10 Jahre Glaube und Heimat


Glaube und Heimat in den ersten 10 Jahren

In den zehn Jahren seines Bestehens hat „Glaube und Heimat“ 2.182.450 Hefte an die Böhmerwäldler verschickt. Ein einzelnes Exemplar brachte es im Laufe der zehn Jahre auf eine Seitenzahl von 7.250. 1.827 Bilder sind während dieser Zeit in „Glaube und Heimat“ erschienen und zwar: 971 Landschaftsbilder der Heimat, 190 Bilder von Personen oder Gruppen aus der alten Heimat und 666 Bilder, die in der neuen Heimat schon entstanden sind. Die Bundespost nahm seit dem Bestehen unserer Zeitschrift 108.756,89 DM ein, und zwar: durch Einzug der drei Pfennige pro Exemplar 48.436,07 DM, durch Postverschleiß von der Verwaltung von „Glaube und Heimat“ bezahlt 35.178,52 DM, durch Versand von Seiten des Verlages 19.439,64 DM, durch Versand und Portoauslagen der Verwaltung direkt 5.702,66 DM. Diese Zahlen geben einen kleinen Überblick, was in den zehn Jahren seines Bestehens an „Glaube und Heimat“ für Arbeit geleistet wurde.

Ein erstes Jahrzehnt unseres Heimatblattes fern der Heimat ist vollendet. In sicherlich überlegter Erinnerung hat der 1949 als Nr. 1 überschriftete „Osterbrief an unsere Pfarrkinder aus dem Böhmerwald“ dann mit seiner Nr. 4 im Juli 1949 den altvertrauten Namen „Glaube und Heimat“ wieder übernommen und so bewusst die alte Tradition von „Glaube und Heimat, Kirchenblatt für das Bistum Budweis mit Pfarrnachrichten“ weiter pflegen wollen.


Es ist mir eine Freude, die alten ersten Jahrgänge von „Glaube und Heimat“ von der Nr. 1, Jahrgang 1 vom 1. Fastsonntag, 18.02.1923 an bis zur Nr. 24 zu Weihnachten 1928 vollständig gerettet zu haben; sie liegen in einem ziemlich gewichtigen Wälzer säuberlich zusammengebunden vor mir. Nur zwei Hefte davon sind etwas verstümmelt und auch das hat seine Geschichte! Seinerzeit fragte der Verlag selber herum, um die in der Druckerei nur lückenhaft vorfindlichen Jahrgänge noch irgendwie und irgendwo bei den Beziehern zu finden; es gelang mir, nach langen Mühen gelegentlich die mir noch fehlenden letzten Hefte vom 07.12.1924 und vom 21.12.1924 bei den Frauen von Sacherles aufzustöbern und ich erhielt von der guten, „alten Eustachin in Sacherles“ die Zusage, man werde mir diese zwei fehlenden Hefte zur Verfügung stellen. Es hat auch gar nicht lang gedauert und ein größerer Briefumschlag brachte die Hefte – aber ach und weh, sie waren mit der Schere beschnitten, weil sie sonst nicht in den vorhandenen Briefumschlag hineingegangen wären! Ein paar Zeilen unten und oben sind damit zugestutzt worden … nicht grad viele, aber auch um die war es schade! Damit soll aber keineswegs der Dank gemindert werden, den wir den Sacherlesern Frauen für die seinerzeitige Widmung noch heute schulden. So konnte ich damals diese vollständigen Jahrgänge dem Landbote-Verlag borgen und besitze sie noch heute.

Altvertraut ist die Kopfleiste von der Wiegennummer von „Glaube und Heimat“, dieser einstigen von den katholischen Böhmerwäldlern gern gelesenen Halbmonatsschrift. Links ein Bild der Gottesmutter mit dem Jesuskind als „Königin des Himmels“ dargestellt mit dem Wahlspruch von Papst Pius XI: „Der Friede Christi im Reiche Christi“ – nur fünf Zentimeter hoch und gut drei Zentimeter breit, mittens in Großdruck der Name „Glaube und Heimat“ mit dem Untertitel „Kirchenblatt für das Bistum Budweis mit Pfarrnachrichten“ – und im rechten Eck: „Für 1923 Bezugspreis 9 Kc. Redaktion und Verwaltung B. Krummau, Langegasse 17. Erscheint jeden zweiten Sonntag. Lit. Beiträge an P. Justin Zichraser, Priethal.“ Das Gesamtformat der Zeitschrift war doppelt so groß als die derzeitigen Hefte von „Glaube und Heimat“. Der Bezugspreis für 1924 betrug 10 Kc, ebenso für 1925 – ab 1926 kostete der Jahresbezug 12 Kc.

In der Kaplanei zu Priethal war also die erste Schriftleiter-Werkstatt für „Glaube und Heimat“. P. Justin Zichraser, schon immer ein rühriger Mitarbeiter an der katholischen Presse, hatte die führenden Arbeiten übernommen und führte sie nach seiner Versetzung ab Blatt v. 04.01.1925 als Kaplan in Rosenthal, ab Blatt v. 13.09.1925 im Stifte Hohenfurt und ab Blatt v. 06.12.1925 als Expositus in Kienberg bis zu seiner Rückberufung ins Stift, wie die Blattfolge vom 17.07.1927 zeigt. P. Justin arbeitete todkrank noch weiter; aber ab Blattfolge v. 10.09.1927 hatte Dr. P. Dominik Kaindl, damals Präfekt des Hohenfurter Juvenates im Budweiser Hohenfurterhaus (Masarykplatz 10), die Schriftleitung von „Glaube und Heimat“ übernommen und führte sie bis Ende 1927, zu welcher Zeit er zwecks Ergänzung seiner Studien am Bibelinstitut in Rom für längere Zeit ging. Mit der Blattfolge vom 02.01.1927 hatte die Kopfleiste dieses unseres heimatlichen Kirchenblattes ein neues schmuckes Aussehen bekommen; nach dem Entwurfe von Professor Felix Schuster erschien als Mittelfigur die Gojauer Madonna in gotischer Umrahmung, links davon, vom Beschauer gesehen, der hl. Einsiedler Günther mit dem Reh und dem Gutwasserkirchlein, rechts gegenüber der selige Bischof Neumann und die Wallfahrtskirche Gojau.

1923 bis 1927 beim Landbote-Verlag Bayand in Krummau gedruckt unterm verantwortlichen Redakteur Max Fuß, wurde ab Neujahr 1928 der Druck der Zeitschrift im Verlage Opitz, Warnsdorf, unterm verantwortlichen Redakteur August Schiffmacher besorgt, das Format um etwa zwei Zentimeter kürzer, und alle redaktionellen Zuschriften waren ab Neujahr 1928 an den Klerusverband in Budweis III/495 erbeten – wenn ich nicht irre, war dies die Anschrift bei Dr. Laurenz Niescher. Ende Dezember 1928 wurde jedoch als Schriftleiter genannt Pfarrer Franz Schmied, Dehlau, Post Pohlig. Drei mir vorliegende Einzelhefte vom Oktober bis Dezember 1935 erweisen jedoch, dass damals „Glaube und Heimat“ wieder bei Bayand in Krummau (verantwortlich als Redakteur Hugo Tomann) gedruckt worden ist. Im letzten Heft vom 16. Dezember 1928 des mir vorliegenden Bandes heißt es unter den Personalnachrichten ganz kurz: „Gestorben sind …: am 02. Dezember H. P. Justin Zichraser O. Cist., Konventual in Hohenfurt, i. 51. Lebensjahre“ – also in irriger Angabe, denn sein Sterbetag war der 01. Dezember 1928.
Mir stehen die weiteren Hefte nicht zur Verfügung und es ist mir unbekannt, ob „Glaube und Heimat“ ihm später einen dankbaren Nachruf gebracht hat. P. Justin jedoch hatte es nicht versäumt, in der Blattfolge vom 11.04.1926 einen warmen Nachruf zu bringen: „Dem Andenken des Begründers, eifrigsten Mitarbeiter, bis in den Tod getreuen Freundes von „Glaube und Heimat“ P. Zephyrin Tobner“ – als dieser am Gründonnerstag, 01.04.1926, im Stifte Hohenfurt sein arbeitsreiches Leben geschlossen hatte. In diesem Nachrufe schreibt P. Justin von P. Zephyrin Tobner als dem „eigentlichen Begründer“ von „Glaube und Heimat“. Was alles P. Zephyrin an literarischen Beiträgen in unserer Zeitschrift beisteuerte, zeigt die Aufzählung in unserer Blattfolge vom 01.01.1956, Seite 23 – worin aber nicht aufgezählt sind die vielen religiösen Beiträge ohne seine Namensnennung!

„Hier fühl ich mich daheim“ überschreibt „-r-“, zweifelsohne „Zichraser“, das erste Geleitwort in der Wiegennummer vom 18.02.1923, schildert die Freudenstimmung über unsere heimatliche Berg- und Hügelwelt und verbindet damit den Gedanken der seelischen Stimmung der heimischen Geborgenheit. Der irdischen Heimat entspricht für den Gläubigen das Gottesland, wo er sich daheim fühlen soll, im Glauben der Väter, dem Glauben unserer Heimat. Diesen zu fördern und zu pflegen soll das Ziel der Zeitschrift „Glaube und Heimat“ sein – ein Blatt, das für den gläubigen Heimatfreund passt. „Es soll ein Führer sein, der uns katholische Böhmerwäldler alle vierzehn Tage aus der Fremde des weltlichen Staublebens in die helle, frische, schöne, geistige Höhenheimat – unserer Region einführt zu unserer geistlichen Erquickung, Stärkung, zu unserer Neubelebung im Glauben. Alles Politische, alles Wirtschaftliche, auch alle gewöhnlichen Weltneuigkeiten sollen da ausgeschlossen bleiben, dafür aber reichlich rein und echt religiöser Lehrstoff geboten werden, der unsere Herzen in die Stimmung versetzen soll: Hier fühle ich mich daheim, da bin ich in meinem christlichen Böhmerwald drin.“

Könnte man unsere Zeitschrift zur Jahrzehntfeier schönere Worte sagen? – Sie alle gelten noch heute!
P. Severin Gottsmich, o. cisterc


Mein lieber Heimatbrief!

Ich gratuliere dir recht herzlich zu deinem zehnten Geburtstag! Komm, setz dich gemütlich zu mir. Wir müssen ein bisschen miteinander plaudern, weil wir doch allerhand in diesen zehn Jahren zusammen erlebt haben.

Ja, ja, ich weiß noch recht gut, wie du damals auf die Welt gekommen bist, das war gar keine so einfache Sache. Da fragten sich ein paar Böhmerwaldpfarrer: „Dürfen wir es riskieren? Wir wollen mit unseren Pfarrkindern in Verbindung bleiben. Aber werden wir einen Rundbrief schaffen können? Wer wird das Geld dazu geben? Wird, was wir beginnen, auch weiter gedeihen?“

Die einen unkten: Das geht gewiss schief! Die anderen schwiegen. Nur vier oder fünf sagten: Packen wir’s an! Und sie setzten das Kindlein in die Welt. Das war der „Osterbrief an unsere Pfarrkinder“, April 1949. Dann kam ein Brief „Maria, Schutzfrau des Böhmerwaldes“ und ein „Pfingstbrief“ – und dann haben wir unser Kindlein zur Taufe getragen und ihm einen ehrlichen Namen gegeben, der bei allen braven Böhmerwäldlern Klang und Ansehen hatte: „Glaube und Heimat“. Das altbekannte Sonntagsblatt aus der Waldheimat wollte nun wieder Begleiter der Böhmerwäldler sein in der Fremde, die immer mehr zur neuen Heimat werden sollte.
Und im Oktober dieses ersten Jahres (1949) hattest du dann, mein lieber Rundbrief, auch schon das rechte Gesicht bekommen, das uns nun seit zehn Jahren so vertraut geworden ist. In der Mitte Unsere Liebe Frau von Gojau, links davon die Osserlandschaft mit dem pflügenden Waldbauern und rechts der runde Turm, das Wahrzeichen von Krummau. So konnte jeder Böhmerwäldler dir am Gesicht ablesen: Du bist mein Heimatbote!

Mein Lieber, 1949 bist du noch ein recht schwächliches Büblein gewesen. Dann hast du dich aber schnell herausgemacht. Wie du so Monat für Monat zu unseren Landsleuten gegangen bist, da haben sie dich immer mehr schätzen und lieben gelernt und haben zu Tausenden nach dir gerufen und dich in ihre armseligen Flüchtlingswohnungen eingeladen. Und immer öfter hast du den Vorwurf gehört: „Warum kommst du denn so lange nicht? Wir haben schon so hart auf dich gewartet.“ Ja, mein Lieber, da hast du es im Oktober 1953 gewagt und bist nun alle Monate zwei Mal zu deinem Botengang aufgebrochen. Und du hast deine Sache gut gemacht! Alle, die damals meinten, du würdest das nicht schaffen, du wüsstest bald nichts mehr zu erzählen oder du kämst zu oft und man würde deiner überdrüssig – alle die haben sich getäuscht. Seit du zwei Mal im Monat zu unseren Landsleuten gekommen bist, haben dich alle umso mehr lieb gewonnen.

Was Wunder, dass du ein bisschen stolz geworden bist. Zum Weihnachtsfest 1954 hast du gesagt: „Ich möchte gern ein Festtagskleid“ – und hast es auch bekommen. Dann ging es, wie es bei Kindern und Vätern zu gehen pflegt. Du hast dein Festtagskleid nicht mehr ablegen wollen und alle hatten dich so lieb, dass dir keiner widersprechen wollte. Seit Mai 1955 bist du dann nicht mehr ohne dein grünes Mäntelchen ausgegangen, das an die Wälder und Wiesen der Heimat erinnert und ohne das sich heute die Böhmerwäldler ihren Heimatboten kaum mehr vorstellen können.

Mein lieber Heimatbrief, so bist du in diesen zehn Jahren ein recht stattlicher Bursch geworden und hast dir viele Zehntausende weit und breit zu Freunden gewonnen.

Du hast eben auch gewusst, wie man sich Freunde macht. Haben zwei junge Leute geheiratet oder kam ein Kindlein zur Welt, hatte sich einer ein Häuschen gebaut oder war jemand ins Grab gebettet worden oder war sonst etwas Wichtiges geschehen, dann hast du es den Freunden und Bekannten weitererzählt und hast dafür gesorgt, dass sich Nachbarn und Verwandte nicht in der großen Welt verloren, sondern in Treue verbunden blieben. Du hast erzählt, wie es jetzt im Böhmerwald daheim aussieht und was dort vor sich geht. Da sind manchem die Augen feucht und das Herz weit geworden und jeder hat gesagt: Weil du nur wieder da bist, mein lieber Heimatbote!

Alle haben gespürt: Du hast das Herz auf dem rechten Fleck – du kommst nicht, um Geschäfte zu machen und zu verdienen, du kommst ganz selbstlos, um die Landsleute zu erfreuen und Herz und Sinn zu erquicken.

Ja, ja, mein Freund, du hattest von Anfang an das Herz auf dem rechten Fleck – so wie es die Böhmerwäldler lieben. Du bist auf deinen Botengängen nie ausgezogen ohne Trost und Kraft und Mut aus den Reichtümern unseres heiligen katholischen Glaubens zu spenden. Gerade das brachten wir und brauchen wir so notwendig in diesen schweren Jahren. Dabei hat du, mein lieber Heimatbrief auch oft ernste Worte sprechen müssen. Denn die dich aussandten, die Seelsorger, hatten vor Gott die heilige Pflicht nicht untätig zuzusehen, wie ihre Pfarrkinder von mancherlei Gefahren bedroht und im Glauben gefährdet wurden. Aber unsere Landsleute haben deine Sprache gut verstanden und deine Mahnungen gerne aufgenommen.

Und wenn du in die Böhmerwälder Herzen Gottes Samen gelegt hattest, dann hast du von daheim zu erzählen begonnen und bist darum bis zur Stunde nicht müde geworden. Dann hast du dazu deine Bilder aus der Heimat gezeigt. Deine zehn Jahrgänge sind ein wunderschönes Bilderbuch vom Böhmerwald und das reichhaltigste Lesebuch über Landschaft und Geschichte, Brauchtum und Volk unserer Heimat, das ich mir denken kann. Auf deiner Wanderschaft zu unseren Landsleuten hast du auch bald gemerkt, wo der Schuh drückt. Flüchtlingsdasein ist nicht leicht. Sie haben dir ihre Not geklagt und dir anvertraut, dass sie sich in der Überschwemmung von Verordnungen und Gesetzen nicht zurecht finden können. So bist du ihnen ein treuer Berater geworden und unsere Landsleute haben es dir ganz besonders gedankt, dass du seit Ende 1951 jedes Mal in „Soziale Ecke“ die schwierigsten Gesetze so praktisch zu erklären wusstest. So hast du vielen aus mancher Not geholfen.

Seit deinem dritten Lebensjahr (1951) hast du dich auch jedes Mal eigens an unsere Burschen und Mädchen gewandt und hast dich bemüht, sie „Am Goldenen Steig“ zu führen. Sie sollten den rechten Steig ins Leben finden: Aus Böhmerwaldfamilien stammend, die alte Heimat liebend und mutig in eine neue Zukunft wandernd. Und weil wir doch in der Zukunft so notwendig Priester aus unseren Reihen brauchen, darum bist du, mein lieber Rundbrief, so treu um den Priesternachwuchs besorgt gewesen und hast von deinen Botengängen reichlich Hilfe für unsere werdenden Priester heimgebracht.

Und wie es nun einmal geht im Leben: Wenn ein lieber Freund ins Haus kommt, soll er erzählen. Da bist du nie verlegen gewesen, hast viele Geschichtlein erzählt „vo dahoam“ zum Lachen und auch zum Weinen. Und weil sie dich immer wieder bedrängten: Erzähl uns doch eine recht schöne, lange Geschichte, hast du in deinem achten Lebensjahr (1956) angefangen, vom Zigeunerwald zu erzählen und dann vom Osserwald und seitdem sind die Landsleute schon immer darauf gespannt, wann du wieder kommst und wie es mit deiner Geschichte wohl weiter geht.

So sind durch deine treuen Botengänge, mein lieber Heimatbrief, viele tausend Böhmerwäldler zu einer großen Familie zusammengewachsen. Du hast ihnen das Gefühl gegeben: Wir sind doch nicht verstreut und verlassen, wir gehören immer noch zusammen. Du bist uns wirklich unentbehrlich geworden: Eine treue Stütze im Glauben, ein lieber Erzähler von der Heimat, ein tüchtiger Helfer in sozialen Fragen, ein guter Unterhalter in besinnlichen Stunden, ein Freund der Kinder und der Jugend und vor allem ein starkes, güldenes Band der Liebe und Freundschaft und Treue für uns alle. Ganz gewiss darf ich auch sagen: Du hast auch gar manchem Böhmerwäldler den Heimgang in die ewige Heimat erleichtert. Und dafür sei dir, mein lieber Bote der Heimat, besonders innig Dank gesagt.

So mach dich auf deine weitere Wanderschaft! Wir alle wünschen dir von ganzem Herzen: Bring weiterhin viel, viel Gottes Segen und viel Freud und Trost und Kraft in unsere Böhmerwaldfamilien!

Glückauf, mein lieber Rundbrief, Glückauf!


Im April 1949 ist unser „Glaube und Heimat“ als Rundbrief der heimatvertriebenen Böhmerwäldler erstmals hinausgezogen, hinaus in alle deutschen Gaue und weit hinaus über die Grenzen Deutschlands. Der unmittelbar nach der Vertreibung persönlich an die einzelnen Heimatpfarrkinder gerichtete Pfarrbrief der ehemaligen Seelsorger von daheim rief den Heimatbrief der Böhmerwäldler, unser „Glaube und Heimat“, ins Leben.

So dürfen wir mit Dank gegen Gott, der dieses Beginnen so sichtbar gesegnet und mit Dank an unser treu katholisches Böhmerwaldvolk auf die ersten zehn Jahre des Wachsens und Gedeihens zurücksehen. Eine wirklich erfreuliche Entwicklung der „Vertikale und Horizontale“, d. h. nach Inhalt und Ausstattung sowie Ausbreitung, konnte alsbald nach Erscheinen anspornend für die weitere Arbeit festgestellt werden, die ob der treuen, selbstlosen Mitarbeit von Laien aus allen Berufsschichten und -gruppen, sowie des Klerus bis zur Stunde anhält.

Was sind aber schon zehn Jahre im Leben eines Menschen und gar erst im großen Geschehen der Weltgeschichte? Und doch dürfen wir mit Stolz und Anerkennung auf die zehn vergangenen Jahre unseres „Glaube und Heimat“ zurückschauen, wir dürfen dabei ohne Überhebung festhalten, dass gerade diese ersten zehn Jahre in der Weltgeschichte schon einmal etwas bedeuten werden. Gehörte es doch zu dem Aufgabenbereich unseres Blattes, alles festzuhalten, was um einen Volksteil heimatvertriebener Deutscher, der Böhmerwäldler, geschah, was für Unrecht und Untaten diesem Volke zugefügt und was von den Menschen dieser Volksgruppe heldenhafterweise ertragen wurde. Berichtete es doch, wie diese Menschen, verankert im Glauben an Gott, sich durchgerungen aus Not und Elend, und wie sie ungeschmälerten Glaubens an ihren Herrgott wieder neu anfingen und neu aufzubauen begannen.

In ungezählten Fällen war „Glaube und Heimat“ aber auch der nimmermüde Reiseengel, der unablässig hinauszog, um von Unmenschen bewusst und beabsichtigt zerrissene Familien wieder zusammenzuführen und so leidgeprüfte Menschen wieder froh zu machen. Mitten in einer Welt politischer Ereignisse stehend, war unser Heimatblatt aber auch oft vor heikle Aufgaben gestellt. Stets war die Wesensstruktur dabei aber die: „Nie mit jenen zu halten, denen alles gut erscheint, weil es neu, aber auch nicht mit jenen, die alles für schlecht ansehen, weil es neu.“ Die Worte des hl. Thomas von Aquin waren eigentlich immer bestimmend für die ganze Haltung: „Nicht in äußeren menschlichen Einrichtungen liegt das Böse, sondern im Menschen, der sie ungehörig gebraucht“ (Summa 2, 2. qu. 169 a. 1). So war die Linie von „Glaube und Heimat“ die überall angesprochen hat. Daher soll sie weiter beibehalten werden auch für die kommenden Jahre. So ziehe denn weiter hinaus und künde wie bisher vom Geschicke Deines Böhmerwaldvolkes, das bereit ist, für den ererbten Väterglauben und die angestammte Heimat der Väter einzutreten!

Irlbach, im März 1959

Dr. Hüttl
Vorstand von „Glaube und Heimat“

 

Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens
spricht die Verwaltung von „Glaube und Heimat“ ein demütiges Dankgebet.

Sichtlich hat Gottes Segen auf diesem Unternehmen geruht, das mit Gott begonnen wurde,
aus brennender Sorge um die Gefährdete Seele unseres Böhmerwaldvolkes und aus tiefer
Liebe zu unserer Heimat.

Sichtlich hat Gottes Segen auf diesem Unternehmen geruht, das bis zur Stunde weitergeführt wurde
ohne jede Absicht, ja unter Ausschaltung persönlichen Gewinnes.

Dem Herrn sei Dank gesagt für seinen reichen Segen!
Der Mutter des Herrn sei Dank gesagt für ihren Schutz!

Dann wendet sich unser Dank an alle, die an unserem
Rundbrief mitgearbeitet oder ihn gefördert haben.

Wir danken
Seiner Exzellenz dem Hochwürdigsten Herrn Nuntius, Erzbischof Alois Muench,
der schon im Juli 1949, als unser Rundbrief zum ersten Male unter dem Namen
„Glaube und Heimat“ erschien, uns allen seinen Segen übermittelte.

Wir danken Seiner Exzellenz dem Hochwürdigsten
Herrn Bischof Josef Leiprecht, Bischof von Rottenburg.

Er hat von Anfang an unseren Rundbrief,
der in seiner Diözese gedruckt wird, mit sichtlichem
Wohlwollen unterstützt.

Dann gilt unser Dank besonders allen unseren Mitarbeitern, Priestern und Laien,
die ihre gewandte Feder in den Dienst von „Glaube und Heimat“ stellten
oder als treue Berichterstatter oder Nachrichtensender dem Rundbrief
selbstlos dienten.

Wir danken den Betreuern der Sammelbestellungen für ihre ausdauernde oft so undankbare Arbeit.
Gott lohne ihnen jeden Schritt, den sie für „Glaube und Heimat“ getan haben.

Wir danken allen, die für „Glaube und Heimat“ geworben und allen den treuen Beziehern und Lesern.
Ihr ward und seid der gute Ackergrund, auf das Korn gesät werden konnte, dass er viele Früchte brachte.

Wir haben allen Grund, uns miteinander zu freuen,
dass unser Werk so schön gediehen ist.

Wir bitten auch alle von Herzen, Mitarbeiter und
Berichterstatter, Bezieher und Leser und Freunde: Haltet
uns weiterhin die Treue, wie „Glaube und Heimat“
Euch die Treue hält.

Treue um Treue!


Liebe Leser von „Glaube und Heimat“!

Vor zehn Jahren kam diese Zeitschrift zum ersten Mal zu Euch. Aus der alten geliebten Heimat vertrieben, in der neuen Umgebung noch nicht heimisch geworden, war diese Zeitschrift Euch allen mehr als nur ein schlichter Gruß, der Euch an die alte Heimat erinnern sollte. Darin meldeten sich ja Euere Seelsorger aus der alten Heimat, um Euch in Euerer Verlassenheit, in der neuen doppelt hart empfundenen Diaspora Trost und Halt aus dem heiligen Worte Gottes zu schenken. So war dieses Blatt Euch immer ein Gruß aus der alten teuren Heimat und wurde immer mehr ein Stück Heimat, das zusammenhielt, Euch Mut und Vertrauen gab in schweren Stunden, Euch im Glauben und in der Liebe zu Gott und dem Nächsten festigte. Und was Euere Seelsorger Euch daneben an irdischer Hilfe, an Beratung und Weisung zuteil werden lassen konnten, das habt Ihr gewiss immer dankbarst aufgenommen.

Zehn Jahre lang hat diese Zeitschrift ihren wertvollen Dienst geleistet. Möge sie unter der Mithilfe Gottes Euch allen auch weiterhin Kraft und Trost spenden, Euch festigen im heiligen katholischen Glauben. Mit diesem Wunsch für die Zeitschrift verbinde ich Euch alle den innigen Segensgruß: „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit Euch allen!“

Rottenburg (Neckar), den 21. Februar 1959

Carl Joseph
Bischof