Tomáš Holub zum Bischof geweiht

Der 30. April 2016 war ein wichtiger Tag für die Stadt Pilsen und das ganze Bistum. Tomáš Holub, der im Februar zum neuen Bischof ernannt worden war, empfing in seiner Kathedrale die Bischofsweihe. Bei strahlend blauem Himmel zog die festliche Prozession vom Franziskanerkloster über den Stadtplatz zur Kathedrale. Kardinal Dominik Duka, Bischof Rudolf Voderholzer aus Regensburg und der emeritierte Pilsener Bischof František Radkovsky, zusammen mit weiteren Bischöfen, Äbten und Priestern geleiteten den Weihekandidaten zur Kirche. Da die Kathedrale bis 1993 zur Bistumsgründung „nur“ Stadtkirche war, konnte sie die vielen Gläubigen nicht fassen, so dass ein großer Teil draußen auf dem Platz an einer Fernsehwand das Geschehen verfolgen und die Messe mitfeiern mussten.

Nach dem Vorzeigen und Verlesen der päpstlichen Urkunde, den Schriftlesungen und der Predigt von Bischof Radkovsky erfolgte die Weihehandlung. Am Ende überreichte der Vorgänger an seinen Nachfolger den Bischofsstab. Dieser ist aus Olivenholz geschnitzt und war ein persönliches Geschenk an Bischof Radkovsky. Er hat entschieden, daß der Stab künftig der Hirtenstab der Pilsener Bischöfe sein soll. Die Hauptkonsekratoren geleiteten nun den Neugeweihten zur Kathedra. Dort konnte Tomáš Holub als 2. Bischof von Pilsen seinen Platz einnehmen.


Am Ende des Gottesdienstes spendete Bischof Tomáš seinen Bischöflichen Segen und zog dabei nicht nur durch die Kathedrale sondern ging auch hinaus zu den Menschen die den Gottesdienst draußen mitfeierten. Seine natürliche, herzliche und erfrischende Art begeisterte die Menschen und sie nahmen ihren neuen Bischof freudig auf. Hochrangige Vertreter der Politik und der Kirchen, darunter der Vertreter des Staatspräsidenten und der Generalstabschef sprachen bewegende und anerkennende Grußworte.
Tomáš Holub war der erste Militärpfarrer der neuen Tschechischen Armee und hat den Aufbau der Militärseelsorge maßgeblich geprägt. Sie trägt bis heute seine Handschrift und findet in ihrem ökumenischen Aufbau Anerkennung bei den Soldaten, der Regierung und in den Kirchen. Ihm ist auch der Aufbau des Pastoralzentrums in Luleč zu verdanken, den er mit wesentlicher Unterstützung der deutschen katholischen und auch der evangelischen Militärseelsorge verwirklichen konnte. Viele Weggefährten aus dieser Zeit begleiteten ihn an diesem Tag.
Nach seiner Zeit beim Militär war Tomáš Holub Generalvikar in seiner Heimatdiözese Königgrätz (Hradec Králové) und später Generalsekretär der tschechischen Bischofskonferenz.
Das Katholische Militärbischofsamt war an diesem Tag durch MD Weber aus Ulm vertreten.