10 Jahre Glaube und Heimat


Liebe Böhmerwäldler!

Gerne entspreche ich der Bitte des Hochwürdigen Herrn Pfarrers Martin Wierer und sende allen Lesern und Förderern des Rundbriefes der Böhmerwald-Seelsorger an ihre heimatverbannten Pfarrkinder ein herzliches Grußwort.

„Glaube und Heimat“ hat in den zehn Jahren des Bestehens vielen Böhmerwäldlern Trost und Freude bringen können. Nicht nur in religiöser Hinsicht, sondern auch in vielfältigen irdischen Anliegen hat der Rundbrief immer wieder Hoffnung und Mut entfacht und die Glaubenstreue vor allem unter den in der Diaspora lebenden heimatverbannten gefestigt. Gott gebe dem Rundbrief „Glaube und Heimat“ auch in Zukunft reichen Erfolg in seinem Bestehen, den Böhmerwäldler Katholiken zu helfen, hier und in der Ewigkeit Heimat zu finden.

Als Zeichen meines besonderen Wohlwollens erteile ich den Böhmerwald-Seelsorgern und ihren Pfarrkindern von Herzen meinen bischöflichen Segen.

Bad Godesberg, 13. März 1959


Aloysius Muench
Apostolischer Nuntius


Der richtige Weg!

Die Heimatblätter der Vertriebenen haben es bei ihrer Redaktionsarbeit nicht leicht. Der aktuelle Stoff wird von den Tageszeitungen vorweggenommen und die Ausgestaltung mit Familiennachrichten allein ist nicht sehr sinnvoll. So liegt es nahe, das eigene Organ durch Polemik gegen die Sozial- oder Außenpolitik der Staatsstellen durch Angriffe gegen die Verbände und maßlose Forderungen attraktiv zu gestalten. „Glaube und Heimat“ hat einen anderen Weg beschritten. Diese Monatsschrift der heimatvertriebenen Böhmerwäldler hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Verbindung zwischen ihren Landsleuten aufrecht zu erhalten, kirchliche Fragen anzusprechen und die Erinnerung an die Kulturgüter der alten Heimat zu pflegen. Daneben werden die Leser über die wichtigsten Eingliederungsmaßnahmen unterrichtet und vor allem wird die Jugend mit herangezogen.

Dass die Redaktion von „Glaube und Heimat“ damit den rechten Weg beschritten hat, erweist sich in der ständigen Aufwärtsentwicklung der Zeitschrift, die bei ihrem zehnjährigen Bestehen mit Stolz für sich in Anspruch nehmen darf, einen wertvollen Beitrag zur Lösung des Vertriebenenproblems geleistet zu haben.

Als der zuständige Bundesminister beglückwünsche ich Verlag und Redaktion und wünsche Ihnen, dass sich dieser schöne Erfolg fortsetzen möge.

Theodor Oberländer
Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte

Mit großer Freude habe ich von dem zehnjährigen Bestehen der Zeitschrift „Glaube und Heimat“ erfahren. Ich habe in einigen Ausgaben geblättert und war erfreut über die enge Bindung, die das Blatt nun schon über zehn Jahre mit den zerstreuten Pfarrkindern aus dem Böhmerwald aufrechterhält. Beim Lesen der Aufsätze und Nachrichten war es für mich eine besondere Freude zu sehen, dass nicht nur die bestimmt nicht kleinen Sorgen, die jeder einzelne des Kreises der Vertriebenen mit sich herumträgt, ihren Niederschlag in dieser Zeitschrift gefunden hat, sondern dass in allen Darlegungen das Heimatgefühl und vor allem die in die neue Heimat mitgenommene geistige Heimat erhalten worden ist.

Hierin liegt für alle Leser von „Glaube und Heimat“ das eigentlich große Geschenk, denn das, was ihnen die Verbindung in den Heimatpfarreien an Mut und Kraft für ihr tägliches Ringen und Arbeiten gibt, kann durch nichts ersetzt werden.

Ich hoffe und wünsche, dass es Ihrem Blatt noch recht lange vergönnt sein möge, diese stille und aufopferungsvolle Arbeit fortzusetzen, damit die so notwendigen Kontakte der jetzt zum größtenteils in Baden-Württemberg und Bayern lebenden Katholiken aus dem Böhmerwald auch weiterhin gewahrt bleiben.

Konrad Adenauer
Bundeskanzler