Inthronisation von Bischof Jiøi Pad’our in der St. Nikolaus-Kathedrale in Budweis am 9. November 2002

Angeführt von Nuntius Erzbischof Ender zogen um 10 Uhr die regierenden Bischöfe Antonín Liška, Budweis, der Vorsitzende der tschechischen Bischofskonferenz Erzbischof Graubner aus Olmütz, Bischof Aichern aus Linz, Bischof Schraml aus Passau, Altbischof Müller aus Regensburg, Altbischof Otèenášek aus Königgrätz, die Weihbischöfe Fasching aus St. Pölten und Maly aus Prag, Domprobst Mons. Kavale mit Generalvikar Dvoøák, das Domkapitel mit dem deutschen Ehrenkanonikus an der St. Nikolaus-Kathedrale Franz Irsigler, und an die 100 Priester und Diakone in den mit Gläubigen und Ehrengästen überfüllten Dom. Nuntius Ender würdigte die Amtszeit Bischof Liškas, beglückwünschte Weihbischof Pad’our zur Übernahme des Bistums Budweis, Bischof Liška sagte allen seinen Mitarbeitern in der schwierigen Zeit des Neuanfangs nach dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ ein herzliches Vergelt’s Gott. Nachdem Generalvikar Dvoøák die päpstliche Bestallungsurkunde verlesen und Mons. Kavale seine Nachfolger in der Leitung der Diözese beglückwünscht hatte, fuhr Nuntius Ender mit der hl. Eucharistiefeier fort, die mit Jubel und Applaus der mitfeiernden Gläubigen ihren Abschluss fand. Im Bischöfl. Ordinariat stand für alle Geistlichen und geladenen Gäste ein reichlich angerichtetes Buffet bereit. Wegen Platzmangels hatten sich die Bischöfe mit ihren engsten Mitarbeitern in einem Nebenraum zum Festessen versammelt. Dort hielt Kanonikus Irsigler, übersetzt von der Universitätsdolmetscherin, folgende Tischrede, die von den Bischöfen mit Beifall aufgenommen wurde:
Hochwürdigster Herr Bischof, verehrte Festversammlung!
Im Namen der heimatvertriebenen 250.000 deutschen Böhmerwäldler, Ihrer einstigen Diözesanen, möchte ich Sie zur Berufung auf den Budweiser Bischofstuhl herzlich beglückwünschen. Obgleich sie in alle Welt zerstreut sind, sind sie ihrer Heimatdiözese Budweis und deren Oberhirten bis zum heutigen Tag herzlich verbunden.
Dass ich keine Märchen erzähle, beweist diese Landkarte, die wir zum 200. Gründungsjubiläum im Jahre 1985 in einer großen Auflage drucken ließen.
In Passau haben wir, weil dies in Budweis verboten war, mit 15.000 Landsleuten dieses Jubiläum gefeiert, bei dem auch die Nachbarbischöfe von St. Pölten, Linz, Passau und Regensburg anwesend waren. Als Zeichen unserer Verbundenheit überreiche ich Ihnen ein Hinterglasbild von Ihrem Namenspatron, einer Kunst, die bis zum Jahre 1945 in Buchers-Pohoøí zuhause war und jetzt im städtischen Museum Freistadt bewundert werden kann. Möge Ihnen der hl. Georg beistehen, die geistigen und geistlichen Ruinen wieder aufzubauen, die in einer verlogenen gottlosen Zeit entstanden sind und noch immer entstehen ... und auch an der Stelle der Bucherser Kirche, die vor vier Jahren aus unerklärlichen Gründen eingestürzt ist – es war der höchst gelegene Pfarrort des Böhmerwaldes – also an der Stelle dieser Kirche ein ehrendes Denkmal zu errichten. 20.000 Deutsche Mark haben die Bucherser dem Budweiser Ordinariat bereits übergeben und sie sind bereit, auch weiterhin mitzuhelfen, damit dieses einstige Heiligtum nicht ganz vergessen wird. Zu Ihrem Amtsantritt haben wir in Eile 75.000 Kronen gesammelt, damit Sie kleine Bedürfnisse, vor allem bei der Jugend, abdecken können. Mögen Ihnen St. Nikolaus und St. Georg Gesundheit, Kraft, Mut und Geduld erbitten, damit Sie die Schatten der Vergangenheit vertreiben und die alte Verbundenheit und Eintracht zwischen den einstigen und heutigen Diözesanen wieder herstellen können!
Bei den entsprechenden Passagen überreichte Polizeihauptkommissar Erich Schaufler im Namen von „Glaube und Heimat“ die Jubiläumslandkarte vom Jahre 1985, das Hinterglasbild mit dem hl. Georg, dem Namenspatron von Bischof Pad’our, und ein Säckchen mit Kronen für die tschechische Jugend sowie Euros zum Start in die EG, der demnächst stattfinden soll.
Kurz gefasst: Es war eine gut vorbereitete festliche Veranstaltung, die den Budweisern noch lange in guter Erinnerung bleiben wird.

Kanonikus h.c. Irsigler
Ausgabe 01-2003