60 Jahre Jahre Glaube und Heimat


Gasthof Millipp, am Freitag (Reformationstag) dem 31.10.2008
Der Mitgliederversammlung ist ein Gottesdienst (09.00 Uhr) in der Friedhofskirche voran gestellt. Vorsitzender Weber, Militärpfarrer und Domkapitular Alois Ehrl (Vertreter des Vorsitzenden) erinnern an Gertrud, Franz und Ernst Irsigler, welche im Jahr 2005 verstorben sind. Auf ihren Gräbern, die in unmittelbarer Kirchennähe sind, werden kleine Blumengebinde abgelegt, waren sie doch außerordentliche Persönlichkeiten des Vereins. In den Dankesworten werden auch jene Berichterstatter und Leser eingeschlossen, die in den letzten vier Jahren verstorben sind.

Vorsitzender, Militärpfarrer Siegfried Weber, eröffnet gegen 10.15 Uhr die Mitgliederversammlung, schildert den Vereinsübergang auf die damals neue Vorstandschaft, in der nur mehr Frau Zeis (Schriftführerin) der Erlebnisgeneration angehörte. Die neue Führung habe es dann doch relativ leicht gehabt, da die Verwaltungskraft Hilde Tomenendal die Vereinsarbeit schon kannte, Erich Schaufler ihm geschäftsführend zur Seite stand und Frau Zeis in ausführlicher Weise die Protokollarbeit erledigte.In den vier vergangenen Jahren sei er mit vielen Fragen und Arbeiten konfrontiert worden. Er dankt seinem Vertreter Domkapitular Ehrl, der die Geschäfte des Vereines führte, als er als Militärpfarrer zwei Auslandsaufenthalte ableisten musste.

Im Anschluss seines umfangreichen Tätigkeitsberichtes ehrt der Vorsitzende Frau Tomenendal für 16 Jahre Verwaltungstätigkeit im Verein und Herrn Franz Kindermann für 14 Jahre Berichterstattung mit der Silbernen Ehrennadel.
Es folgen die Berichte: Protokoll der letzten Mitgliederversammlung durch Frau Zeis, Kassenbericht von Erich Schaufler. Die Kasse sei solide „gefüttert“, noch blieben pro Jahr paar Euro übrig. Letzterer spricht auch vereinsinterne Neuerungen an, wie Beteiligung an den Sudetendeutschen Tagen, Berichterstattererfassung, Ehrenordnung, Kostenminimierung u. a. Franz Kindermann übernimmt als Wahlausschussleiter die Versammlungsführung, dankt der alten Führung und leitet über zur Entlastung der Vorstandschaft. Noch zuvor legt Karl Luksch den Kassenprüfungsbericht vor. Er dankt Frau und Herrn Tomenendal für die professionelle Kassenarbeit.

Nach dem gemeinsamen Mittagsessen wird gewählt. Vorsitzender Siegfried Weber und Vertreter Domkapitular Alois Ehrl werden wieder bestätigt. Für die Schriftführerin Frau Zeis, die sich aus Altersgründen nicht mehr zur Verfügung stellt, wird Frau Charlotte Guggeis gewählt. Die Kasse übernimmt Herr Erhard Tomenendal. Neu ist, dass Erich Schaufler, fünftes Mitglied im Vorstand, mit der Wahrnehmung der Aufgabe eines Geschäftsführers beauftragt wird.
 
Die Vorstandschaft wird künftig beraten durch Damen und Herren aus den Bezirken des Verbreitungsgebietes von Glaube und Heimat. Bergreichenstein/Hartmanitz - Frau Helmi Weber, Bischofteinitz – Herr Stefan Stippler, Budweis – Herr Josef Sailer, Kaplitz – vertreten durch den 1. Vorsitzenden S. Weber, Krummau – Herr Franz Kindermann, Neuern – vertreten durch die Schriftführerin Frau Guggeis, Prachatitz – Person wird nachgemeldet und Taus – Herr Karl Plötz. Ebenso wurde Herr Robert Baierl, Redakteur des Vereins, wieder berufen. Die Kasse wird künftig geprüft von den Herren Franz Kindermann und Karl Plötz. Beide Herren waren im Bankenwesen tätig.

Nach der zügig durchgeführten Wahl übernimmt der neue (und alte) Vorsitzende Militärpfarrer Siegfried Weber wieder die Versammlungsleitung. Er dankt der scheidenden Schriftführerin Zeis mit einem Bild und Blumen für ihre jahrzehnte lange Mitarbeit. Ihre Protokolle werden das Archiv von Glaube und Heimat bereichern. Er dankt ferner den ausgeschiedenen Beiräten Harasko, Steininger, Wiltschko und Ullmann, den bisherigen Kassenprüfern Dunzendorfer und Luksch.

Der letzte Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ wird lebhaft angegangen. Fehler in den Schrifttexten des letzten Heftes werden angeklagt. Vorsitzender Weber und Redakteur Baierl bitten um Nachsicht. Es ist nicht immer leicht, die Fülle der Berichte, die ja oft zu spät vorgelegt werden, fehlerfrei abzuarbeiten. Eine abschließende Heftkorrektur würde darüber hinaus 600,– € pro Monat kosten.

Der Vorsitzende spricht weitere Handlungsfelder an, wie Bezugspreiserhöhung, Kooperationen mit anderen Heimatzeitschriften, Bildveröffentlichungen, Geburtstagsgratulationen, 750 Jahre Stift Hohenfurth und 60 Jahre Glaube und Heimat. Diese Themen und weitere Vorschläge aus der Mitgliederversammlung werden in die neue Vorstandschaft am Samstag, den 13. 12. 2008 in Schwabach beschäftigen. Ehe der Vorsitzende gegen 14.45 Uhr die Mitliederversammlung beendet, spricht Domkapitular Ehrl die letzte Brasilien-Leserreise an, dankt allen Mitarbeitern des Vereins und wünscht weiterhin eine gedeihliche Arbeit zum Wohle der Heimat.

Ausgabe 12-2008


Mons. Jan Baxant zum Bischof der Eichstätter Partnerdiözese Leitmeritz geweiht
Jan Baxant ist am 22.November 2008 vom Hauptkonsekrator Kardinal Miloslav Vlk aus Prag zum neuen Bischof der Eichstätter Partnerdiözese Leitmeritz (Litoměřice) in Nordböhmen geweiht worden.
In seiner Antrittsrede erinnerte der neue Leitmeritzer Bischof auch in deutscher Sprache an die „Böhmen deutscher Zunge“, die „das Feld des Glaubens in der Diözese Leitmeritz fruchtbar gemacht haben“. Baxant möchte die Tatsache, dass in der Vergangenheit im Gebiet seines Bistums die deutsche Einwohnerschaft zahlenmäßig überwog, als „Basis und Fundament“ für ein „sich einigendes Europa“ sehen. In seiner Rede verband Baxant seinen Dank an die Anwesenheit „von zahlreichen deutschen Freunden“ mit dem Wunsch, dass „alle mit Gottes Hilfe ein glaubwürdiges, verlässliches Zeugnis von Einheit und Kraft der Gemeinschaft von Christen und allen Menschen guten Willens ablegen“ mögen.

Jan Baxant stammt aus Karlsbad (Karlovy Vary). Nach seinen Studien empfing er am 23. Juni 1973 durch den Prager Erzbischof Kardinal František Tomášek die Priesterweihe. Der Priester des Erzbistums Prag wirkte unter anderem als Rektor des Prager Priesterseminars und ab Anfang 2003 als Generalvikar der Diözese Budweis (České Budějovice)
Bistum Eichstätt, November 2008

Am 16. Juli war ein festlicher Tag im Stift Hohenfurth. Abt Alberich Siwek feierte sein 60-jähriges Priesterjubiläum. Zahlreiche Mitbrüder aus dem Zisterzienserorden und darüber hinaus waren zu diesem Ehrentag gekommen, darunter der Bischof aus Budweis, 9 Äbte, auch zahlreiche ehemalige Angehörige der Stiftspfarreien die heute nach der Vertreibung in Deutschland und Österreich leben und Gläubige aus Tschechien, Oberösterreich und Polen feierten das festliche Hochamt in der Stiftskirche mit. Abt Petrus aus dem Stift Rein in der Steiermark hielt die Festpredigt. Das Stift Rein war nach der Auflösung des Stifts Hohenfurth durch die Kommunisten der Zufluchtsort für viele Hohenfurther. Nach dem Gottesdienst war bei herrlichem Wetter ein gemeinsames Mittagessen im Garten des Klosters, zu dem alle eingeladen waren. Abt Alberich war trotz etwas angeschlagener Gesundheit bei bester Laune und freute sich mit seinen Gästen über ein gelungenes Fest.

Ansprache zum 60-jährigen Priesterjubiläum von Abt Alberich Siwek, Stift Hohenfurth

Hochwürdigster Herr Bischof Jiri aus Budweis,
Hochwürdigste Herren Äbte,
Liebe Mitbrüder, und Ordensschwestern,
Liebe Festgemeinde,
Lieber Abt Alberich!!
Im Namen unserer Gemeinschaft Glaube und Heimat, aber auch ganz persönlich möchte ich Dir zu Deinem Jubiläum gratulieren.
Vor 60 Jahren hast Du Dein „adsum“ gesprochen und Dich ganz in den Dienst als Priester unserer Kirche gestellt. Das ist der Grund unseres Festes und der Anlass des Dankens. Niemand konnte damals ahnen, welchen Lauf die Geschichte nimmt und welchen Weg Dich Gott führen würde. Der zweite Weltkrieg mit allen seinen Folgen, hat auch Dein Heimatland und Dein persönliches Schicksal geleitet.
Viele Jahre gehörtest Du zur Gemeinschaft der Zisterzienser an der Wallfahrtskirche Birnau am Bodensee und Dein Dienst als Religionslehrer am berühmten Internat Salem hat Dich und die Schüler gleichermaßen geprägt.
Dann führte Dich der Lebensweg wieder zurück nach Polen, jetzt als Abt, als Vater und Vorsteher Deiner Brüder. Nach dieser Zeit, in einem Alter, in dem andere sich so langsam zurücklehnen, hast Du nochmals im Vertrauen auf Gott eine ganz neue Aufgabe übernommen, die Dich hierher nach Hohenfurth führte, um den Wiederaufbau aber noch viel mehr die Wiederbelebung der Gemeinschaft zu unterstützen. Es war ein trostloses Bild, das sich hier am Ende des Kommunismus geboten hat. Nicht nur das Kloster war in weiten Teilen zerfallen und heruntergekommen, dies war letztlich auch ein Abbild für den moralischen Zustand der Menschen hier.
Mit Kraft und Mut hast Du Dich Deiner Mitbrüder angenommen und bist ihnen ein Vater geworden. Die Heimatvertriebenen aus dieser Region sind Dir und deinen Brüder unendlich dankbar, dass aus den Trümmern dieser Anlage nach und nach wieder ein stattliches Kloster ersteht.
Vieles konnte in dieser Zeit geleistet werden, was auch untrennbar mit dem Namen Kanonikus Franz Irsigler und dessen Bruder Ernst Irsigler verbunden ist, die leider nicht mehr unter uns leben. Die Haushälterin und Mitstreiterin von Kanonikus Franz Irsigler, Frau Johanna Dehnert, ist aber heute unter uns und bekräftigt so die alte Verbundenheit.
Gemeinsam konntet ihr manches bewegen und wieder zum Leben erwecken. Heute ist dieser Ort wieder ein einladendes und mit Gottes Geist erfülltes Haus.
Dieser Tage habe ich eine wunderbares Wort Deines Priors erfahren. Der sagte: „Unser Herr Abt ist jetzt manchmal ein wenig müde, aber er segnet uns jeden Morgen und jeden Abend“.
Lieber Abt Alberich, wie kann man es schöner als mit diesen Worten ausdrücken, als dass Du ein Segen bist.
Wir alle wünschen Dir noch eine lange Zeit in Hohenfurth, dass Gott Dir die Gesundheit einigermaßen erhält, dass Du auch selber Gottes Segen erfahren darfst und dass das Werk Früchte trägt zum Segen für das Stift Hohenfurth und für die Menschen im Böhmerwald.

Abt Petrus Steigenberger OCist,
Stift Rein Kloster Hohenfurth, am 16. Juli 2006
Ausgabe 09/10-2006


Inthronisation von Bischof Jiøi Pad’our in der St. Nikolaus-Kathedrale in Budweis am 9. November 2002

Angeführt von Nuntius Erzbischof Ender zogen um 10 Uhr die regierenden Bischöfe Antonín Liška, Budweis, der Vorsitzende der tschechischen Bischofskonferenz Erzbischof Graubner aus Olmütz, Bischof Aichern aus Linz, Bischof Schraml aus Passau, Altbischof Müller aus Regensburg, Altbischof Otèenášek aus Königgrätz, die Weihbischöfe Fasching aus St. Pölten und Maly aus Prag, Domprobst Mons. Kavale mit Generalvikar Dvoøák, das Domkapitel mit dem deutschen Ehrenkanonikus an der St. Nikolaus-Kathedrale Franz Irsigler, und an die 100 Priester und Diakone in den mit Gläubigen und Ehrengästen überfüllten Dom. Nuntius Ender würdigte die Amtszeit Bischof Liškas, beglückwünschte Weihbischof Pad’our zur Übernahme des Bistums Budweis, Bischof Liška sagte allen seinen Mitarbeitern in der schwierigen Zeit des Neuanfangs nach dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ ein herzliches Vergelt’s Gott. Nachdem Generalvikar Dvoøák die päpstliche Bestallungsurkunde verlesen und Mons. Kavale seine Nachfolger in der Leitung der Diözese beglückwünscht hatte, fuhr Nuntius Ender mit der hl. Eucharistiefeier fort, die mit Jubel und Applaus der mitfeiernden Gläubigen ihren Abschluss fand. Im Bischöfl. Ordinariat stand für alle Geistlichen und geladenen Gäste ein reichlich angerichtetes Buffet bereit. Wegen Platzmangels hatten sich die Bischöfe mit ihren engsten Mitarbeitern in einem Nebenraum zum Festessen versammelt. Dort hielt Kanonikus Irsigler, übersetzt von der Universitätsdolmetscherin, folgende Tischrede, die von den Bischöfen mit Beifall aufgenommen wurde:
Hochwürdigster Herr Bischof, verehrte Festversammlung!
Im Namen der heimatvertriebenen 250.000 deutschen Böhmerwäldler, Ihrer einstigen Diözesanen, möchte ich Sie zur Berufung auf den Budweiser Bischofstuhl herzlich beglückwünschen. Obgleich sie in alle Welt zerstreut sind, sind sie ihrer Heimatdiözese Budweis und deren Oberhirten bis zum heutigen Tag herzlich verbunden.
Dass ich keine Märchen erzähle, beweist diese Landkarte, die wir zum 200. Gründungsjubiläum im Jahre 1985 in einer großen Auflage drucken ließen.
In Passau haben wir, weil dies in Budweis verboten war, mit 15.000 Landsleuten dieses Jubiläum gefeiert, bei dem auch die Nachbarbischöfe von St. Pölten, Linz, Passau und Regensburg anwesend waren. Als Zeichen unserer Verbundenheit überreiche ich Ihnen ein Hinterglasbild von Ihrem Namenspatron, einer Kunst, die bis zum Jahre 1945 in Buchers-Pohoøí zuhause war und jetzt im städtischen Museum Freistadt bewundert werden kann. Möge Ihnen der hl. Georg beistehen, die geistigen und geistlichen Ruinen wieder aufzubauen, die in einer verlogenen gottlosen Zeit entstanden sind und noch immer entstehen ... und auch an der Stelle der Bucherser Kirche, die vor vier Jahren aus unerklärlichen Gründen eingestürzt ist – es war der höchst gelegene Pfarrort des Böhmerwaldes – also an der Stelle dieser Kirche ein ehrendes Denkmal zu errichten. 20.000 Deutsche Mark haben die Bucherser dem Budweiser Ordinariat bereits übergeben und sie sind bereit, auch weiterhin mitzuhelfen, damit dieses einstige Heiligtum nicht ganz vergessen wird. Zu Ihrem Amtsantritt haben wir in Eile 75.000 Kronen gesammelt, damit Sie kleine Bedürfnisse, vor allem bei der Jugend, abdecken können. Mögen Ihnen St. Nikolaus und St. Georg Gesundheit, Kraft, Mut und Geduld erbitten, damit Sie die Schatten der Vergangenheit vertreiben und die alte Verbundenheit und Eintracht zwischen den einstigen und heutigen Diözesanen wieder herstellen können!
Bei den entsprechenden Passagen überreichte Polizeihauptkommissar Erich Schaufler im Namen von „Glaube und Heimat“ die Jubiläumslandkarte vom Jahre 1985, das Hinterglasbild mit dem hl. Georg, dem Namenspatron von Bischof Pad’our, und ein Säckchen mit Kronen für die tschechische Jugend sowie Euros zum Start in die EG, der demnächst stattfinden soll.
Kurz gefasst: Es war eine gut vorbereitete festliche Veranstaltung, die den Budweisern noch lange in guter Erinnerung bleiben wird.

Kanonikus h.c. Irsigler
Ausgabe 01-2003


Gelungenes Fest anlässlich des 30. Jahrestags der Heiligsprechung von Bischof Johannes Nepomuk Neumann in Prachatitz, über 3000 Gläubige kamen zusammen
Lange schon hatte die Diözese Budweis diesen Tag vorbereitet. Plakate waren gedruckt und versandt, die Liederbücher für den Gottesdienst, in 2-sprachiger Aufmachung fertig, die Stadt Prachatitz in farbenfrohem Festgewand, die ersten Gäste waren angereist, da verfinsterte sich am Freitagnachmittag der Himmel über dem südböhmischen Städtchen. Es war gegen 15.00h ein Hagelunwetter ging nieder, mit Blitz und Donner, das Wasser schoß in den Hoteleingang alles schien im Getöse und Chaos unterzugehen, kann so das Fest stattfinden?
Als es nach 30 Minuten wieder hell wurde, war es fast weiß wie im Winter. Stellenweise lagen bis zu 20cm hoch die Hagelkörner und mussten mit Schaufeln und Schneeschiebern geräumt werden. Bald zeigte sich, dass zwar einige Keller und Geschäfte vollgelaufen waren, dass aber keine Menschen zu Schaden kamen und Prachatitz vor einer Katastrophe bewahrt blieb.
Der Samstag begann in strahlendem Sonnenschein – Festwetter über der Stadt, Festtagsstimmung auf den Straßen und Plätzen. Die Gäste wurden vor der Kirche von Musikanten begrüßt und die Gläubigen aus nah und fern füllten rasch die dem Heiligen Jakobus geweihte Stadtpfarrkirche von Prachatitz. Aus Obernburg, bei Aschaffenburg, kam ein ganzer Bus, denn dieser Ort ist der Geburtsort des Vaters unsres Heiligen.
Priester aus der Diözese Budweis und ganz Tschechien, aus Deutschland und Österreich, darunter auch eine ganze Reihe, die noch im Böhmerwald geboren waren, zogen mit Bischof Jiri Padóur, Generalvikar Jan Baxant mit den Ministranten und Seminaristen unter festlichem Gesang, begleitet von der Friedberger Pfarrfahne in die Kirche ein. Besonders erwähnt sei auch Pater Beda Pavel OSB, als Missionar in Tansania, der derzeit auf Heimaturlaub in Deutschland ist. Bischof Jiri begrüßte die Gemeinde in tschechisch und in deutsch, was mit Beifall beantwortet wurde (siehe auch den Wortlaut). Die Feier der Messe war deutsch und tschechisch und viele Teile wurden direkt übersetzt, darunter auch das Grußwort des Bürgermeisters.
Man spürte den Geist der Versöhnung der in der Gestalt des Heiligen gleichsam eine Brücke zwischen Tschechen, Deutschen und Bewohnern Amerikas baute. Generalvikar Baxant fasste nach der Predigt des Bischofs einige Gedanken in deutscher Sprache zusammen.
Nach dem Gotteslob in der Kirche, ging es ins Rathaus zum gemeinsamen Mittagessen mit dem Bischof und den geladenen Gästen. Dort konnte sich der gute Geist aus dem Gottesdienst in vielen Gesprächen und Begegnungen fortsetzen.
Der Abschluß des Tages führte uns am Nachmittag zum Geburtshaus des Heiligen, wo Bischof Padóur eine aus den USA gestiftet Bronzestatue Neumanns feierlich einweihte.
Festtage, die mit Blitz und Donner begannen, nahmen einen strahlenden und beeindruckenden Verlauf.
Dieses Fest hat neue Maßstäbe in der Begegnung von Deutschen und Tschechen gesetzt. Dafür gebührt allen Beteiligten ein herzliches Vergelt’s Gott, besonders der Diözese Budweis mit Bischof Jiri Padóur und Generalvikar Jan Baxant mit vielen Helfern im Ordinariat und der Pfarrgemeinde, aber auch der Stadt Prachatitz mit ihrem Bürgermeister für die gute Organisation und dem einladenden Charme einer festlich herausgeputzten Stadt.

Siegfried Weber,
Vorsitzender von Glaube und Heimat
Ausgabe 08-2007