† Miloslav Kardinal Vlk verstorben

Kardinal Miloslav Vlk

Miloslav Kardinal Vlk
* 17. Mai 1932 in Líšnice bei Milevsko
† 18. März 2017 in Prag
Foto: MAFA - Nguyen Phuong Thao

† Miloslav Kardinal Vlk verstorben

Der Prager Kardinal und Alterzbischof Miloslav Vlk ist tot. Er erlag am Samstag im Alter von 84 Jahren einem Krebsleiden, wie Vlks Nachfolger, Erzbischof Dominik Duka, mitteilte. Vlk gehört zu den prägenden Gestalten der Kirche in Mittel- und Osteuropa nach dem Sturz des Kommunismus. Seit der politischen »Wende« von 1989 setzte er sich mit ganzer Kraft für den Wiederaufbau der katholischen Kirche seines Landes ein.
Miloslav Vlk besuchte das Gymnasium in Budweis, das er 1952 mit dem Abitur abschloss. Weil nach dem Februarumsturz 1948 der Kommunisten in der Tschechoslowakei die Religionsfreiheit eingeschränkt und die katholische Kirche verfolgt wurde, war es Miloslav Vlk zunächst nicht möglich, seinem Wunsch entsprechend katholische Theologie zu studieren, um Priester zu werden. Er arbeitete erst als Monteur in einer Autofabrik und leistete dann den Militärdienst ab. 1964 gelang es ihm schließlich, als Priesteramtskandidat an der Theologischen Hochschule in Leitmeritz zu studieren. Am 23. Juni 1968, empfing Miloslav Vlk die Priesterweihe durch den späteren Budweiser Bischof Josef Hlouch, dessen Sekretär er wurde. Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings musste er 1971 diese Stelle verlassen. 1971 bis 1972 wirkte er als Pfarradministrator in Lažiště, anschließend bis 1978 in Starý Rožmitál. Seine erfolgreiche Seelsorgstätigkeit sowie seine Akzeptanz und sein Ansehen bei den Gläubigen war den staatlichen Behörden jedoch schon bald politisch verdächtig. Von 1978 bis 1989 wurde ihm jegliche priesterliche Tätigkeit untersagt.
Vlk arbeitete ab 1978 zunächst acht Jahre als Fensterputzer in Prag und dann als Archivar bei einer Bank. Im Geheimen wirkte er jedoch auch als Priester. Am 1. Januar 1989, kurz vor Beginn der Wende, wurde ihm die Erlaubnis zum Ausüben des Priesteramtes auf Probe für die Frist eines Jahres zurückerteilt. Er wurde Pfarrer in Žihobce und Bukovník im Bezirk Klattau
Am 14. Februar 1990 wurde Miloslav Vlk, nur ein Jahr nach Aufhebung seines Amtsverbotes, zum Bischof des Bistums Budweis ernannt. Die Bischofsweihe spendete ihm am 31. März 1990 der damalige Prager Weihbischof und spätere Amtsnachfolger auf dem Budweiser Bischofsstuhl Antonín Liška; Mitkonsekratoren waren Franz Xaver Eder, Bischof von Passau, Franz Žak, Bischof von St. Pölten, Maximilian Aichern, Bischof von Linz, und Ján Sokol, Erzbischof von Trnava.
Nach dem Rücktritt des Prager Erzbischofs František Tomášek ernannte Papst Johannes Paul II. am 27. März 1991 Miloslav Vlk zu dessen Nachfolger. Dieses Amt trat er am 1. Juni 1991 an.
Bischof Vlk erwarb sich darüber hinaus große Verdienste im Aussöhnungsprozess zwischen der Tschechischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland. In dieser Mission war er auch sehr eng mit unserem verstorbenen Kanonikus Franz Irisgler verbunden. Kardinal Vlk sprach u.a. perfekt Deutsch und hielt auch Gottesdienste bei verschiedenen Treffen der Heimatvertriebenen, so zuletzt bei der Vertriebenenwallfahrt in Ellwangen.
Die Beerdigung von Miloslav Kardinal Vlk, ist am Samstag 25. März 2017 um 11:00h im St. Veitsdom zu Prag.

Ich bitte Euch um das Gebet für den Verstorbenen.

Siegfried Weber, Kanoniker
Vorsitzender von Glaube und Heimat