Im Gedenken an unsere Wegbegleiter


Werden und vergehen spiegeln sich im 750jährigen Zisterzienserkloster Hohenfurth, wohin man schaut. Menschen und Schicksale sind aufs Engste verbunden mit der Stiftskirche mit den festungsähnlichen Gebäudeanlagen. Seit der Wiederbesiedelung durch Mönche im Jahre 1990 entstand Zahlreiches wieder lebens- und sehenswert. Mit Liebe und Hingabe hat seit dem Jahre 1996 Altabt Alberich vom Zisterzienserkloster Wachock auf Bitten vom Generalabt aus Rom gewirkt.
Abt Alberich Josef Siwek wurde am 15.05.1920 bei Krakau in Polen geboren, studierte und legte am 12.10.1940 das Ordensgelübde ab. Die Priesterweihe empfing Pater Alberich am 15.07.1946. Zum Abt des Zisterzienserklosters Wachock gewählt am 14.09.1989. Die Abtweihe erfolgte am 02.12.1989. Im Alter von 76 Jahren legte er das Amt des Abtes aus Altersgründen zurück und um den Ordens-Willen kam er als emeritierter Abt, als Prior Administrator in das Kloster Hohenfurth. Pater Ivo Kvapíl (72 Jahre) und Pater Xaver Švanda (81 Jahre) waren 1990 in das desaströse Kloster zurückgekehrt und bemühten sich mit heute kaum mehr vorstellbaren Entbehrungen und Schwierigkeiten um einen Wiederaufbau und Weiberbestand der Klosteranlage.
Als Prior vom 25.02.1996 bis 14.09.1996 ging Abt Alberich an das Werk, mit polnischen Landsleuten als Handwerker. Vom 14.09.1996 bis zum 23.05.2007 als Abt Administrator war sein persönliches Engagement unübersehbar:
Trotz Sorgen und Probleme entstand durch Alberich eine Stätte des Glaubens mit großer Unterstützung von Pater Justin Berka und junger Mitbrüder. Mit großer Freude konnte Abt Alberich durch das Spendenaufkommen der Heimatvertriebenen Hohenfurther aus der Stadt und den Dörfern im Jahre 2000 drei neue große Glocken für die Stiftskirche als Geschenk übernehmen. Eine Glocke ziert sein Abtwappen mit seinem Ordensnamen. Durch den Förderkreis zum Wiederaufbau des Klosters Hohenfurth mit Präsident Ackelauer und Herrn Dr. Zerbs, mit dessen Mitarbeitern, Vereinsmitglieder, durch die finanziellen Unterstützungen von Privatpersonen, dem Land Oberösterreich und Firmen konnte Abt Alberich bedeutende und vorzügliche bauliche Renovierungen und Instandsetzungen miterleben. Abt Alberich hat trotz dem personell kleinen Konvent ein großes Stück Stiftsgeschichte geschrieben. Er hat mit seiner Lebensweisheit und veränderten Klosterleben im fremden Land Tschechien nie den Mut verloren. In seiner mit großer Zuversicht und fröhlichen Eigenart betreute er als Pfarrer die Kirche von Heuraffl und Rosenberg.
Abt Alberich verspürte immer mehr sein hohes Lebensalter und auf seinen Wunsch wollte er in sein Kloster Wachock zurück. Es war für ihn ein schwerer Abschied aus Hohenfruth, aber er war zutiefst überzeugt, dass er wieder gesund zurückkommen kann in das 2009 jubilierende Kloster, um die Glücksstunden mit zahlreichen Zisterziensern dieses Jubiläumsjahr miterleben zu können. Nur für eine kurze Zeit musste er das Krankenhaus aufsuchen, aber die Ärzte erkannten, dass eine Fußamputation rasch erfolgen musste. Wieder meinte er nach der durchgeführten Operation, dass er trotz einer Prothese noch im Kloster Hohenfurth seinen Lebensabend verbringen kann. Doch plötzlich kam ein gänzliches Organversagen dazu und mit großer Ruhe erlosch mit Gottes Segen am 12.12.2008 um 19.10 Uhr seine Wanderschaft als Zisterziensermönch in Österreich, Deutschland, Tschechien und Polen.
Abt Alberich Josef Siwek wurde 88 Jahre alt und fand im Kloster Wachock am 17.12.2008 in polnischer Heimaterde seine ewige Ruhe.

Werner Lehner
Ausgabe 02-2009