Severin Krabatsch in Gottes Frieden Heimgekehrt

Für viele Landsleute überraschend und auch für die Familie unerwartet ist am 25. März 2016,  Severin Krabatsch verstorben. Jahrgang 1939, war er der Älteste von 3 Brüdern, und hat eine glückliche Kindheit in Hernlesbrunn im schönen Moldautal verbracht. Nach seiner Schulzeit absolvierte er eine Handwerkerlehre in Neuhaus. Dann erreichte ihn der Ruf zum Wehrdienst in der tschechischen Armee, danach fand er Arbeit in der Landwirtschaft. Im Jahre 1972 heiratete er seine Frau Elfriede geb. Biebl aus Priesern. Ihre Kinder Severin und Jolana haben sie mit viel Liebe und Opferbereitschaft erzogen. Seine Enkelkinder bereiteten ihm viel Freude. Severin legte großen Wert darauf, daß die Geschichte der Böhmerwäldler und die deutsche Sprache in der Familie nicht vergessen wurden. Daher sprechen Kinder und Enkel auch deutsch.
In den 90er Jahren fand er eine Anstellung in Hohenfurth, wo er bis zu seiner Pensionierung gerbeitet hat. Der Ruhestand war für ihn ein Unruhestand, denn er widmete sich der Geschichte und gab mit Leidenschaft Führungen im Schloß Rosenberg und ihm Stift Hohenfurth. Gerade für uns  Böhmerwäldler, waren seine Führungen besonders wertvoll, da er noch viele Details aus der Geschichte, über die Vertreibung und die Zeit des Kommunismus kannte, die in keinem Geschichtsbuch stehen. Von Kindheit an galt seine besondere Liebe der Feuerwehr. Viele Jahre war er aktiver Feuerwehrmann, zuletzt auch in leitenden Verwendungen u.a. als Kreisbrandmeister. So konnte er zahlreiche Entwicklungen steuern und hat mit seinem freiwilligen Dienst die Feuerwehr in seiner Heimat geprägt.
Severin war ein gläubiger Mensch und hat diesen Glauben auch in seiner Familie in schweren Zeiten bewahrt. Ein Zeugnis davon ist die Kapelle in Priesern, die er mit viel Engagement zusammen mit weiteren Helfern von der Feuerwehr vor dem  Verfall bewahrte und auch dafür gesorgt hat, dass wieder regelmäßige Gottesdienste durch die Mönche aus Hohenfurth gefeiert wurden. Schmerzlich war für ihn, dass der nun zuständige Pfarrer dieses Engagement nicht würdigte und derzeit leider keine Gottesdienste mehr stattfinden. Zusammen mit seinen Feuerwehrkameraden ergriff Severin auch die Initiative zur Wiederherstellung der Kreuzwegstationen in seinem Heimatort Hernlesbrunn und weiterer Martern, die vom Verfall bedroht waren. So sind diese Zeugnisse des Glaubens heute wieder sichtbar und laden ein zum Gebet.
Der grenzüberschreitende Kontakt zu Feuerwehren in Oberösterreich war ein weiteres Anliegen von Severin. Ein gemeinsames Anliegen war das Friedenslicht aus Bethlehem, das in einer gemeinsamen Feier empfangen und dann von Severin und seinen Feuerwehrkameraden seit vielen Jahren in den Böhmerwald gebracht wurde.
Ich selbst lernte Severin kennen und schätzen als einen aufrichtigen Menschen und treuen Böhmerwäldler, der immer ein offenes Ohr hatte, wenn ich einen Dolmetscher brauchte und stets zur Seite stand, wenn es um Unterstützung ging. Ich erinnere mich nur an die große Unterstützung bei der Glockenweihe in Malsching und dem Goldenen Priesterjubiläum von Kanonikus Franz Irsigler. Ohne Severin und seine ganze Familie hätte dieses Fest so nicht stattfinden können.
Auch als in Malsching das Gasthaus in der Schule einige Jahre geschlossen war und wir beim Malschinger Treffen eine Bleibe suchten, besorgte uns Severin über die Feuerwehr Zelte, damit wir unser Mittagessen beim Wirt in Wörles einnehmen konnten.
Die letzten Jahre hat seine Gesundheit gelitten, auch einige Stürze und ein Schlaganfall schränkten ihn zunehmend ein. Am 25. März, dem Hochfest Mariä Verkündigung, hat er seinen irdischen Lebensweg vollendet und ist zu Gott heimgekehrt.
Eine große Trauergemeinde kam am 30. März 2016 in der Pfarrkirche in Rosenberg zusammen, um am Sarg von Severin Abschied zu nehmen. Als Zeichen der Verbundenheit mit ihrem verstorbenen Feuerwehrkameraden kamen viele Feuerwehrleute aus Tschechien und Oberösterreich.
Der Stadtpfarrer von Hohenfurth zelebrierte das Requiem zusammen mit Pater Justin OCist, dem Prior von Stift Hohenfurth und Kanonikus Siegfried Weber. Danach wurde der Sarg aus der Kirche getragen und zum Friedhof geleitet, wo Severin im Familiengrab seine letzte Ruhe fand. Dort spielte die Blasmusik auch das Böhmerwaldlied.
Wir Böhmerwäldler nehmen Abschied von einem treuen Landsmann und danken ihm für alles Gute, das wir durch ihn erfahren durften. Seiner Ehefrau Elfriede, den Kindern und Enkeln, und der ganzen Familie gilt unsere Anteilnahme und unser Gebet.

Siegfried Weber, Kanoniker
Vorsitzender von Glaube und Heimat