinanders, es ist oft ein Weg ins Ungewisse und doch ein Weg vertrauter Hausgemeinschaft. Als Getaufte sind wir jetzt schon lebendige Steine im Haus Gottes, wir haben hier schon eine Heimat und geben anderen Heimat auf dem Weg. Wir erreichen Gott im hier und heute, vor allem in der Feier der Sakramente und machen Gott für andere erreichbar in den Werken der Barmherzigkeit, die wir ihnen als Zeugen des Glaubens schenken. Hier findet die Frage nach der Erreichbarkeit Jesu für die junge nachösterliche Gemeinde eine Antwort. Genau wie wir heute, lebten auch sie in den Wirren der jeweiligen Zeit und trotzdem gab ihr Leben aus dem christlichen Glauben vielen eine Antwort auf die Lebensfragen ihrer Tage und machte sie standhaft selbst im Martyrium treu zu bleiben.
Diese Tage der Osterzeit sind auch für uns eine besondere Einladung, uns die Frage nach der Gegenwart Gottes nach seinem Ort in unserem Leben wieder neu beantworten zu lassen, um dadurch auch heute den Menschen die mit uns leben eine Antwort zu geben. Hier ist die Erde und nicht der Himmel, aber der Himmel kann durch Jesu lebendiges Wort im Leben der Menschen auf dem Weg schon beginnen.

Ich wünsche Euch eine gesegnete österliche Festzeit.

Militärpfarrer
Siegfried Weber

Geistliches Wort – März 2008

Ostern braucht Zeugen

Liebe Landsleute, die ihr im Böhmerwald oder dann in Deutschland oder Österreich geboren seid!
Ostern hatte im Böhmerwald seine eigenen Traditionen. Ich erinnere nur an das Eierpecken, Eierkratzen und an die gefärbten Eier, die an die Liebsten verschenkte wurden. Vom kirchlichen Kalender her hat Ostern für uns eine zentrale Bedeutung für unseren Glauben. Von außen und von ungewohnter Seite will ich mich hier unserem Hochfest Ostern nähern, und zwar unter dem Stichwort „Verantwortung“ und „Zeugen sein“. Aufmerksame Beobachter stellen ja fest, dass viele keine besondere Lust haben, für den Staat oder die politische Gemeinde Verantwortung zu übernehmen. Man muss nur beispielsweise auf die Nachwuchs-Organisationen der Parteien blicken. Es sollten viel mehr junge Leute sein, die sich hier engagieren. Fragt man nach Gründen dieser Verdrossenheit an den Verbänden und am Staat, so trifft man schnell auf das Allzu-Menschliche. Dann heißt es: „Die Politiker sind irgendwie unglaubwürdig“, … „Die Gewerkschaft ist irgendwie unglaubwürdig“, … Und noch dazu: „Die Kirche ist irgendwie unglaubwürdig“.

Auf ihre Glaubwürdigkeit werden alle Träger von Autorität abgeklopft. Eltern sind es längst gewohnt, dass ihre Kinder drauf schauen, ob die elterlichen Ermahnungen auch dem elterlichen Verhalten entsprechen. Predigthörer nehmen eine Predigt dann an, wenn der Prediger ihnen in seinem Leben glaubwürdig erscheint. Und wenn Politiker davon sprechen, dass alle ein Opfer bringen müssen, dann forscht man eifrig, ob sie sich nicht womöglich selber zu viel schenken lassen, und wenn es nur eine läppische Eintrittskarte zu einem Fußballspiel ist.

Vielleicht ist damit deutlich, dass „Glaubwürdigkeit“ die Kirche angeht, die Pfarrer oder die Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten. Letztlich tragen wir alle in der Kirche Verantwortung für den Glauben. Wer ist denn die Kirche, wenn nicht wir alle? Bei der Glaubwürdigkeit sind also alle angefragt, die „Großen der Kirche“ ebenso wie der so genannte „kleine Mann auf der Straße“, Jüngere genauso wie Ältere.
Und damit bin ich schon lange bei Ostern! Denn Ostern lebt davon, dass die Apostel und die Frauen überzeugt waren und bezeugt haben, dass Jesus auferstanden ist. Auch unser Glaube heute lebt von der Glaubwürdigkeit dieser ersten zeugen, der Apostel und der Jüngergemeinde. Die Christenheit braucht Frauen und Männer, die den christlichen Glauben und die christliche Liebe in einer ununterbrochenen Kette bezeugen. Wir können tatsächlich aus der Kirchengeschichte viele Christinnen und Christen aufzählen, die glaubwürdig lebten und leben, die Zeugnis ablegten von ihrer Erfahrung mit Jesus. Wohl jeder kann da mit seinem Namensheiligen aufwarten. Und wer nur ein bisschen von der Namenspatronin und dem Namenspatron weiß, kann von deren überzeugenden Leben berichten.

Beim Stichwort „Glaubwürdigkeit heute“ dürfen wir an Heilige und Selige aus der Vergangenheit der Kirche denken, aber auch an große Gestalten unserer Zeit. Da gehen einem leicht die bekannten „üblichen“ Namen von den Lippen: Mutter Teresa, Prior Roger Schutz, Albert Schweitzer, Papst Johannes XXIII, Pater Franz Reinisch, Franz Jägerstätter, Dag Hammerskjöld, … Sie alle sind tatsächlich heute bekannte Zeichen für glaubwürdiges Christsein.

Man könnte aber auch Namen von Menschen nennen, die keine Christen sind und die sehr glaubwürdig lebten. Ich denke beispielsweise an den Inder Mahatma Gandhi. Er war Hindu, konnte aber die Bergpredigt Jesu auswendig und lebte danach; er stiftete Frieden im eigenen Herzen und im eigenen Volk. Seine Glaubwürdigkeit kam aus dem Gebet.
Zu nennen sind beim Thema „Glaubwürdigkeit“ sicher auch unsere Eltern. Als glaubhaftes Vorbild für die Kinder rangieren sie ganz vorne! Und dann wären als Vorbilder der Glaubwürdigkeit viele, viele andere Mitchristen zu nennen,
... die tun, was vor Gott richtig ist, die als Christen leben, unabhängig vom Verhalten anderer und von der veröffentlichten Meinung;
... die treu leben und die Treue halten, ganz gleich, wie die „gekrönten Häupter“ unserer Zeit sich benehmen oder danebenbenehmen;
... die zuverlässig sind und auf deren Wort man sich verlassen kann;
... die einfach leben, ohne deswegen immerzu neidisch auf andere zu blicken;
... die verschwiegen sind und ein Geheimnis wahren können.
Solche Menschen sind wirklich glaubwürdig! Sie leben Ostern! Glaubwürdigkeit ist eine österliche Verhaltensweise des Alltags, die uns allen nottut.

Pallottinerpater Josef Danko, † 08.02.2008

Bildungshaus St. Josef,
Schloss Hersberg 1, 88090 Immenstaad a. B.
(Heimatgemeinde Gerbetschlag bei Hohenfurth)

Geistliches Wort – Februar 2008

Der Ostertermin
ist seit Jahrhunderten ein Zankapfel!

Wussten Sie schon, dass die Bestimmung des Termins für Ostern, des höchsten christlichen Festes,  letztlich eine schwierige Aufgabe für die Astronomen ist? Sie errechnen über Jahre hinaus den jeweiligen Frühjahrsbeginn.
Nach dem Beschluss des Konzils von Nicäa im Jahre 325 – Kaiser Konstantin hatte darauf gedrängt - ist jeweils am ersten Sonntag nach dem Frühjahrsvollmond das Osterfest.
Heuer wird es bereits am 23. März, in drei Jahren erst am 24. April gefeiert. Um mehr als vier Wochen kann sich also das Datum von Ostern verschieben.
Im vergangenen Jahr gab es für das östliche und westliche Christentum einen einheitlichen Ostertermin. Leider war das nur eine rühmliche Ausnahme, die sich in unregelmäßigen Abständen wiederholt!

Seit dem 16. Jahrhundert folgen orthodoxe und westliche Kirchen unterschiedlichen Kalendern: die russisch-orthodoxen dem auf Julius Caesar zurückgehenden Julianischen Kalender, katho-lische und evangelische Kirchen dem 1582 von Papst Gregor XIII reformierten Gregorianischen Kalender.
Die Ostertermine können deshalb – von Jahr zu Jahr verschieden – bis zu fünf  Wochen auseinander fallen.
Die Einigung auf einen gemeinsamen Ostertermin war das intensive Bemühen von Papst Johannes Paul II. Ebenso ist der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) seit Jahrzehnten um eine Vereinheitlichung des Osterdatums bemüht. Bislang ohne Erfolg, denn alle Versuche, kirchliche, staatliche und gesellschaftliche Interessen unter einen Hut zu bringen, verliefen im Sand.
Zur Vereinheitlichung unter den Kirchen sollte nach meiner Meinung auch noch eine gewisse Stabilisierung des Ostertermins kommen!
Es kann freilich kein festes Datum wie für Weihnachten sein, aber alljährlich der erste oder zweite Sonntag im April – das  ist ungefähr die Mitte der bisherigen Ostertermine -  würde doch vielen Interessen entgegenkommen.
Vorallem die Karneval- Fasnet- oder Fasching-vereine und -zünfte würden wohl eine garan-tierte Dauer der „Fünften Jahreszeit“ sehr begrüßen. Die Karnevalshochburgen am Rhein, aber auch hier im Schwarzwald und besonders in Rottweil mit dem Narrensprung könnten genauer kalkulieren. „Am Aschermittwoch ist freilich alles vorbei!“ Er darf halt nicht zu früh kommen! Sonst verliert er seine Wirkung und der Fasching weitet sich ungebremst aus.
Aber auch die Kultusministerien der einzelnen Bundesländer mit den Schulämtern würden sich bei der Planung des Schuljahrs mit den verschiedenen Ferien und Feiertagen viel leichter tun. Von den Osterferien hängen doch die Aufteilung der Schulwochen und die Festlegung der Prüfungstermine ab.
Vielleicht kämen noch andere Branchen dazu, die darin einen Vorteil sähen und fänden.

Vor etwa zwei Jahren wurde die EU-Verfassung u. a. wegen des Gottes-Bezugs abgelehnt. Die Prägung Europas durch das Christentum geleug-net, aber der Rahmen des bürgerlichen Jahres und die EU-Flagge weisen noch darauf hin. 
Das soll uns zu wenig sein! Wir wollen in der Fastenzeit Frühjahrsputz für die Seele machen, der den Blick auf Gott und die Mitmenschen frei macht.
Dann wird der Verzicht zum Gewinn, das Weniger zum Mehr: Mehr an Stille und Gebet, mehr Zuhören und menschliche Begegnung, mehr Gottvertrauen und Mitmenschlichkeit.

„Wenn du der Unterdrückung bei dir eine Ende machst, auf keinen mit dem Finger zeigst und niemand verleumdest, dann geht im Dunkel ein Licht auf und deine Finsternis wird hell wie der Tag“.(Jes 58,6.9)     


Liebe Landsleute und LeserInnen, ich wünsche Ihnen eine gesegnete Vorbereitung auf Ostern.

P. Josef Wenzl SDB
Am Engelgrund 2
78120 Furtwangen

Geistliches Wort – Januar 2008

Glück und Segen

Warum wünschen wir uns eigentlich ein glückliches Neues Jahr? Kommt es daher, dass wir nie zufrieden sind mit dem, was wir sind? Treibt uns ein Verlangen um nach Glück, weil wir spüren, dass es etwas gibt, das größer ist als das, was wir selber vorfinden und machen können? Die Sehnsucht nach Glück macht deutlich: Das Glück liegt nicht einfach auf der Straße. Wir müssen unser Glück suchen. Und dies manchmal über den Weg von Opfer und Verzicht, von Widerständen und Enttäuschungen.
Vielleicht kennen Sie die russische Legende von den zwei Mönchen. Sie lasen in einem alten Weisheitsbuch, dass am Ende der Welt ein Ort existiere, wo das wahre Glück zu finden sei. Ein Ort, wo Himmel und Erde sich berühren. So machten sie sich auf den Weg, durchwanderten die Welt, bestanden unzählige Gefahren, erlitten viele Entbehrungen, überwanden alle Versuchungen, ihre Suche aufzugeben. Eine Tür sei dort, so hatten sie gelesen, wo man nur anklopfen und eintreten müsse, um sich bei Gott und damit im vollkommenen Glück zu befinden. Als sie schließlich ihr Ziel erreichten und eintraten, da fand sich jeder in seiner Klosterzelle wieder. Da begriffen sie: Der Ort, wo Himmel und Erde sich berühren, wo das große Glück zu finden ist, befindet sich nicht am Ende der Welt, sondern auf der Erde, an der Stelle, die uns Gott zugewiesen hat.
Die Legende gibt einen wichtigen Hinweis für unsere Suche nach dem Glück. Wir neigen dazu, das Glück da zu suchen, wo wir nicht sind, und bei dem, was wir nicht haben. Das führt kaum zum Ziel. Eher führt dieser Versuch zu Enttäuschung und Neid. Am Ende vielleicht sogar zu Aggression und Depression. Viel entscheidender ist es, auf das zu achten, was in unsrer Hand liegt. Dass wir uns selber besser kennen und annehmen lernen, so wie wir nun einmal sind mit unseren Stärken und Schwächen. Dass wir danach trachten, die zu werden, die wir sein können. Dass wir unsere eigenen Begabungen entdecken und entfalten. Das Lebensglück hängt nicht an hochgesteckten Ansprüchen, sondern daran, ob wir den Schatz finden, der in unserem Leben verborgen ist.
Für Christen hat das Glück einen Namen: Gott. Wir sind der Überzeugung: Das Glück des Menschen hat mit Gott zu tun. Er gibt unserem Leben Sinn und Ziel. Er steht hinter uns. Er hat uns gewollt und geschaffen. Er nimmt uns an, wie wir sind. Er weiß um das, was wir zum Leben brauchen. Er liebt uns. Auf Grund dieser Überzeugung werden unsere Glückvorstellungen und Glückwünsche relativiert. Gott hat uns als sein Abbild erschaffen. Er hat keinen Pfusch mit uns gemacht. Er hat uns die entsprechenden Fähigkeiten mitgegeben für die Pläne, die er mit uns hat. Er hält das Glück für uns bereit. So dient es unserem Wohl, wenn wir am Platz unseres Lebens das Glück suchen. Wie die beiden Mönche werden wir staunend erkennen: Das Glück ist nicht irgendwo, sondern an dem Ort zu finden, den Gott uns zugewiesen hat.
Maria ist uns dafür ein gutes Vorbild. Ihre Gottesmutterschaft feiern wir am ersten Tag des Jahres. Sie hat Ihr Glück in ihrem bescheidenen Leben und in dem unbedeutenden Ort Naza-ret gefunden. Auch sie lernte in ihrem Leben Höhen und Tiefen kennen. Ihre Erwählung brachte ihr nicht nur Freude und Glück. Sie wurde von Prüfungen, von Leid und Schmerz nicht verschont. Und dennoch lässt sich über ihr Leben sagen, was sie voll Glück im Magni-fikat bekennt: „Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.”

In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern von Glaube und Heimat die Erfahrung von Gottes Nähe im neuen Jahr und das von ihm kommende Glück an dem Ort, wo jede und jeden das Leben hingestellt hat.

Ihr Alois Ehrl,
Domkapitular, 2. Vorsitzender
des Vereins „Glaube und Heimat“